Nordkreis - Neujahrsumfrage: Optimismus statt Schwarzmalerei

Neujahrsumfrage: Optimismus statt Schwarzmalerei

Von: Ilona Rütten-Sieben
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Friseurmeister Christoph Ophoven bei der Arbeit: David (2) bekommt einen neuen Haarschnitt. Foto: Ilona Rütten-Sieben

Nordkreis. Die Wirtschaftskrise ist in aller Munde. Einzelhandel, Kleinbetriebe oder mittelständige Unternehmen im Nordkreis sehen das neue Jahr jedoch bei weitem nicht so negativ, wie es vielleicht zu erwarten wäre.

Am Freitag ging sein neues Unternehmen an den Start. Bernd Kuckelkorn hat die Firma BK CNC-Zerspanungstechnik GmbH in Baesweiler gegründet. Kein richtiger Neustart, denn Kuckelkorn führte bereits mit einem Partner einen Metallverarbeitungsbetrieb, doch es ist die erste eigene Firma, von der er sich jetzt viel erhofft.

Angst, dass das neue Jahr wohlmöglich einer schlechten wirtschaftlichen Lage entgegensteuert, hat er nicht: „Es wäre nicht gut, wenn wir Bedenken hätten, wo wir doch gerade erst anfangen”, meint Kuckelkorn. Der Kaufmännischer Leiter des neuen Betriebs, Ralph Meyer, blickt ebenfalls positiv in die Zukunft. „Wir fangen mit vier Mitarbeitern an und wollen innerhalb der ersten drei Jahre auf insgesamt zehn Arbeitsplätze aufstocken.”

Nicht in Panik verfallen

Martina Bruns, Juniorchefin der Konditorei Bruns in Baesweiler sieht es gelassen. „Ich hatte in diesem Jahr zur Weihnachtszeit den Eindruck, die Leute schöpfen nicht ganz so aus den Vollen, aber die Umsätze sind gleich geblieben.”

Auch in diesem Jahr werde sich daran nichts ändern, glaubt sie. „Brot und Brötchen, darauf verzichtet keiner gerne”. Allerdings: Über die „Wirtschaftskrise” sprechen, würden einige ihre Kunden: „Wer weiß, was kommt?”, hätte sie schon oft zu hören bekommen. Seit 53 Jahren ist die Konditorei mit Café an der Kirchstraße in Baesweiler ansässig, hat einen großen Anteil an Stammkunden.

Bis zu neun Mitarbeiter arbeiten dort. „Bei uns ist immer was los, wir verfallen nicht in Panik”, sieht Martina Bruns auch weiterhin positiv in die Zukunft.

Hans Gerd Mücher, Inhaber der gleichnamigen Elektro-Installations GmbH, sieht 2009 ebenfalls „nicht so negativ, wie es propagiert wird. Unsere Stammmannschaft von 30 Mitarbeitern ist bisher gut ausgelastet.” Elektro Mücher ist vorrangig für Firmen und die öffentlichen Hand in der Region tätig. 1925 wurde das mittelständige Unternehmen aufgebaut, seit 1975 ist der Sitz in Alsdorf. „Wir erhoffen uns sogar Zusatzaufträge, da es politisch gewollt ist, dass in Schulen mehr investiert wird” so Elektroinstallations-Meister Mücher.

Friseurmeister Christoph Ophoven hat erst im Dezember 2008 seine Geschäftsräume erweitert. „Meine Erwartungen an das neue Jahr sind entsprechend hoch”, erklärt der Chef der Haar Werk GbR in Würselen-Bardenberg. Eine Erweiterung, die trotz der Meldungen über Wirtschaftskrise und Folgen nach sieben Jahren Geschäftsbetrieb nicht verschoben werden konnte: Die Geschäftsräume nebenan standen leer, da musste Ophoven einfach zugreifen. Seit einem Monat beschäftigt er daher auch eine Festangestellte und eine Auszubildende mehr. „Bisher haben wir sehr gut zu tun. Vielleicht wird der ein oder andere 2009 die neuen Strähnchen oder den Haarschnitt etwas rauszögern”, das hält er durchaus für möglich.

Wandel wahrscheinlich

Buchhändlerin Julia Wolters arbeitet in der Alsdorfer Buchhandlung Thater. Sie sagt: „Das Buch als Geschenk wird in der Wertigkeit steigen und seinen Stellenwert wechseln.” Julia Wolters ist überzeugt, dass hochpreisige Artikel eher in der Käufergunst sinken. Und: „Es gibt Bücher, da stehen die Leute Schlange, egal wie teuer diese sind.” Schon jetzt gäbe es viele Vorbestellungen für Fortsetzungen, die erst in einigen Wochen erscheinen. Einen Wandel hält die erfahrene Buchhändlerin allerdings doch für wahrscheinlich: „Einige Leute werden warten, bis die günstigere Taschenbuchausgabe eines Buches herauskommt, bevor sie es kaufen.” Unterm Strich, meint sie, wird sich der Umsatz allerdings nicht ändern.

Investieren, um zu sparen

Rückläufige Umsatzzahlen gäbe es generell im Handwerk, da Herstellungs- und Materialkosten stetig steigen würden, meint Hans-Peter Bodem, Inhaber von „Fensterbau Bodem” in Würselen. Im neuen Jahr werde sich für Kleinbetriebe nicht viel ändern. Eine Chance sieht er allerdings in den drastisch steigenden Energiekosten. „Wenn diese so hoch sind, dann müssen die Leute etwas an ihren Fenstern und der Wärmedämmung tun, um letztendlich zu sparen”, sagt er. Auch eine Veränderung bei den Aufträgen hält der Handwerker für möglich: hin zu Reparaturen und der sonstigen Schreinerarbeit.
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