Neuling Holger Deussen neuer König der St.-Sebastianus-Schützen

Von: ehg
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Neuer Schützenkönig beim Königsvogelschuss im Stadtgarten der St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft ist Holger Deussen, der erst im Januar in die Bruderschaft aufgenommen wurde. Foto: W.Sevenich

Würselen. Von Gewitter war keine Spur, als die St.-Sebastianus-Schützengesellschaft 1624 unter den Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ zum 390. Königsvogelschuss leicht verspätet – es musste erst noch der Volkskönigsvogel „erlegt“ werden – am Pfingstmontag im Stadtgarten aufmarschierte.

Am Ende mussten sich die Schützen mit ihrem neuen König, dem Newcomer Holger  Deussen, ins nahe Zelt retten, wo sich mittags 100 Schützen mit „Anhang“ und Freunden zum „Schmaus“ eingefunden hatten. Dort nahm Diakon Michael Lang die Segnung des Königssilbers vor und erbat den Segen Gottes für seinen Träger, der mit dem 102. Schuss unter Blitz und Donner im allerletzten Augenblick um 20 Uhr das Finale hatte für sich entscheiden können, zur eigenen Überraschung. Mit ihm als König wird auch in diesem Jahr auf Bissen ein Königsspiel aufgezogen werden.

Es war so heiß, dass die schattigen Plätze, die vor allem junge Familien mit ihren kleinen Kindern in Beschlag genommen hatten, Mangelware waren. Da wunderte es nicht, dass die Schaulustigen sich vermehrt erst zum frühen Abend hin im Stadtgarten einfanden. Ihn jedoch nach dem Motto „Rette sich wer kann!“ fluchtartig wieder verließen, als das Gewitter aufzog. „Feuer frei“ mit Schwarzpulver und Blei zum Königsvogelschuss gaben durch ihre Ehrenschüsse Bürgermeister Arno Nelles, Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers, die SPD-Städteregionsrat-Kandidatin Christiane Karl sowie Bezirksbundesmeister Hans-Josef Krings und die neue Volkskönigin Anita Deutz von den Bissener Fahnenschwenkern. Seine Aufwartung machte der Jubiläumskönig der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Weiden, Matthias Kroppenberg, mit General Klaus Ritzerfeld und Brudermeister Willi Reim.

Die Schützen rückten dem vom Kopf bis zum Schwanzende 1,20 Meter großen, von Kerstin Eason-Claessen dekorierten Gegner auf der Stange zu Leibe. Ende der zweiten Runde wurde kurz vor 19 Uhr die Waffe gewechselt. Immer noch mit von der Partie waren die beiden Senioren, der 82-jährige Sebastian Jagmann und der ehemalige Präsident, der 78-jährige Winand Speckgens. Aber auch der noch amtierende König Hans-Josef Bülles wollte es im Beisein seines Freundes Bodo Ziefle (Campagnatico) wissen.

Ordentlich räumte mit dem 80. Schuss Hans-Josef Mertens ab. Dennoch: König zu werden, blieb ihm auch 2014 verwehrt. Genauso wie dem Präsidenten der Gesellschaft, Hans-Peter Claessen, der zwar seine Treffsicherheit unter Beweis stellte, aber seit drei Jahrzehnten schon das Königssilber nicht in seinen Besitz bringen kann. Dagegen hatte Walter Tillmann die dritte „Krone“ fest im Visier. Den Weg frei für das Finale machte Dr. Horst-Josef Peltzer. Er versetzte dem Vogel einen derartigen Treffer, dass er sich mit dem rechten Flügel nach unten neigte.

Um 19.55 Uhr wurde die sechste Runde eingeläutet. Immer noch legte eine stattliche Zahl von ambitionierten Schützen die Donnerbüchse an. Während sich der Himmel von Aachen her mehr und mehr verfinsterte und die ersten Blitze Angst und Schrecken verbreiteten. Voll schlug der altgediente Schütze Georg Hohmann zu. Er wurde Ehrenkönig. Was er nicht geschafft hatte, besorgte nach ihm Holger Deussen. Er war im Januar erst in die Gesellschaft aufgenommen und erst wenige Tage zuvor „eingekleidet“ worden. Kommentar des Präsidenten: „Das ist nicht das erste Mal, dass ein Neuling ins Schwarze trifft!“ Die Gratulation war umso herzlicher. Von König zu König gratulierte Ulrich Geilenkirchen von den St.-Hubertus-Schützen Scherberg, der sich einen Tag zuvor einen Lebenswunsch erfüllt hatte. Fest steht: Der 390. Königsvogelschuss wird als spektakulär in die Annalen der Traditionsgesellschaft eingehen.

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