Offene Jugendarbeit für Herzogenrath wird neu ausgeschrieben

Von: Beatrix Oprée
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Auch von Pastor Dr. Guido Rodheudt (im Hintergrund) genau beobachtet: Der zwölfjährige Milan Olles überreicht Bürgermeister Christoph von den Driesch 750 Unterschriften für den Erhalt der OT St. Gertrud. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Die Offene Jugendarbeit in der Stadt soll bleiben, trotz Kündigung des Kooperationsvertrags mit der Stadt durch den zuständigen Kirchengemeindeverband Herzogenrath/Merkstein (KGV) für die OT St. Gertrud. Das steht außer Frage.

Doch die Modalitäten zwischen Herzogenrath-Mitte und Straß, die der Jugendhilfeausschuss analog dem Vorschlag der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung nun zu einem „gemeinsamen Sozialraum“ zementiert hat, gilt es noch auszuhandeln. Denn die Politik folgte auch einem weiteren Vorstoß im Beschlussvorschlag, nämlich ergänzend den Vertrag der KGV für die KOT „4You“ in St. Josef Straß zu kündigen – um den Weg zu einem gemeinsamen Konzept für beide Pfarren freizumachen.

Entscheidung Mitte September

Insgesamt 204 000 Euro stehen dem KGV für die OT St. Gertrud und die KOT St. Josef momentan zur Verfügung – summiert aus Zuschüssen der Kommune und des Landes (insgesamt 148 000 Euro) sowie des Bistums (56 000 Euro).

Auf Basis dieser Finanzmittel soll nun eine neue gemeinsame „Leistungsbeschreibung“ erarbeitet werden für das Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit „im Stadtteil Herzogenrath-Mitte einschließlich Straß“, wie es heißt.

Bis zu den Sommerferien soll diese Bedarfsanalyse mit dem Arbeitskreis „Kommunaler Kinder- und Jugendförderplan“ abgestimmt und eine entsprechende Ausschreibung veröffentlicht werden. Am 15. September möchte der Jugendhilfeausschuss schließlich darüber beraten können, mit welchem Träger die offene Jugendarbeit ab 2016 fortgeführt werden kann.

„Irritiert“ hatte sich Alexandra Prast, Sprecherin der SPD im Ausschuss, gezeigt, dass eine Kooperation der beiden Pfarren zur Fortführung der Jugendarbeit „nicht konsensfähig“ sei, wie es auch in der Sitzungsvorlage hieß: „Stehen hier innerkirchliche Probleme vor den Interessen oder vielmehr den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen?“ Probleme gelte es innerhalb des KGV zu lösen, betonte Prast, „das kann nicht Aufgabe der Stadt oder des Jugendhilfeausschusses sein.“

Seitens der CDU brachte Gabriele Spiertz ihre Freude zum Ausdruck, dass sowohl KGV als auch Bistum signalisiert hätten, sich an der Neuausschreibung beteiligen zu wollen. Die Pfarrgemeinde St. Gertrud habe sich „mit Herzblut“ um die Kinder und Jugendlichen gekümmert, auch nicht aufgegeben, als es schwierig geworden sei, und damit Präventiv-Arbeit geleistet. Spiertz: „Um dauerhaft eine sichere Offene Jugendarbeit in Herzogenrath-Mitte sicherzustellen, brauchen wir auch weiterhin einen verlässlichen Partner.“

„Einschließlich“ oder „und“?

Nach St. Gertrud sind zuletzt 160 000 Euro an Zuschüssen geflossen, nach St. Josef knapp 42 000 Euro. Während die KOT St. Josef ihre Ausgaben immer wieder nach unten angepasst hat, summierte sich in den vergangenen Jahren in der erheblich stärker frequentierten OT St. Gertrud ein Defizit von fast 175 000 Euro, das die Pfarre dem KGV erstatten will; 40 000 Euro beträgt das Defizit alleine für dieses Jahr. Stefan Kuklik (Piraten), Walter Mathieu (Grüne) und Franz-Josef Kempen (Stadtjugendring) versuchten noch, in die Bresche zu springen für eine unbedingt weiter bestehende KOT in Straß. Es dürfe nicht sein, dass Straß eventuell dem Rotstift aus dem Nachbardorf zum Opfer falle, plädierte Mathieu. Statt „Herzogenrath-Mitte einschließlich Straß“ würde ein „und Straß“ im Beschluss in diesem Punkt größere Klarheit schaffen, schlug Kuklik vor. Was bei der Groko keine Gegenliebe fand: „Wortklauberei“, urteilte Stefan Becker (CDU): „Es soll ein Sozialraum sein, dabei bleiben wir.“ Keinesfalls werde durch „einschließlich“ impliziert, dass der Standort Straß wegfalle, beharrte auch Alexandra Prast.

Mit elf Stimmen und vier Enthaltungen ging die vom Ausschussvorsitzenden Detlev Knehaus als am weitestgehenden interpretierte Beschlussformel „Herzogenrath-Mitte einschließlich Straß“ letztlich durch.

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