Nordkreis - Nicht alle Spielplätze im Nordkreis sind sauber und ungefährlich

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Nicht alle Spielplätze im Nordkreis sind sauber und ungefährlich

Von: Katrin Fuhrmann
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Spielplätze, die ein Vorbild sind: Die Spiellandschaft im Grube-Adolf-Park in Merkstein. Foto: Markus Bienwald
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Spielplätze, die ein Vorbild sind: Der Spielplatz im Würselener Stadtgarten. Foto: Katrin Fuhrmann
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Spielplätze, die ein Vorbild sind: Der Spielplatz an der Alsdorfer Burg ist in einem sehr guten Zustand. Foto: Katrin Fuhrmann
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Der Volkspark in Baesweiler wurde vor kurzem saniert. Foto: Karl Stüber

Nordkreis. An Spielplätzen mangelt es im Nordkreis nicht. Alleine in Alsdorf gibt es 41 Spielplätze, in Baesweiler sind es 43 und in Würselen 35. Herzogenrath hat sogar 63 öffentliche Spiel- und zwölf Bolzplätze. Doch wer das Bild vom aufgeräumten, sauberen Spielplatz, auf dem Kinder mit ihren Freunden ausgelassen rutschen, schaukeln und toben können, im Kopf hat, wird enttäuscht, denn das ist längst nicht auf allen Plätzen in diesen vier Städten die Regel.

Doch, wer das Bild vom aufgeräumten, sauberen Spielplatz, auf dem Kinder mit ihren Freunden ausgelassen rutschen, schaukeln und toben können im Kopf hat, wird enttäuscht, denn das ist längst nicht auf allen Plätzen in diesen vier Städten die Regel. Im Gegenteil. Einige Spielgeräte sind marode, und manche Plätze bedürfen dringend einer Sanierung. Aber dafür haben die Kommunen oft kein Geld. Vonseiten der Stadt Herzogenrath heißt es, dass man sich zurzeit in der vorläufigen Haushaltsführung befinde und die Kommunalaufsicht daher keine Ersatzbeschaffungen von Spielgeräten genehmige. Dadurch gebe es einen Investitionsstau – zu Lasten der Kinder.

Ein anderes Problem ist die Sauberkeit, die auf vielen Spielplätzen zu wünschen übrig lässt. Einige Leser klagen über Zigarettenstummel, Hundekot und sogar Glasscherben auf vielen Spielplätzen. Der Spielplatz an der Jülicher Straße in Hoengen ist besonders vielen Eltern ein Dorn im Auge. Das Freizeitgelände war in der Vergangenheit immer wieder wegen Glasscherben im Sand und Unsauberkeit negativ aufgefallen.

Das gleiche Problem zeigt sich auch in Würselen: Dort bereiten gleich mehrere Spielplätze Sorgen – aus unterschiedlichen Gründen, wie Bernd Schaffrath, Pressesprecher der Stadt Würselen, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Zum einen, weil die Spielplätze oft durch Vandalismus beschädigt und verschmutzt werden, zum anderen, weil sie nicht mehr so genutzt werden, wie es früher einmal war.

Das sei vor allem dem demografischen Wandel geschuldet. Probleme, die die Städte kennen und an denen sie arbeiten. Die Jugendhilfeausschüsse beschäftigen sich immer wieder mit dem Thema. Im Haushalt der Stadt Baesweiler waren im vergangenen Jahr rund 56.000 Euro für die Instandsetzung, Pflege, Unterhaltung und Begrünung der Plätze vorgesehen – außerdem weitere 20.000 Euro für den Austausch oder die Neuausstattung von Spielgeräten. Hinzu kommt aber der nicht unerhebliche Aufwand für die Müllentsorgung, die laut der Stadt Baesweiler an vielen Spielplätzen immer wieder erforderlich sei.

