Nicht gegeneinander, sondern miteinander

Von: Karl Stüber
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Engagierte und programmatische Rede: Hans-Peter Thelen (l.) stimmte die Alsdorfer Genossen auf die vor ihnen liegenden Aufgaben ein. Foto: Stüber

Alsdorf. „Wenn wir pünktlich anfangen, können wir auch pünktlich Feierabend machen.” Detlef Loosz, als lang gedienter Gewerkschaftssekretär im Umgang mit Arbeitszeiten erfahren, will am Samstagvormittag die Zeit der Alsdorfer Genossen nicht zu sehr in Anspruch nehmen.

Der außerordentliche Parteitag in den Seminarräumen der Stadthalle geht unter Leitung von Friedhelm Krämer ordentlich über die Bühne. Das Drehbuch hat die Partei solide geschrieben. Keine Klappe muss beim Dreh ein zweites Mal fallen.

Hans-Peter Thelen wird mit 38 Ja-Stimmen bei einem Nein zum neuen Vorsitzenden der Alsdorfer SPD gewählt. Einen Gegenkandidaten hat er nicht. Stellvertretender Stadtpartei-Chef wird Hans-Rainer Steinbusch, Vorsitzender des Ortsvereins Schaufenberg. Auch er hat keinen Konkurrenten. Sein Wahlergebnis lautet: 35 Ja- bei 3 Nein-Stimmen, 1 ungültige. Hans Vorpeil, Ex-Landtagsabgeordneter, bekommt ein Geschenk.

Steinbusch Stellvertreter

Die Neuwahlen waren notwendig geworden, weil Detlef Loosz zuvor die Nachfolge von Gustl Rinkens als Fraktionsvorsitzender angetreten hatte und nicht beide Ämter in einer Hand liegen sollen. Steinbusch rückt in den Vorstand, weil Vorgänger Ralf Kahlen mittlerweile 1. Beigeordneter der Stadt ist und für alle Alsdorfer da sein soll. Vorpeil kriegt etwas, weil er Geburtstag hat.

Bürgermeister Alfred Sonders sagt, dass die SPD eine neue Spitze aufstellt, um enger „am Menschen zu sein”. Die Partei müsse noch offener für Menschen werden, „die nicht unbedingt das rote Parteibuch haben”.

Sonders´ Dank gilt Gustl Rinkens, der „das Ruder in der Fraktion aus der Hand gelegt hat”, aber über viele Jahre dafür sorgte, dass die Fraktion „ein geschlossenes Bild im Rat abgab”.

Auch Thelen lobt Rinkens über den grünen Klee - und hält vor seiner Wahl eine lange Rede. Das ist so abgesprochen. Detlef Loosz schaut dennoch schon mal auf die Uhr. Aber es fallen für die Delegierten unterm Strich keine Überstunden an. Denn Unterbezirksvorsitzender Martin Peters und Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers halten sich mit ihren Wortbeiträgen kurz.

Fünfeinhalb Seiten ist Thelens Rede lang - und die vielen Buchstaben sind klein. Dennoch kommt keine Langeweile auf. Immer wieder wird Beifall gezollt, der ehrlich klingt. „Mein Ziel heißt: In zehn Jahren wird Alsdorf der attraktivste Wirtschafts- und Wohnstandort im ehemaligen Kreis Aachen sein”, sagt Thelen. Das geht nicht ohne Hilfe möglichst vieler anderer.

Zu denen gehört Helmut Etschenberg. Der ist Städteregionsrat und in der CDU. Aber das ist für Thelen zweitrangig. Der Rote lobt den Schwarzen. Etschenberg habe sich „über Parteigrenzen hinweg beeindruckend für das Energeticon und für das Kultur- und Bildungszentrum eingesetzt”.

Thelen, dem wichtig ist, „keine Politik in Hinterzimmern (zu) machen”, ist ganz heiß: „Ich brenne darauf, mit der Alsdorfer SPD Kommunalpolitik für unsere Heimatstadt zu gestalten.” Er scheut sich aber nicht davor, heiße Eisen anzupacken. Wünschenswertes und Machbares passen nicht immer zusammen, hat er erkannt.

Zu der vor der Schließung stehenden Gerhart-Hauptmann-Hauptschule sagt er in Richtung Bürgerinitiative, die zum Erhalt der Schule lieber die Alsdorfer Burg verkauft sehen will: „Wenn sie ihr Interesse gegen ein anderes soziales Projekt ausspielt, tut sie ihrem Anliegen keinen Gefallen.” Gemeint ist die Arbeiterwohlfahrt, die in der Burg untergebracht ist.

„2014 eine Schippe drauflegen”

Nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten, ist Thelens Credo. Aber es darf dann schon noch was für die Partei dabei abfallen: „Wenn wir von uns selbst überzeugt sind, können wir auch andere überzeugen. Dann können wir bei der Kommunalwahl 2014 sogar noch eine Schippe drauflegen.”

Schon vorher soll der AG 60 plus neues Leben eingehaucht werden, wie aus Reihen der Parteimitglieder angemahnt wurde. Vielleicht wird ja die AG bald einen neuen Vorsitzenden haben, der die ergrauten Genossen mobilisiert. Thelen ist zwar 61, kommt aber nicht in Frage, weil er gerade erst ein anderes Amt übernommen hat.

Andere könnten es richten, wie am Ende der Versammlung offen unter den Delegierten gewitzelt wird. Friedhelm Krämer wird bald 60, wie er sagt. Gustl Rinkens, der beim Parteitag als oberster Stimmauszähler einmal mehr sein Organisationstalent unter Beweis stellte, hat die 60 erreicht...
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