Nordkreis - Nur noch wenige Urlauber entscheiden sich für Türkei

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Nur noch wenige Urlauber entscheiden sich für Türkei

Von: Niklas Coopmann
Letzte Aktualisierung:
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Alternative Reiseziele: Auch Hans A. Knoben bietet wie alle befragten Reisebüros in diesem Jahr verstärkt Reisen nach Spanien an. Türkeiurlaube werden kaum noch gebucht. Foto: Niklas Coopmann

Nordkreis. Die Türkei kommt nicht zur Ruhe. Vor allem nach dem gescheiterten Putschversuch des Militärs und der nun laufenden „Säuberungswelle“ sind viele verunsichert. Das trifft auch die Reisebranche. Exemplarisch äußern sich vier Reisebüros auf Nachfrage unserer Zeitung.

Egal ob in Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath oder Würselen: Die Anzahl an Stornierungen und Umbuchungen von Türkeiurlauben ist in den vergangenen Wochen drastisch gestiegen. 60 bis 70 Prozent sind es zum Beispiel im Reisebüro Stolz in Baesweiler.

Stornierung bisweilen schwierig

Einige Reisende könnten aufgrund ihrer Buchung nicht problemlos stornieren, diese müssten dann in den sauren Apfel beißen. Iris Emunds von Wirtz-Reisen aus Würselen sieht als Ursache hierfür die „schwammige Auskunft vom Auswärtigen Amt“. Zwar solle man mit Vorsicht in die Türkei reisen, für die beliebten Reiseorte gibt es aber eine indirekte Entwarnung.

„Aus anderen Teilen des Landes, insbesondere von der Mittelmeerküste, wurden keine besonderen Ereignisse gemeldet“, steht auf der offiziellen Internetseite. Dadurch fehle den Reisenden die Rechtsgrundlage, eine Stornierung ihrer Reise ohne enormen Kostenaufwand durchzusetzen. Die Stornierungs- und Umbuchungswelle begann allerdings schon weit vor dem Putschversuch.

Laut Hans A. Knoben vom Reisebüro Knoben in Herzogenrath waren die Terroranschläge von Istanbul am 28. Juni ausschlaggebend für die Umbuchungen.

Der größte Vorteil an einer Türkeireise ist nach Angaben von allen befragten Reisebüros das gute Preis-/Leistungsverhältnis. Auch durch die jüngsten Geschehnisse sind die Preise deutlich niedriger als in anderen beliebten Urlaubsregionen. Dennoch entschieden sich viele Touristen bereits im Voraus, also vor dem jüngsten Terrorangriff und dem Putschversuch, gegen eine Reise in die Türkei.

Laut Jürgen Herpers vom gleichnamigen Reisebüro in Alsdorf haben rund 30 Prozent weniger Urlauber eine Reise in die Türkei gebucht als im Vorjahr.

Nach Angaben des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums waren es im Juni 2016 sogar noch mehr. Die Rede ist von fast 41 Prozent im Vergleich zum Juni 2015.

Größter Profiteur der Angst vor einem Türkeiurlaub ist Spanien. Deutlich mehr Reisende fliegen nun auf die iberische Halbinsel, auch die Inseln stehen hoch im Kurs.

Laut Herpers sind zum Beispiel die Kanaren im Vergleich zum Vorjahr ein deutlich beliebteres Ziel geworden. Eine günstigere Variante zu Spanien ist für viele Bulgarien, was in den Reisebüros Wirtz und Stolz deutlich öfter gebucht wurde. Aber auch Griechenland kann sich auf mehr deutsche Touristen einstellen, vor allem Kreta ist ein beliebtes Ziel, sagt Herpers.

Die Ergebnisse der Hauptsaison stehen noch aus, jedoch ist davon auszugehen, dass die Mittelmeerstrände der Türkei in diesem Sommer nur wenige deutsche Urlauber erleben werden.

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