Nordkreiskommunen setzen auf solide Zinspolitik

Von: bea
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Nordkreis. Kredite in fremden Währungen aufzunehmen, galt einmal als „Geheimtipp“ unter vielen Kämmerern und Verwaltungschefs. Der Schweizer Franken kam für diese Zwecke besonders gefällig daher, seiner Stabilität und des niedrigen Kreditzinsniveaus wegen.

Doch so manche Stadtoberen hat jetzt der Schock ereilt, als die Schweizer Nationalbank die Bindung an den Euro aufgab. Die Folge: Der Euro rutschte ab, nicht nur Urlaube in und Konsumgüter aus dem Alpenländle ziehen preislich kräftig an, auch Franken-Kredite sind über Nacht um rund ein Drittel teurer geworden. Prominentestes Beispiel dürfte die Stadt Essen sein, die vor Jahren in Franken gezeichnete Kredite aufnahm und deren Schuldenberg auf dem Papier mit einem Mal um 75 Millionen Euro gewachsen ist. Mindestens 25 Kommunen in ganz NRW sollen betroffen sein von diesem plötzlichen finanziellen Debakel.

Gehören die Nordkreisstädte auch dazu? Eine Umfrage unserer Zeitung ergab zumindest in diesem Punkt Entwarnung. „Sämtliche Darlehensverträge wurden mit inländischen Banken und in inländischer Währung abgeschlossen“, teilt Michael Hafers, Kämmerer der Stadt Alsdorf, mit. Die Summe der Kreditverbindlichkeiten Alsdorfs hat zum Stichtag 31. Dezember 2014 130 Millionen Euro betragen. Davon waren 18,6 Millionen Euro Investitionskredite und der größte Teil, rund 111,4 Millionen Euro, sogenannte Kassenkredite.

Die Gesamtverschuldung der Stadt Baesweiler lag zum Jahresende bei etwa 18,3 Millionen Euro, von denen rund 5,8 Millionen Euro Kassenkredite sind, teilt Kämmerer Thomas Jansen mit und ergänzt: „Es sind keine Fremdwährungskredite in Baesweiler aufgenommen worden.“

Fremdwährungsgeschäfte hat auch die Stadt Herzogenrath nicht getätigt. Die langfristigen Verbindlichkeiten, so berichtet Kämmerer Markus Schlösser, belaufen sich auf 23,429 Millionen Euro, die Kassenkredite betragen etwa 37 Millionen Euro. Trotz verlockender Angebote, wie sie Kommunen immer wieder offeriert würden, setze Herzogenrath auf eine solide Kreditpolitik, ohne Aktiengeschäfte oder Ähnliches, bekräftigt Bürgermeister Christoph von den Driesch.

„Wir haben in Würselen noch nie Fremdwährungskredite in Anspruch genommen und sind somit nicht betroffen“, stellt auch Würselens oberster Finanzverwalter Ludwig Bremen kategorisch fest. Die Höhe der Investitionskredite betrugen in Würselen zum Jahresende rund 58,282 Millionen Euro. Der „Liquiditätsbestand“ lag bei -51,934 Millionen Euro, wie Bremen es formuliert.

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