Oft fehlt das Verständnis für den Schmerz

Von: Elisa Zander
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Große Pein: Chronische Schmerzpatienten müssen zumeist nicht nur mit ihrem eigenen Leid, sondern auch dem Unverständnis ihrer Umwelt zurechtkommen. Foto: imago

Nordkreis. Entspannungs- und Meditationsformen wie Yoga und Qi Gong liegen derzeit im Trend. Die wendet auch Birgit Hahn manchmal an. Dabei sitzt sie aber nicht im Schneidersitz mit gefalteten Händen auf einer schicken Turnmatte. Sondern sie macht es nebenbei, bei der Arbeit, im Haushalt oder während Unternehmungen - und keiner bekommt es mit.

Birgit Hahn ist eine chronisch kranke Schmerzpatientin und nutzt die Entspannungstechniken, um den Schmerz so gering wie möglich zu halten. Die Entspannung ist ein Instrument, das, gepaart mit Physiotherapie und einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme, zur Linderung des chronischen Schmerzes beiträgt.

Zu dieser Einsicht musste Birgit Hahn erst einmal gelangen. Doch seit sie die Selbsthilfegruppe „Contra Schmerz Euregio Aachen” initiiert hat, gibt sie dieses Wissen an die Teilnehmer weiter. Das tut sie seit drei Jahren in mittlerweile drei verschiedenen Gruppen. „Der Zulauf ist sehr hoch”, freut sie sich.

Eine der Untergruppen trifft sich seit Mai 2009 auch im Betriebsteil Marienhöhe des Medizinischen Zentrums in Würselen. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Schmerztherapie und Palliativmedizin ist dieses zusätzliche Angebot entstanden, welches das Haus im Zuge der Ernennung zum „Selbsthilfefreundlichen Krankenhaus” angeregt hatte.

Erfahrungen und Probleme

In den Gesprächsrunden können betroffene Patienten von ihren Erfahrungen berichten und Probleme darlegen, die dann in der Gruppe besprochen und zu lösen versucht werden. Das Treffen unter Gleichgesinnten ist wichtig für die Betroffenen. Denn nur dort treffen sie auf das Verständnis, welches zu Hause häufig fehlt.

„Außenstehende können den Schmerz nicht nachvollziehen”, weiß Birgit Hahn. Sich in den Finger zu schneiden oder mal ein paar Kopfschmerzen zu haben, das sei etwas ganz anderes. Um so wichtiger, so betont Hahn, ist darum der Gang in die Selbsthilfegruppe, denn häufig hängt eine chronische Erkrankung mit einem Isolationsprozess zusammen. Das Abwenden von der Familie und Freunden und eine entstehende Arbeitsunfähigkeit unterstützen dieses Vereinsamen.

Dennoch ist es kein schlechtes Leben, welches man dann vor sich hat, findet Birgit Hahn. Es ist eben anders, eingeschränkter. „Man muss sich darauf einstellen und umstellen.” Dann komme auch die Lebensqualität zurück.
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