Nordkreis - Nichtraucherschutz: Kaum noch Beschwerden über Gaststätten

Nichtraucherschutz: Kaum noch Beschwerden über Gaststätten

Von: Nina Leßenich
Letzte Aktualisierung:
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Raucher müssen draußen bleiben: Seit März 2013 darf in öffentlichen Einrichtungen in NRW nicht mehr geraucht werden. Foto: dpa

Nordkreis. Rund dreieinhalb Jahre nach Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes im März 2013 scheint man als Nichtraucher im Nordkreis gut aufgehoben zu sein – zumindest, wenn es nach der Einschätzung der Ordnungsämter in Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen geht.

Denn die mussten sich in diesem Jahr bisher kaum mit Beschwerden befassen – weder von Anwohnern, die über Krach von lärmenden Rauchern vor den Gaststätten klagen, noch von Nichtrauchern, die melden, dass in der ein oder anderen Gaststätte doch noch heimlich gequalmt wird.

„Wir haben kaum noch Beschwerden”, sagt etwa Frank Dohms vom Ordnungsamt in Alsdorf. Mit den meisten Gastwirten habe man sich über die Jahre arrangiert, viele hätten ihre Fläche nach hinten erweitert und beispielsweise Privatflächen im Garten überdacht, um so separate Raucherbereiche zu schaffen. Beschwerden von Anwohnern über Lärm vor den Gaststätten gebe es entsprechend kaum noch. „Wir sind inzwischen ziemlich beschwerdefrei”, sagt Dohms.

Hin und wieder komme es zwar noch vor, dass dem Ordnungsamt Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz gemeldet würden. „Die können wir in der Praxis aber kaum verwerten, weil es schwer ist, jemanden auf frischer Tat zu erwischen”, sagt Dohms. Daher gebe es auch keine gezielten Kontrollen mehr. „Sie können an einem Abend maximal ein bis zwei Lokale kontrollieren”, erklärt er. Danach riefen die Gastwirte sich gegenseitig an, um vor der Kontrolle zu warnen.

„Und dann erwischen Sie niemanden mehr, der raucht.” Dennoch gibt Dohms sich zufrieden mit der Situation in Alsdorf – lediglich zwei Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz habe das Ordnungsamt in Alsdorf in diesem Jahr gezählt.

Auch in Baesweiler gibt es inzwischen keine negativen Rückmeldungen mehr, wie Pierre Froesch, Leiter des Ordnungsamtes, berichtet. Auch im Sommer, als potentiell noch mehr Gäste vor den Lokalen geraucht hätten, habe es keine Beschwerden gegeben. „Anzeigen wegen Verstößen gegen das Gesetz haben wir auch keine mehr bekommen”, sagt Froesch. Das heiße aber natürlich nicht, dass zu 100 Prozent ausgeschlossen sei, dass in einzelnen Lokalen nicht trotzdem noch geraucht würde.

Anzeigen wegen Verstößen gegen das Nichtraucherschutzgesetz hat auch die Stadt Herzogenrath schon seit einer Weile keine mehr bekommen. „Es ist ziemlich verwunderlich, aber wir erhalten absolut keine Beschwerden mehr”, sagt Hartmut Fries vom Ordnungsamt Herzogenrath. „Nicht von Anwohnern und auch nicht von Mitbewerbern, die sich darüber beschweren, dass in anderen Lokalen doch noch geraucht wird.”

In Würselen hat sich die Situation in den vergangenen Jahren ebenfalls beruhigt. Die Menge der Beschwerden sei in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen, teilte die Pressestelle der Stadt Würselen auf Anfrage mit. Grundsätzlich habe es aber ohnehin nie mehr als zwei Beschwerden im Monat gegeben, aktuell seien es noch weniger.

Kontrollen – auch wiederkehrende – gebe es immer dann, wenn Anzeigen beim Ordnungsamt eingehen. Für flächendeckende Kontrollen aller Gaststätten in Würselen fehle aber leider das Personal. „Deswegen werden ausgewählte Betriebe nach vorheriger Anzeige meist im Rahmen der Abenddienste unserer Außendienstmitarbeiter kontrolliert”, sagt Miriam Ameri, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt.

Auch für die betroffenen Betriebe sei das Thema Nichtraucherschutzgesetz nicht mehr so brisant wie noch vor einigen Jahren, schätzt Thorsten Hellwig, Pressesprecher der Dehoga Nordrhein. „Wir sehen da inzwischen massive Gewöhnungseffekte”, sagt er. Dennoch sei der Leidensdruck der einzelnen Gaststätten natürlich unterschiedlich. Besonders Kneipen, in denen kaum Speisen angeboten werden, seien aus der wirtschaftlichen Wahrnehmung nach wie vor von dem Rauchverbot betroffen.

„Das Problem bleibt grundsätzlich also schon virulent”, sagt er. Bestrebungen von Gastwirten, sich gegen das Gesetz aufzulehnen, könne er inzwischen aber nicht mehr beobachten. „Der Zug ist inzwischen abgefahren”, sagt er. „Die meisten versuchen heute einfach, sich zu arrangieren.”

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