Notunterkunft an der Waidmühl: Mit Entwicklung zufrieden

Von: Yannick Longerich
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Ein aufschlussreicher und emotionaler Abend: Es gab Informationen zur Zukunft der Notunterkunft am Concordia-Sportplatz. Auch Flüchtlinge erzählten ihre ergreifenden Geschichten. Foto: Yannick Longerich

Herzogenrath. Nach den ersten sechs Monaten der Notunterkunft an der Waidmühl wartet auf alle Beteiligten noch weiterhin viel Arbeit. Bürgermeister Christoph von den Driesch informierte die Bürger am Montagabend in der Feuerwache Merkstein darüber, dass sich die Bewohner-Anzahl an der Waidmühl bis Ende 2016 um ungefähr 200 Personen steigern wird.

Alles in allem sei es nicht auszuschließen, dass sich die Zahl der fest zugewiesenen und der in Notunterkünften lebenden Flüchtlinge in Herzogenrath jeweils verdoppeln werde. Dies bedeute, dass die gesamte Kommune nochmals bis zu 870 weiteren Flüchtlingen Obdach und Versorgung bieten müsse.

Das bisherige Fazit des Bürgermeisters fällt positiv aus. Auch Vertreter des DRK und die Ehrenamtler berichteten über die gute Entwicklung des Standorts Waidmühl.

Anschließend durften die Bürger sich zur Thematik äußern. Gerda Schreurs-Poweleit etwa, Anwohnerin hinter dem Concordia-Sportplatz, beklagte eine zunehmende Lärmbelästigung an der Waidmühl. In ihrem Vortrag erläuterte sie dem Bürgermeister, dass aus ihrer Sicht sowohl „Übergriffe“ als auch „unzumutbare Ruhestörungen“ durch spielende Kinder und Ähnliches in den vergangenen Monaten „rasant“ zugenommen hätten. Eine Erhöhung der Zahl der Flüchtlinge, so ihre Befürchtung, würde diese Effekte nur verstärken.

Bürgermeister von den Driesch erwiderte, dass sich an der Waidmühl lediglich „in seltenen Einzelfälle größere Störfaktoren“ ergeben hätten. Demnach sei die von Schreurs-Poweleit ebenfalls dargelegte „permanente Nutzung des Flutlichts zur Nachtzeit“ etwa falsch. Lediglich an einem Abend sei aufgrund der Ankunft eines Busses das Licht eingeschaltet worden, um eine schnelle Aufnahme zu gewährleisten. Dabei hätten sich dann einige Kinder einen Ball geschnappt und ein wenig gekickt. Auch von Seiten der Polizei konnten die Befürchtungen von Frau Schreurs-Poweleit in keinem Maße bestätigt werden.

Weitere Wortmeldungen bezogen sich auf den Finanzierungsplan der klammen Kommune. Von den Driesch verwies auf Gespräche mit dem Landesinnenminister, der aber bislang unzureichende Antworten diesbezüglich gegeben habe. Bund und Länder kämen bisweilen für ungefähr 55 Prozent der entstandenen Kosten auf. Der Rest sei bis zur Klärung den Kommunen auferlegt. Eine zeitnahe Lösung sei hier noch nicht abzusehen.

Auch Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Wilhelm berichtete über die Erfahrungen mit der Notunterkunft. Seine Ansprache fiel aus gutem Grund angenehm knapp aus: Es gebe schlicht kaum Nennenswertes zu berichten. Die angekündigten Präventivmaßnahmen seien allesamt eingehalten worden und beugten effektiv eventuellen Straftaten vor.

Als Vertreterinnen des Ehrenamts begrüßte Fachbereichsleiter Jürgen Venohr, Moderator des Abends, Karin Franken von der Pfarre St. Willibrord, Uta Hahn von der Diakonie und Eva Druschke von der Caritas. Mit Ali Mukhlef (Irak), Hanan Khateeb, Rihab Al-Joubori und ihrer Tochter Fatimah (alle aus Syrien) trugen dann noch Flüchtlinge ihre bewegenden Geschichten vor – auf Deutsch.

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