„Notturno“: Kammermusikalischer Hochgenuss

Von: ehg
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„Deutsche Klassiker und Romantiker“: Das Trio Campanula – mit Rebecca Grauer an der Violine, Mechthild Blumberger am Violoncello und Tomoko Yoneyana am Klavier – begeistert bei „Pius am Mittwoch“. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Da hatte der „Macher“ von „Pius am Mittwoch“, Hans-Günter Leuchter, mit „Deutsche Klassiker und Romantiker“ nicht zu viel versprochen. Denn trotz Sauwetters recht zahlreich erschienenen Konzertbesuchern wurde vom an der Ahornstraße gastierenden renommierten „Trio Campanula“ Kammermusik vom Feinsten geboten.

Technisch versiert setzten sich Rebecca Grauer (Violine), Mechtild Blumberger (Violoncello) und Tomoko Yoneyama (Klavier), hochkarätig musikalisch in Szene. Dargeboten wurden drei herausragende Preziosen der beiden Epochen.

Geigenunterricht mit drei Jahren

Rebecca Grauner erhielt ihren ersten Geigenunterricht in Boston mit drei Jahren. Nach Erlangung der allgemeinen Hochschulreife studierte sie unter anderem an der Robert Schumann-Hochschule in Düsseldorf und an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Besonders prägend war bei ihr das Studium an der University of Florida. Ihre künstlerische Reifeprüfung legte sie 2012 in Aachen. Während und nach ihrem Studium wirkte sie in mehreren Orchestern mit und gab Konzerte im In- und Ausland.

In einer Musikerfamilie wuchs Mechtild Blumberger in Bremen auf. Ihre frühe Begeisterung für das Cello mündete in ein Musikstudium in Aachen und Köln ein. In Meisterkursen vertiefte sie ihr Cellospiel weiter. Aufführungen mit der „Campanula“, einer auf historischen Vorlagen basierenden Weiterentwicklung des Celos, vermittelten ihr neue Klangerlebnis, wie auch an diesem Konzertabend in Pius X. geschehen.

Die in Japan geborene Pianistin Tomoko Yoneyama, die nicht das erste Mal in der Reihe „Pius am Mittwoch“ gastierte, studierte ihr Fach an der Musikhochschule in Detmold sowie in Berlin und Saarbrücken. Sie gewann mehrere Preise in verschiedenen Wettbewerben.

Und gab zahlreiche Klavierabende und Konzertveranstaltungen in zahlreichen europäischen Ländern bis in ihr Heimatland, nicht zuletzt spielte sie auch im Sinfonieorchester Aachen mit. Rundfunkaufnahmen entstanden für Anstalten in Deutschland, Niederlande und Japan. Sie spielte zahlreiche Uraufführungen ein. Als Professorin unterrichtete sie in ihrem Fach an der Musikhochschule des Saarlandes.

Ihr Virtuosität stellten die drei Musikerinnen zunächst bei den dargebotenen Fantasiestücken op. 88 von Robert Schumann. Die den vier Sätzen innewohnenden Stimmungen brachten sie gefühlvoll auf den Punkt, wobei sie voller Spielfreude Appetit auf mehr machten.

Ein erster kammermusikalischer Hochgenuss. Wunderbare Musik erklang, als das Trio das „Notturno“ von Franz Schubert, des zweiten Romatikers, intonierte. Die Konzertbesucher überschlugen sich bei ihrem Applaus vor Begeisterung.

Eines der für Hans-Günter Leuchter schönsten Kammermusikwerke stand nach der Pause auf dem Programm, das Klaviertrio Nr. 7 in B-Dur (Erzherzog) von Ludwig van Beethoven. In den vier Sätzen lebten sich die Meisterinnen ihres Faches so aus, dass die Begeisterung auf beiden Seiten kaum noch Grenzen kannte. Fürwahr: Leuchter hatte nicht zu viel versprochen!

Konzert am 29. März

Das nächste Konzert steht am 29. März, diesmal in der Kirche, auf dem Programm von „Pius am Mittwoch“. Der Figuralchor Aachen wird unter der Leitung von Kirsten Willnat-Blasig, abgestimmt auf die österliche Zeit, den Psalm Davids „Meine Seele dürstet nach Dir“ darbieten. Am Mittwoch, 26. April, folgt – wieder im Gemeindesaal – die Konzertlesung „Der kleine Prinz“ mit Annegret Heesen. Am 31. Mai gibt es in der Reihe ein Konzert „Rheinberger bis Reda – Vom Kaiserreich bis zur Stunde null“. Zu Gast sein wird der Madrigalchor Aachen.

Eine weitere Konzertlesung unter dem Titel „Don Quixote“ findet am 28. Juni statt. Ausführende werden Eva Weissenböck (Lesung) sowie Katharina Blasel (Violine) und Nina Schwartz (Gitarre) sein.

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