Ohrfeige für Komba: Erzieherinnen wechseln zu ver.di

Von: Karl Stüber
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Zu ver.di gewechselt: Gemeinsam mit anderen Gewerkschaftsmitgliedern demonstrierten Erzieherinnen der Kita Annapark vor dem Streiklokal für ihre Belange. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Dass Sie unzufrieden sind, weil aus ihrer Sicht die Arbeit als Erzieherin nicht hinreichend anerkannt wird und sie entsprechend zu wenig verdienen, ist bekannt. Deshalb beteiligen sich auch die Erzieherinnen der Alsdorfer Kindertagesstätte Annapark am unbefristeten Streik in Sachen Kindertagesstätten und soziale Dienste.

Nun sind sie obendrein unzufrieden mit ihrer (bisherigen) Gewerkschaft, und zwar mit der Komba, Fachgewerkschaft für den kommunalen Dienst. Ein gutes Dutzend der Betreuerinnen hat jetzt die Komba-Mitgliedschaft aufgekündigt und ist umgehend der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di beigetreten, was Birgit Bahnen, Leiterin der Einrichtung freut, ist sie doch wie auch eine andere Kollegin dort bereits ver.di-Mitglied.

Sie sieht die Aktion der Kolleginnen als Bestätigung der guten Gewerkschaftsarbeit an. Nun ist die Kita Annapark praktisch vollständig „in ver.di-Hand“. Allerdings, und darauf legt Bahnen im Gespräch mit unserer Zeitung Wert, hat sie keine aktive Abwerbung betrieben. Da seien die Kolleginnen selber drauf bekommen, die durch ihre Zurufe vor dem ver.di-Streikbüro an der Otto-Wels-Straße dies auch bestätigen.

„Wir wollen weiter für die Sache streiten und auch auf die Straße gehen“, ist zu hören. Von Komba seien sie dabei nicht hinreichend unterstützt worden. Die Linie, den Streik vorerst auszusetzen, wurde nicht mitgetragen. Bahnen, deren Vater bereits engagierter Gewerkschafter war, fasst die Stimmung zusammen: „Wir wären die einzige Kita im Stadtgebiet gewesen, die praktisch vollständig wieder aufgemacht hätte.“ Die Kolleginnen hätten aber nicht gewollt, dass andere für sie mitstreiken.

Günter Thimm vom Jugendamt Alsdorf, der für ver.di „basisdemokratisch bestimmt“ den Streikleiter „gibt“, verweist darauf, dass die Gewerkschaft in Alsdorf nun stärker in der Öffentlichkeit auftreten und auf die Elternschaft zugehen wolle. Am heutigen Mittwoch versammeln sich ver.di-Mitglieder um 11.30 Uhr vor dem Rathaus, um für ihre Anliegen zu demonstrieren und mit Bürgern, die das Rathaus aufsuchen, und Kollegen dort ins Gespräch zu kommen, sagte Birgit Bahnen.

Zudem lädt ver.di vor Ort alle Elternbeiräte städtischer Familienzentren für Montag, 1. Juni, von 17 bis 18 Uhr in den Seminarraum des Vereins ABBBA in der Luisenpassage ein, um mit Erziehungsberechtigten über das Thema gerechte Bezahlung und die Situation in Alsdorf zu sprechen. Auch ein Vertreter des Jugendhilfeausschuss soll eingeladen werden. Aktuell ist Bruno Borrmann (SPD) Vorsitzender dieses Fachausschusses, der einen Tag später, also am Dienstag, 2. Juni, ohnehin zu einer Sitzung im Alsdorfer Rathaus (großer Sitzungsaal) zusammenkommt. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 18 Uhr.

Erst durch Nachfrage unserer Zeitung erfuhr die Vorsitzende des Alsdorfer Ortsverbands Komba, Birgit Dammers, von der Austrittswelle. Nach Rücksprache mit der eigenen Streikleitung sagte Dammers zu dem Vorgang: „Wir sind in einem gemeinsamen Arbeitskampf. Da ist es leider so, dass der eine oder andere schon einmal unzufrieden ist.“

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