Würselen - Neujahrsempfang: Stolz, Potenziale und gute Absichten

Neujahrsempfang: Stolz, Potenziale und gute Absichten

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
11509852.jpg
Prost! Neujahrsempfang der Stadt Würselen mit Bürgermeister Arno Nelles. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Am zweiten Tag im neuen Jahr – so früh wie bisher noch nie – hat Bürgermeister Arno Nelles rund 300 Repräsentanten des gesellschaftlichen Lebens in der Aula an der Klosterstraße begrüßt, um mit ihnen auf ein gutes neues Jahr anzustoßen.

Mit den Worten des US-Präsidenten Barack Obama „Yes we can“ und der Bundeskanzlerin Angela Merkel „Wir schaffen das!“ appellierte er an seine Gäste, wie bisher weiterzumachen. Den Menschen in Not auch in 2016 Aufmerksamkeit zu schenken, dazu überbrachte außerdem eine Abordnung der Sternsinger St. Sebastian Segenswünsche.

Welche wichtigen Weichenstellungen der Rat in 2015 vorgenommen hat, skizzierte Nelles in kurzen Zügen. Zunächst rief er die – wenn auch erst im zweiten Anlauf – erfolgreiche Gründung der Gesamtschule in die Erinnerung. Bereits der erste Schultag habe gezeigt, dass ein hoch motiviertes pädagogisches Team und begeisterte Eltern für die über 100 Schüler beste Voraussetzungen bieten.

Zusammen mit der Städteregion, den Partnerstädten und viel Herzblut des Heilig-Geist-Gymnasiums sei zudem die Anbindung an den ÖPNV auf den Weg gebracht und damit die Zukunft der privaten Schule abgesichert worden. Nelles wörtlich: „Ohne das HGG wäre die Schullandschaft in unserer Region ärmer.“

Amerikanische Verhältnisse

Durch die flächendeckende Einführung des Ganztagsbetriebes gibt es im Sportbereich immer mehr Verknüpfungen, die zurzeit verstärkt als Überschneidungen empfunden würden. Es gehe darum, die Aktivitäten von Vereinen und Ganztagsschulen zusammenzubringen. Der Bürgermeister prognostizierte, „dass wir uns in einigen Jahren stark den Strukturen in den USA angeglichen haben werden, wo Amateurvereine häufig schulgebunden sind“. Und so plädierte er für eine Konzentration von Sportflächen in der Nähe von Schulen. Mit der Schaffung von Ersatzflächen neben dem Aquana könne der Startschuss zur Umsetzung einer solchen Vorgabe gegeben werden.

Mit dem Verlauf der Entwicklung des Singer-Geländes war Nelles unzufrieden: Man sollte dieses Unterfangen am besten in Eigenregie mit ortsnahen Partnern angehen. Nach wie vor stecke im Singer-Gelände viel Potenzial für die Innenstadt-Entwicklung.

Dann wandte sich Nelles der Entwicklung des Gewerbegebietes Merzbrück zu. „Mit ihm haben wir ein Filetstück in der gesamten Region“, betonte er. Schon seit langem bestehe eine hohe Bindung an Hoch- und Fachhochschule in Aachen. Diese auszubauen und weiterhin innovative Unternehmen anzuziehen, gelte es voran zu treiben. Mit der Städteregion und der Sparkasse Aachen wisse man zwei starke Partner an der Seite der Stadt. Die Stadt Aachen überlege derzeit, sich als Vierter im Bunde an der Entwicklung Merzbrücks zu beteiligen, was Nelles begrüßte.

Stolz war er auch darauf, „dass nach vielen Jahren 2016 wieder ein ausgeglichener Haushalt – ohne Steuererhöhungen – vorgelegt werden konnte“. Man werde sich bemühen, auch in 2017 ohne sie auskommen zu können. Investitionen müssten sein, sie müssten rentierlich sein und in die Zukunft der Stadt erfolgen. Wenn dies nicht immer erfolgen könne, liege in den seltensten Fällen „an der unseriösen Ausgabenwut der kommunalen Entscheidungsträger“. Wenn soziale Bindungen nicht mehr funktionierten, schlage sich dieses Übel in den steigenden Kosten der Jugendhilfe nieder.

Wenn Menschen in Würselen Asyl suchten und fänden, „kommen Hilfen aus Land, Bund und Europa oft erst, wenn wir vor Ort schon Lösungen gefunden haben. Kommunen sind vereinzelt zu Reparaturwerkstätten unserer Gesellschaft geworden.“ Auf die Integration, wie sie in Würselen gelebt wird, ist der Bürgermeister mächtig stolz. Als Beispiel nannte er Claudia Pütz. Sie sei mit den ersten Bewohnern der Unterkunft in Helleter Feldchen vor Ort gewesen und habe seither keinen Tag ausgelassen. Bei Menschen wie ihr bedankte er sich von ganzem Herzen.

Drei Asylsuchende rundeten den Empfang mit heimatlichen Klängen ab.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert