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Von: ehg
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„Sonntag geöffnet”: An der Regelung in Würselen soll sich vorerst nichts ändern, so die Hoffnung bei der ARGE. Foto: Imago

Würselen. Die rot-grüne Landesregierung will das Ladenöffnungszeitengesetz novellieren. Dass von den Bündnisgrünen in Betracht gezogen worden war, die verkaufsoffenen Sonntage ersatzlos zu streichen, rief jetzt auch die Würselener Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie (ARGE) auf den Plan.

Um Klarheit über die bevorstehende Novellierung zu erhalten, hatte sie zur Mitgliederversammlung im Haus Brepols die Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD) und Hendrik Schmitz (CDU) eingeladen. „Wir möchten wissen, wie es weitergeht”, begrüßte Vorsitzender Manfred Wirtz die Landespolitiker. Vorab wagte Voigt-Küppers die These, „dass sich in Würselen nichts ändern wird”. Es werde bei vier anlassbezogenen verkaufsoffenen Sonntagen bleiben.

Unterschiedliche Interessen

Es gebe auf Seiten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer - aber auch der Kirchen - unterschiedliche Interessenlagen, kam sie auf die „Verwerfungen” zu sprechen, die sich seit 2006, als das Gesetz in Kraft getreten war, eingeschlichen haben, 20 und noch mehr verkaufsoffene Sonntage in den Großstädten. Da müsse ein Riegel vorgeschoben werden. Die Arbeitgeber müssten sich nach den Familien richten, merkte Voigt-Küppers aus ihrer familienpolitischen Sicht an. Sie räumte aber auch ein, dass es keine Verzerrungen im Wettbewerb geben dürfe. Blumenläden und Geschäfte, die Frischwaren anbieten, dürfen gemäß Gesetzesvorlage auch künftig sonntags fünf Stunden lang öffnen. Es dürfe aber nicht geduldet werden, dass Supermärkte Blumen anböten, um beispielsweise Rasenmäher zu verkaufen. Auch müssten in die Novellierung des Gesetzes Flohmärkte einbezogen werden, die mehr Neuwaren als Trödel zum Kauf anböten. Was in der Versammlung vom ARGE-Vorsitzenden massiv moniert worden war.

Grundsätzlich stellte Hendrik Schmitz fest, dass das 2006 in Kraft getretene Gesetz gut sei. Die negativen Vorkommnisse, vor denen er nicht die Augen verschloss, dürften nicht zu strenger Reglementierung führen. Exakter definiert werden sollte, was „anlassbezogene verkaufsoffene Sonntage” bedeute. Für ihn (Schmitz) sei unfassbar, was an Sonntagen auf den Flohmärkten passiere. Der CDU-Politiker forderte, die Kommunen vor Ort in die verantwortliche Entscheidung einzubinden. Für ihn ist es genauso wie für die SDP-Politikerin keine Frage, „dass eine bestmögliche Lösung gefunden werden muss”. Das Land müsse zwar die Rahmenbedingungen vorgeben, dürfe aber die Kommunen nicht gängeln.

Einheitliche Zeiten im Grenzraum

Für den Grenzraum hielt es Vorsitzender Wirtz für wichtig, europaweit einheitliche Ladenöffnungszeiten anzustreben. Er verwies auf die große Konkurrenz, die dem deutschen Einzelhandel von den Nachbarländern aus erwachse, in denen sonntags die Länden aufgesperrt werden. Es bleibe für die ARGE die Hoffnung, dass die vier verkaufsoffenen Sonntage für Würselen erhalten bleiben, verabschiedete er die Landespolitiker.

Positiv wurde in der Versammlung der Vorschlag des Repräsentanten der Sparkassen Immobilien GmbH Aachen, Michael Axmann, aufgenommen, einen Schaufenster-Wettbewerb auszuschreiben. In ihrer Regie soll er anlässlich des Oktoberfestes am 6. und 7. Oktober über die Bühne gehen. Die Kunden sollen die Jury spielen und die entsprechend dekorierten Geschäfte prämieren. Unter den teilnehmenden Kunden soll ein Hautpreis verlost werden. Der Sieger des Wettbewerbs sollen eine Plakette erhalten. Damit die Geschäftsleute ihrer Phantasie freien Lauf lassen können, werde kein bestimmtes Thema vorgegeben. Die Dekoration soll lediglich zum Anlass passen. Wirtz erinnerte daran, dass es vor zwei Jahrzehnten schon einmal einen solchen Wettbewerb gegeben habe, der bei den Kunden eine große Resonanz gefunden habe.

Beim Blick zurück auf das Cityfest, das in diesem Jahr unter einem schlechten Stern gestanden hatte, bedankte sich der ARGE-Vorsitzender vor allem bei der Kulturstiftung für die bereits zum zweiten Male gewährte Unterstützung. Sie habe die Arbeitsgemeinschaft erst mit 6000 und dann sogar mit 10.000 Euro unter die Arme gegriffen. „Es geht mit beiden Partnern weiter”, war Wirtz erfreut, dass die Kulturstiftung auch für 2013 ihre Unterstützung zugesagt habe. „Unsere Stadt wird noch besser nach außen verkauft, wenn wir auch ein rundes Kulturprogramm bieten.” Vorschläge wurden von den Mitgliedern gemacht, wie im nächsten Jahr vor allem die mittlere Kaiserstraße, die in 2012 zu kurz gekommen sei, über die Angebote der Geschäfte hinaus belebt werden könne. Der Vorstand griff sie dankbar auf.
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