Nicht nur Hochbegabte stehen im Fokus

Von: Stefan Schaum
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Zertifiziert: Hanna Vock (IHVO
Zertifiziert: Hanna Vock (IHVO, 2.v.l.) hat Kita-Leiterin Heike Miethig (2.v.r.) die Urkunde überreicht. Die Leiterin der evangelischen Kita Mitte, Petra Krupp (l.), Jugendamtsmitarbeiter Manfred Schmidt und Pfarrerin Elisabeth Peltner gratulierten. Foto: Schaum

Alsdorf. Es geht gar nicht darum, die vermeintlich schlaueren, die hoch begabteren Kinder herauszupicken und in eine Elitegruppe zu packen. Es geht auch nicht darum, überehrgeizige Eltern in deren Drang zu unterstützen, aus dem Nachwuchs schon im Kindesalter einen Einstein, Picasso oder Mozart zu machen.

Was hinter dem Zertifikat des Institutes zur Förderung hoch begabter Vorschulkinder (IHVO) steckt, das die evangelische Kita Alsdorf-Ofden jüngst erhalten hat, sind ganz andere Dinge.

Dass das Zertifikat eine hohe Auszeichnung ist, weiß Kita-Leiterin Heike Miethig - schließlich ist ihr Haus das erste, das sich in der Region mit dem Titel „Integrativer Schwerpunktkindergarten für Hochbegabtenförderung” schmücken darf. Doch stellt sie klar: „Das ist eine Sache, von der alle Kinder in der Einrichtung profitieren.”

Zwar sollen hoch begabte Kinder erkannt werden, doch wird anschließend nicht mit diesen isoliert gearbeitet. Miethig: „Es wird immer wieder Kleingruppen zu bestimmten Projekten geben, in denen intensive Förderung stattfindet - aber diese Gruppen stehen grundsätzlich allen Kindern offen.” Daher der Begriff „integrativ”: „Nicht-hochbegabte Kinder können sehen, dass es Kinder gibt, die Dinge schnell begreifen und viel lernen möchten. Das kann ihnen auch helfen, den eigenen Lerneifer zu erhöhen”, sagte Hanna Vock, Leiterin des IHVO bei der Zertifikatsübergabe in Alsdorf.

Zwei Jahre lang hat sich Heike Miethig zur Fachkraft für Hochbegabtenförderung fortbilden lassen. Silke Gyimah aus ihrem Team durchläuft die Ausbildung aktuell. Auch Dorit Bastmann aus der evangelischen Kita Alsdorf-Mitte, mit der Ofden gemeinsam ein Familienzentrum bildet, ist solch eine angehende Fachkraft.

Deren Wissen soll nicht auf diese beiden Kitas beschränkt bleiben. „Auch die Kolleginnen in den übrigen Alsdorfer Kitas sollen beraten werden”, begrüßt Manfred Schmidt, stellvertretender Jugendamtsleiter, den Mehrwert der Ausbildung. „Das passt sehr gut in das funktionierende Netz und den Austausch der Alsdorfer Kindertagesstätten.”

Dass sich die Förderung auch in den Anmeldezahlen niederschlagen könnte, schließt Heike Miethig nicht aus. „Wir haben auch Anfragen von Eltern aus anderen Kommunen”, sagt sie, wobei die räumliche Kapazität derzeit keine Erweiterung der Aufnahmezahlen zulässt.

Für Eltern da sein will Heike Miethig als Beraterin in jedem Fall. „Ich biete Sprechstunden an, in denen Eltern sich einfach über ihr Kind auslassen können. Viele sehen sich öffentlich in eine Ecke gedrängt, wenn sie ihr Kind sehr fördern wollen. Es kann ihnen gut tun, bei mir einfach mal Begeisterung über ein tolles Kind auszudrücken.”
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