Nur noch ein Sparbuch: Bank kündigt Mitgliedschaft

Von: Thomas Vogel
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Würselen. Eine Bank, in der Rentner ausgeschlossen werden sollen, weil sie keinen Umsatz mehr produzieren? Kaum vorstellbar. Genau das wirft der Würselener Bruno Wandel aber der Aachener Bank e.G. vor.

Seine Frau und er haben den Bescheid bekommen, zum neuen Jahr von der Mitgliedschaft ausgeschlossen zu werden. Seit 1958 ist der selbstständige Steuerberater Kunde bei der Genossenschaftsbank und kann kaum fassen, mit welcher Begründung die Geschäftsbeziehung nun aufgelöst werden soll.

Das Verhalten der Wandels lasse sich mit den Belangen der Genossenschaft nicht vereinbaren. Das sei, so steht es in der Satzung der Aachener Bank, insbesondere dann der Fall, wenn der Geschäftsbetrieb nicht mehr genutzt werde.

Tatsächlich besteht in Wandels Fall nur noch ein Sparbuch bei der Bank, ein Geschäftskonto führt er dort nicht mehr. „Ich fühle mich angegriffen und diskriminiert”, sagt er. Vor einiger Zeit habe ihm die Bank Produkte zum Kauf angeboten, die er aber ausgeschlagen habe. Er nimmt an, dass der beabsichtigte Ausschluss von der Mitgliedschaft auch Reaktion darauf ist. Die Form der Kündigung empfindet er als Frechheit. Auf der Mitteilung fand sich weder ein Hinweis auf den zuständigen Sachbearbeiter noch Telefon- oder Faxnummern.

Vorwürfe zurückgewiesen

Dafür hat sich die Bank auf Rückfrage der Wandels mittlerweile entschuldigt. Die anderen Vorwürfe indes weist sie entschieden zurück. Eine Sonderbehandlung für bestimmte Alters- oder Berufsgruppen gebe es nicht. Das ein Kunde Rentner sei, spiele bezüglich des Ausschlusses oder Bestands der Mitgliedschaft keine Rolle. Dennoch „ist die Nutzung des Geschäftsbetriebes ein wesentliches Kriterium für die Mitgliedschaft, denn die genossenschaftliche Idee kann nur dann umgesetzt werden, wenn unsere Mitglieder auch aktiv unseren Geschäftsbetrieb in Anspruch nehmen”, heißt es in einer Stellungnahme der Aachener Bank. Natürlich werde niemand ausgeschlossen, der „nur” ein Sparbuch führe und man gehe auch nicht davon aus, dass die Mitglieder alle Produkte des Hauses kauften. „Der gesetzliche Auftrag einer Genossenschaft ist die Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs”, so die Bank.

Dementsprechend ist die Nutzung des Geschäftsbetriebes Grundlage der Mitgliedschaft. Ein weiterer Umstand der Bruno Wandel sauer aufstößt, ist die ungeschickte Geschäftsstellenpolitik der Bank. Die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt bestehe kaum noch, da zunehmend Geschäftsstellen geschlossen würden. Diesen Vorwurf kann das Institut nicht nachvollziehen. In den vergangenen Jahren seien keine Filialen geschlossen worden. Im Gegenteil sei in die 18 Standorte zur Erneuerung und Modernisierung erheblich investiert worden. Man setze auch in Zukunft auf Kundennähe und persönliche Ansprache durch die Mitarbeiter.
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