Nordkreis - Ohne Busse bleibt der Fan auf der Strecke

Ohne Busse bleibt der Fan auf der Strecke

Von: Holger Bubel
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Für viele Nordkreis-Fans der Start ins Fußballabenteuer Tivoli: Haltestelle Annapark. Foto: H. Bubel

Nordkreis. „Ja sind die denn bekloppt? Da fährt schon wieder ne leere Bus!” Manch Alemannia-Fan reibt sich vermutlich auch Samstagmorgen wieder verwundert die Augen, wenn er drei Stunden vor dem Spielbeginn gegen den FSV Frankfurt die Einsatzbusse der roten Flotte der Aseag nahezu leer an sich vorbeiziehen sieht.

Falsche Einsatzplanung? Zu viele unterbeschäftigte Busfahrer? Ökonomische Gründe, weil Leerfahrten günstiger zu gleichen Konditionen mit der Alemannia als Auftraggeber abgerechnet werden können? „Die Einsatzplanung”, sagt Thorsten Pracht, Pressesprecher von Alemannia Aachen, „liegt einzig bei der Aseag. Damit haben wir so gut wie nichts zu tun.”

Platz satt im Stadion

Während zu Zeiten des altehrwürdigen Tivolis, in dem es überwiegend Stehplätze gab, ein frühes Erscheinen im Stadion durchaus Sinn machte, sieht das mittlerweile in einer nur etwas über die Hälfte gefüllten neuen Fußballarena mit vornehmlich nummerierten Sitzgelegenheiten doch anders aus: Platz satt, sogar noch nach dem Anpfiff!

„Diese subjektive Empfindung einer vermeintlich falschen Einsatzplanung der Busse durch die Aseag ist vielleicht für einen Außenstehenden nachvollziehbar. Aber falsch”, sagt Sander Lutterbach, Leiter Verkehrslenkung und Betriebssteuerung bei der Aseag. „Wir setzen die Einsatzbusse drei Stunden vor Spielbeginn ein. Auf der Strecke durch den Nordkreis pendeln sie zwischen zwei neuralgischen Punkten: ab Alsdorf vier Busse vom Annapark aus. Und von Würselen zwei Busse ab dem Parkhotel. Die Einsatzwagen fahren sozusagen im Kreis, von den genannten Haltestellen zum Tivoli und wieder zurück, um weitere Passagiere aufzunehmen.”

Je nach vorherigen Einschätzung der Zuschauerzahl durch Alemannia Aachen, sind es noch weitere Busse, die neben dem regulären Linienverkehr eingesetzt werden. „Bei Ausnahmeereignissen wie das Bayern-Spiel erhöhen wir die Zahl der Einsätze deutlich. Aber beim Spiel gegen Greuther-Fürth, drei Tage später, hatte dann fast jeder Fahrgast sogar einen Sitzplatz im Bus.”

Sander Lutterbach klärt auf: Vermeintliche Sondereinsatzfahrten, die auffallend leer sind - etwa von Baesweiler kommend - sind oftmals eigentlich Betriebsfahrten: „Diese Busse, die von einem Subunternehmer kommen, haben im Baesweiler-Fall ihren regulären Einsatz erst ab Annapark. Aber es wäre doch doof, die Wartenden an den Haltepunkten zwischen Baesweiler und dem Zielort stehen zu lassen”, erklärt er und macht noch einmal klar, dass die Fahrzeuge „ja nicht mit einem Kran an den Annapark gesetzt werden können”.

Das Fahrgastaufkommen von Baesweiler aus - auch an Alemannia-Heimspieltagen - sei seiner Einschätzung nach mit dem normalen Linienverkehr locker zu bewältigen, sagt Lutterbach.

Dass genügend Busse eingesetzt werden, dafür sind neben der jahrelang gemachten Erfahrungen auch die jeweilige Einschätzung der Einsatzleitung. Verkehrsmeister „auf der Straße” haben das Fahrgastaufkommen im Blick. Sie zählen die Fahrgäste des Nordkreises am Haltepunkt Parkstraße in Würselen und dann noch einmal am Tivoli.

Mit diesen Fallzahlen kann die Einsatzleitung, die in ständigem Kontakt mit dem Außendienst ist, bei der Anzahl der Busse noch einmal nachjustieren. „Zu 100 Prozent kann man nämlich nie vorauskalkulieren, wie groß der Bedarf ist”, sagt Lutterbach und verrät: „Wir haben in Würselen immer noch ein paar Busse versteckt, die wir ins Rennen schicken können. Die sieht nur keiner. Nachgerüstet wird dann ab Parkhotel.”

Für das heutige Spiel gegen Frankfurt hofft Lutterbach auf einen Sieg der Alemannia. Nicht nur aus sportlichen Gründen: „Nach einem Sieg sind die Passagiere gut drauf und freundlicher und rücksichtsvoller. Dann funktioniert auch der Abtransport der Fans deutlich besser.”

Das Zusteige-Verhalten sei dann gesitteter und disziplinierter. Nach etwa 45 Minuten sei dann auch der letzte schwarz-gelbe Anhänger auf dem Weg nach Hause in den Nordkreis.
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