Nutzungskonzept: Bibliothek soll „Kultur-Passage“ weichen

Von: Karl Stüber
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Derzeit von der Stadtbibliothek Würselen genutzt: In diesem Bereich des Kulturzentrums Altes Rathaus könnte im Zuge der Sanierung des Gebäudes eine „Kultur-Passage“ entstehen. Foto: Karl Stüber

Würselen. Das Kulturzentrum Altes Rathaus an der Kaiserstraße im Zentrum von Würselen gilt als Erfolgsmodell, ist aber in die Jahre gekommen. Im Keller sorgen Feuchteschäden und Schimmel für erhebliche Probleme, im Dachgeschoss können Räume nicht mehr genutzt werden.

Der Brandschutz macht große Sorgen, Fluchtwege fehlen, die Haustechnik macht Probleme. Und die nicht mehr zeitgemäße Raumaufteilung lässt zu wünschen übrig.

Nun soll das Alte Rathaus für rund sechs Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht und noch mehr als bisher zu einer Begegnungsstätte mit verschiedensten Nutzungen „aufgefüllt“ werden. Wenn das Land Nordrhein-Westfalen mitspielt und die Maßnahme als Bestandteil des „Integrierten Handlungskonzeptes Innenstadt“ (IHK) fördert. Die Entscheidung wird im nächsten Jahr fallen.

Axel Maria Schlimm vom Aachener Architekturbüro Paulssen + Schlimm stellte das im Auftrag der Stadt Würselen erstellte Konzept des Umbaus nebst inhaltlichen Nutzungsvorschlägen im Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur vor. Die Ideen des Fachbüros beruhen auf Gesprächen mit Vertretern der Verwaltung wie dem Ersten und Technischen Beigeordneten Till von Hoegen, Manfred Zierden (Schule, Jugend, Soziales) und Ralf Hartmann vom Gebäudemanagement, die formuliert hatten, was noch fehlt im Kulturzentrum, sagte Schlimm zum Hintergrund.

Tragende Idee ist, das Alte Rathaus durch eine „Kultur-Passage“ im Erdgeschoss begeh- und entdeckbar zu machen, für Interessierte und – „niederschwellig“ angelegt – besonders für junge Leute. Als Einladung, dort zu verweilen. „Es gibt in Würselen einen großen Bedarf für einen leicht zu erreichenden Jugendtreff“, sagte Schlimm.

Dafür müsste allerdings die Stadtbibliothek weichen, die derzeit in dem dank Glasdach lichten Bereich untergebracht ist. Im Rahmen des IHK ist vorgesehen, dass die Einrichtung in die auslaufende Hauptschule umzieht, in der derzeit die Gesamtschule heranwächst, die wiederum in einem noch zu errichtenden Neubau an der Krottstraße Einzug halten soll (siehe Info).

Untergebracht werden sollen im Alten Rathaus dann die Kunstakademie bzw. Kunstschule mit kleinem und großem Malsaal, Atelierräumen und diversen Magazinen, verbunden und erreichbar über helle Flure. Dort könnten Bilder und Objekte zu sehen sein, ja ganze Ausstellungen stattfinden. Flächen könnten für das Bürgerbüro genutzt werden. Foyer und Freitreppe sollen bleiben. Für den Jugendtreff sollte der bislang im Keller untergebrachte Hausmeister „nach oben geholt werden“, um auf diese Weise ein Maß an sozialer Kontrolle zu gewährleisten.

Das 1. Obergeschoss würde Bestandteil der „Kultur-Passage“ werden, ebenfalls mit Ausstellungsräumen und Raum zum Flanieren. Denkbar sei ein kleines Café oder zumindest die Gelegenheit, einen Kaffee zu kochen und sich zum Austausch niederzulassen. Auch das Dachgeschoss soll neu gestaltet werden, unter anderem für das Vereinsleben. So sind hierfür vier kleinere und ein größerer Raum vorgesehen, in denen Versammlungen stattfinden könnten, trug Schlimm vor. Generell könnte das Kulturarchiv endlich dringend benötigte und angemessene Lagerräume bekommen. Mit Blick auf den alle Geschosse erreichenden Aufzug und weitere Umbauten (zum Beispiel Sanierung der Toilettenanlagen) sei das neue Kulturzentrum durchgehend barrierefrei nutzbar.

Claudia Küppers (UWG) fragte nach, wohin denn verschiedene Einrichtungen wie Volkshochschule und KoKoBe (Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsangebote für Menschen mit Handicap) mit ihren Aktivitäten ausweichen sollten. Beigeordneter Roger Nießen sicherte zu, dass noch genau geschaut werden müsse, wie die Nutzung der verschiedenen Räume am Ende wirklich aussieht.

Auf Nachfrage von Hans Carduck (FDP) bekräftigte Architekt Schlimm, dass die Stadtbibliothek in derzeitiger Größe nicht mehr im Alten Rathaus untergebracht werden könne, allenfalls deutlich kleiner.

Hans-Peter Drabent (CDU) vermisste Platz für Senioren. Ältere sollten im Erdgeschoss Berücksichtigung finden, Jüngere könnten im Gebäude „nach oben“.

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