Nightwash in Würselen: Rasant, manchmal derbe und sehr lustig

Von: Lars Odenkirchen
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Männliche Cheerleader: Moderator Knacki Deuser (l.) brachte erneut die Pink Poms mit nach Würselen. Foto: Lars Odenkirchen

Würselen. Es ist ein simples Konzept, das aber zu begeistern weiß. Man nehme einen Waschsalon, einen wortgewandten Moderator, junge Kabarettisten und Comedians sowie ein begeisterungsfähiges Publikum.

Das, was dabei raus kommt, nennt sich „Nightwash” und läuft als Fernsehsendung seit 10 Jahren erfolgreich im öffentlich rechtlichen Programm.

Noch mehr als auf der Mattscheibe weiß Nightwash allerdings live zu gefallen, und das nicht nur im Waschsalon: Zum mittlerweile dritten Mal gastierte das Erfolgsmodell um Moderator Klaus-Jürgen „Knacki” Deuser nun auf der Burg Wilhelmstein zum „Nightwash Summer Club.”

Dabei zeigte sich ein weiteres Mal, dass das Konzept der eigentlich intimen Show auch im großen Rahmen funktioniert, nicht zuletzt wegen des sowohl begeisterten als auch begeisternden Würselener Publikums, das den Nightwash-Künstlern einen tollen Empfang bereitete. So erlebten die Zuschauer in der ausverkauften Burg Wilhelmstein einen Abend, an dem auch den Künstlern die Spielfreude wirklich anzumerken war.

Dabei boten Deuser, sein Musikerkollege Alex Flucht und fünf weitere Künstler ein Programm, wie man es von Nightwash gewohnt ist: Rasant, manchmal derbe, nicht immer politisch korrekt und vor allem überaus belustigend. Dabei hätte der Moderator alleine wohl schon abendfüllende Unterhaltung bieten können, denn seine Sprüche und Witze zündeten ausnahmslos. Dass dabei eine gesunde Portion schwarzer Humor dazu gehört, versteht sich beinahe von selbst. Dabei blieben weder die Ölkatastrophe („BP hat gesagt, sie kommen für alle Schäden auf. Da frage ich mich doch: Warum konnte diese Insel nicht vor Griechenland stehen.”), noch die FDP („FDP heißt: Fernreisen durch Parteispenden”) oder die katholische Kirche („Das beliebteste Geschenk zur Kommunion: Pfefferspray”) verschont.

Zum Running Gag des Abends entwickelte sich schnell das kleinstädtische Erscheinungsbild Bardenbergs, denn als Carolin Kebekus über das Kölner Ghetto philosophierte, fiel ihr schnell auf: „Ghetto kennt ihr nicht. Ihr habt doch alle euren schönen Vorgärten hier, oder?” So wurde der Vorgarten schnell zum geflügelten Wort, dessen sich auch die übrigen Künstler, das Duo „Onkel Fisch”, Serhat Dogan und David Werker mit einigen Sticheleien bedienten.

Erfrischend war dabei auch die Abwechslung, die die verschiedenen Künstler ins Programm brachten: Onkel Fisch überzeugten mit kleinen Kabarettnummern und musikalischen Einlagen, wobei eine Hälfte des Duos zwischenzeitlich von der guten Stimmung des Publikums so angesteckt wurde, dass er selbst das Lachen kaum unterdrücken konnte. David Werker vergnügte hingegen mit Anekdoten aus dem Leben eines Siegener Germanistikstudenten, während Serhat Dogan, der 2005 nach Deutschland kam, sowohl manche deutsche Sitte als auch seine türkischen Landsleute aufs Korn nahm. Ein wenig derber ging es bei Carolin Kebekus zu: Hier blieb nicht jede Pointe über der Gürtellinie, zu gefallen wusste die Kölnerin vielen Zuschauern aber trotzdem.

Nachdem Deuser zwischenzeitlich schon einmal Männlichkeitsideale („Wir sind Männer. Wir essen keinen Honig, wir lutschen Bienen.”) thematisiert hatte, genoss das Publikum zum Abschluss noch einmal den Auftritt einer Herrengruppe der besonderen Art: Die Pink Poms, Europas erste männliche Cheerleader-Gruppe, beendete traditionsgemäß die knapp dreistündige Veranstaltung ebenso unterhaltsam, wie sie sie auch schon eingeleitet hatten. Was blieb, war ein Versprechen, welches das Publikum und die Künstler gleichermaßen begeistern dürfte: „Nächstes Jahr kommen wir wieder.”
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