Offene Türen: Bei den Konfessionen finden sich Parallelen

Von: Nina Krüsmann
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Vorurteile haben hier keinen Platz: Teilnehmer beim Tag der offenen Moschee und der offenen Kirche in Merkstein. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Zum Tag der offenen Moschee und der offenen Kirche in Merkstein organisierten der Integrationsrat der Stadt Herzogenrath, die Emir Sultan Moschee sowie die Katholische und Evangelische Kirche gemeinsam ein Programm.

Der Besichtigung der Emir Sultan Moschee mit Führungen schloss sich ein Mittagessen an. „Viele interessierte Bürger haben ein Stück über den Tellerrand geblickt. Integration muss im Alltag stattfinden”, sagt der Integrationsratsvorsitzende der Stadt Herzogenrath, Fehmi Tarasi. Auch das Mittagsgebet der Muslime durften die Christen aus nächster Nähe beobachten.

„Danach kamen viele Fragen auf, zum Beispiel nach den fünf Säulen des Islams, dem Grund für die Geschlechtertrennung beim Gebet oder nach den Gebetszeiten”, erläutert Tarasi, der den Austausch zwischen Christen und Muslimen sehr begrüßt: „Das direkte Kennenlernen ist wichtig für ein friedliches, respektvolles Zusammenleben.

Heute sind sich Herzogenrather Bürger begegnet, die sonst auf der Straße einfach aneinander vorbeigehen. Die Muslime sind ein Teil von Herzogenrath und von Deutschland, das muss mehr in den Köpfen verankert werden.” Auch der Vorbeter der Moschee, Mehmet Fatih-Günes stellte sich den Fragen der Besucher.

Von der Moschee führte ein Spaziergang zur Evangelischen Martin-Luther-Kirche, wo Pfarrerin Renate Fischer-Bausch die Gäste begrüßte: „Jeder Glaube steht für sich, aber es ist wichtig, über den jeweils anderen Bescheid zu wissen. Deshalb ist der Tag der offenen Moschee symbolträchtig am Tag der Deutschen Einheit seit 16 Jahren ein wichtiges Ereignis”, betont die Pfarrerin, die seit 20 Jahren in Merkstein arbeitet.

„Hier gelingt die Integration der rund 500 muslimischen Mitbürger gut. Vergleichen kann man das Verhältnis zwischen Christentum und Islam mit der Ökumene in Deutschland: Auch zwischen evangelischen und katholischen Christen gibt es Fragen und Missverständnisse”, so die Pfarrerin.

Tarasi und Fischer-Bausch pflegen auch über den Feiertag hinaus einen engen Austausch. Gegenseitige Einladungen zu Festtagen oder etwa dem muslimischen Fastenbrechen werden gerne wahrgenommen.

„Bei uns läuten um 12 und 18 Uhr in der Evangelischen Kirche die Glocken. So erinnern wir daran, regelmäßig zu beten”, vergleicht Fischer-Bausch die Gebetsgewohnheiten beider Religionen, die mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick denkt.
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