Nora Tschirner liefert in Baesweiler Ausblicke auf neues Album

Von: Stefan Schaum
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Die Zuhörer tanzen erst zum Schluss mit: Nora Tschirner lieferte auch Ausblicke auf das kommende Album „Kein Abschied“. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Nach dem dritten Song zieht Nora Tschirner die Schuhe aus. Der Boden ist ihr zu glatt, doch sie will jetzt tanzen. Also geht es barfuß weiter. Was nicht heißt, dass die Schauspielerin ständig in die Bühnenmitte springt.

Im Gegenteil: Der Aufritt der Band „Prag“ im Baesweiler Gymnasium zeigt, dass die Frau aus dem Film „Keinohrhasen“ sich ganz gut zurücknehmen kann – und als Musikerin gar nicht mal schlecht ist.

Das Konzert ist das letzte im diesjährigen Reigen des Kulturfestivals X der Städteregion Aachen, die Stuhlreihen sind gut gefüllt. Das passt der Band nicht so richtig. Tschirner: „Zwischen bestuhlt und beschissen ist es oft nur eine Gratwanderung.“

Doch erst am Ende werden die Zuhörer mittanzen. Erst muss Tschirner selbst durch die Gänge fegen und wiederholt auffordern. „Jetzt hab’ ich die Faxen aber mal dicke: Alle aufstehen jetzt!“ Um freche Sprüche ist sie während des Abends nicht verlegen, doch meist spielt sie Gitarre und singt.

Mit einer Twang-Gitarre im Stil von Lee Hazlewood trägt sie zum Sound bei, der insgesamt ein wenig retro ist. Deutsch-Pop mit Einflüssen aus den Sixties, von Chanson und Country. Eine Mischung, die die insgesamt zehn Musiker – inklusive Trompete und Streicher – sehr geschmeidig vor einem Bühnenhintergrund aus Glitzerfäden präsentieren.

Die Köpfe der Band sind Sänger Erik Lautenschläger, Gitarrist Tom Krimi und eben Nora Tschirner – doch allzu verkopft kommen die Texte nicht rüber. Das hat hier und da sogar echte Mitsing-Qualitäten und ist angenehm eingängig. Der Gesang, den Tschirner beisteuert, ist vor allem raffiniert. Sicher ist sie keine Whitney Houston, doch die kleinen Melodiebögen, die sie da in einem leicht erweiterten Sprechgesang zieht, stehen ihr richtig gut.

Den Hit „Sophie Marceau“ gibt es bereits in der vorderen Hälfte des gut 90-minütigen Konzerts, am Ende folgen einige Ausblicke auf das kommende Album „Kein Abschied“.

Dazwischen gibt es viele Lacher, denn als ehemalige Moderatorin von MTV kennt Tschirner sich aus mit der Bespaßung des Publikums. Dass sie in einer Kleinstadt gelandet ist, amüsiert sie. „Wir kommen ja aus Berlin, da wird das nix mit dem Flughafen. Aber hier sind wir zum Glück an einem Ort, der gar keinen braucht.“ Die freche Art kommt an, lockert den Abend zwischendurch immer wieder auf. Das gibt Applaus. Aber nicht nur für die Tschirner. Denn das Konzert ist letztendlich das: eine feine Gesamtleistung.

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