Auch in Herzogenrath ist man sich des Problems bewusst, wie Bernd Krott, Leiter des städtischen Jugendamts, auf Anfrage mitteilt. Zwei Mitarbeiter seien täglich im Einsatz, um die Spielplätze auf Sauberkeit und Sicherheit zu überprüfen. Aber Krott sagt auch, dass es nicht möglich sei, rund um die Uhr die Spielplätze sauber zu halten. Und er weiß auch, dass sich häufig Jugendliche auf den Spielplätzen aufhalten. Die Kollegen der mobilen Jugendarbeit suchten deswegen oft das Gespräch mit den jungen Menschen und zeigten ihnen auf, dass es auch alternative Angebote gibt.

Aber man sei auch tolerant gegenüber den Jugendlichen, die sich vernünftig verhalten. In der Satzung heißt es, dass sich Kinder bis 14 Jahren auf den Spielplätzen aufhalten dürfen. „Wir vertreiben ältere Jugendliche aber nicht, weil wir wissen, dass es wenige Orte gibt, an denen sie sich versammeln können“, sagt Krott. Sie müssten sich aber an die Regeln halten und dürften die spielenden Kinder nicht behindern oder stören.

An der Alsdorfer Burg tummeln sich an schönen Sommertagen besonders viele Eltern mit ihren Kindern. Trotz voller Wiesen fällt aber auch dort auf: Nicht alle wissen, dass Müll in den Eimer und nicht auf den Boden gehört. Manche Eltern, so sagen sie auf Nachfrage, räumen den wilden Müll häufig selbst weg. Schließlich sollten die Kinder ohne Sorgen spielen können und mit ihren nackten Füßen nicht in Unrat treten müssen. „Der Spielplatz ist schön und es ist toll, dass hier bei schönem Wetter so viele Kinder zusammen spielen“, sagt eine Mutter, die mit ihren beiden Kindern oft auf dem Spielplatz ist.

Es zeigt sich also, dass es nicht nur negative Beispiele gibt. Außerdem findet nicht jeder Spielplatzbesucher wilden Müll gleich schlimm. „Es ist ja nicht so, dass Tonnen von Müll auf den Spielplätzen rumliegen“, sagt eine junge Mutter aus Herzogenrath, die mit ihrem Sohn auf vielen Spielplätzen im Nordkreis unterwegs ist. Ohnehin sind die meisten der 182 Spielplätze im Nordkreis in einem guten Zustand.

Die Spiellandschaft im Grube-Adolf-Park in Merkstein und der Spielplatz im Boventhal werden wegen ihrer besonderen Ausstattung und Lage beispielsweise besonders stark frequentiert. Um die Plätze in Schuss zu halten, stehen der Stadt Herzogenrath für Neu- und Ersatzbeschaffungen der Plätze laut Haushaltplan 25.000 Euro zur Verfügung.

In Baesweiler zählen der gerade mit Fördermitteln in der Innenstadt neu gestaltete Volkspark, der Wasserspielplatz und die Freizeitanlage am Carl-Alexander-Park zu den beliebtesten Spielplätzen der Stadt. In Würselen gehören der Kinderspielplatz Dürerstraße und der Spielplatz im Stadtgarten zu denen, die am häufigsten besucht werden. Für die Unterhaltung hat die Stadt Würselen im Finanzbudget 28.600 Euro und für Ersatz- und Neubeschaffungen von Spielgeräten weitere 30.000 Euro ausgewiesen.

Die Kommunen planen außerdem noch weitere Spielplätze. In Baesweiler wird zum Beispiel in Verbindung mit dem neu entstehenden Baugebiet Kloshaus in Richtung Alsdorf der Spielplatz „Im Brühl“ vergrößert und erneuert. Die Planung ist aber laut Stadt noch nicht abgeschlossen. Außerdem ist im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts geplant, den Wasserspielplatz zu erneuern und „attraktiver“ zu gestalten. In Herzogenrath sind im Neubaugebiet Dornkaul sowie an der Herrenstraße Spielplätze vorgesehen. Einzig in Würselen ist derzeit kein neuer Spielplatz in Planung.

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