Neujahrsempfang in Baesweiler: Höhepunkte statt Haushaltslage

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
9195240.jpg
Zwei Würselener, ein Baesweiler Ehrenlöwe: Achim Großmann (l.) hat ihn, Martin Schulz beäugt die Auszeichnung interessiert. Überraschend hatte der Präsident des Europäischen Parlaments es zum Empfang geschafft, nachdem er zunächst die Teilnahme abgesagt hatte. Foto: Stefan Schaum
9195230.jpg
Fein eingerahmt: Die Blaskapelle Oidtweiler servierte beim Empfang viele bekannte Melodien. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. An dieser Stelle sollte es kein Gejammer geben, auch nicht auf hohem Niveau: Der kurze Hinweis darauf, trotz Haushaltsdefizit die Finanzen noch selber regeln zu können, war beim Neujahrsempfang der Stadt Baesweiler die einzige Bemerkung zur schlechter werdenden Kassenlage. Stattdessen servierte Bürgermeister Dr. Willi Linkens im Gymnasium vor gut 500 Besuchern vor allem Höhepunkte, Ausblicke und viel Wir-Gefühl.

Die abgeschlossene energetische Sanierung des Gymnasiums, das 25-jährige Bestehen des Internationalen Technologie- und Servicecenters, größere Neuansiedlungen im Gewerbegebiet, der Baubeginn am Feuerwehrturm – viele Beispiele für eine erfolgreiche Entwicklung hatte Linkens zur Hand. „Wir können gemeinsam auf ein gutes und ereignisreiches Jahr zurückblicken.“

Dicke Fragezeichen

An Herausforderungen mangelt es dennoch nicht, erwähnte Linkens ebenso. Dicke Fragezeichen stehen weiterhin hinter der seit Jahren geforderten Settericher Ortsumgehung L 50n, der erhofften Einrichtung einer Gesamtschul-Dependance im Gebäude der nicht mehr zu haltenden Hauptschule und einer Anbindung an die Euregiobahn.

So manches, das beim Neujahrsempfang eine besondere Erwähnung fand – etwa die im vergangenen Jahr fertig gestellte Ortsumgehung B 57n – trägt nicht zuletzt die Handschrift von Achim Großmann. Als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen habe Großmann vieles gefördert, „das den Strukturwandel in der Region und in unserer Stadt voran gebracht hat“, sagte Linkens. Zum Dank dafür gab es den Baesweiler Ehrenlöwen.

Verdient ist verdient, wie Linkens mit Blick auf die politische Couleur anmerkte: „Es hat Achim Großmann als SPD-Mitglied keine Überwindung gekostet, die ‚schwarze‘ Stadt Baesweiler zu unterstützen. Für unsere Kommune ist es stets wichtig gewesen, neben unserem engagierten Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Schmitz in ihm einen weiteren Fürsprecher zu haben.“ Und nun haben beide den Löwen, der beim Empfang bereits zum achten Mal überreicht wurde.

Als Mann mit Bodenhaftung und einem besonderen Engagement für das Soziale würdigte Linkens den 67-jährigen Würselener. Namentlich das von Großmann unterstützte Förderprogramm „Soziale Stadt“, in das 2009 auch der Bereich Setterich-Nord aufgenommen wurde.

Das Haus Setterich als Begegnungsstätte und Ort der Integration, bauliche Verbesserungen des Wohnumfeldes und die Neugestaltung der Hauptstraße – all das sei eben auch Achim Großmann zu verdanken, „dem unsere höchste Anerkennung gebührt“.

Viele Erinnerungen

Der Gelobte zeigte sich bewegt. „Sie sehen mich ehrlich gerührt. Wenn ich sehe, was durch das Programm Soziale Stadt geschaffen werden konnte, dann freut mich das schon sehr.“ Viele schöne Erinnerungen und angenehme Begegnungen verbinde er mit der Stadt. „Sie haben hier eine Gemeinschaft, um die viele andere Städte sie beneiden.“ Großmann demonstrierte profunde Ortskenntnis, erinnerte sich unter anderem an das Radballturnier „Schwarzer Diamant“ („Heute glaubt man ja, der Schwarze Diamant sei Willi Linkens“) und bedauerte es, es nur ein einziges Mal zur Kirmes der Oidtweiler Junggesellen geschafft zu haben.

„Aber an diesem Wochenende ist auch immer Kirmes bei uns in Würselen – und dann sind die Schlagbäume an der Stadtgrenze praktisch dicht.“ Es wird sicher andere Gelegenheiten geben. „Ich freue mich jedenfalls darauf, noch oft bei Ihnen zu Gast sein zu dürfen.“

Gut eine Stunde dauerte der offizielle Teil, den die Blaskapelle Oidtweiler musikalisch unter anderem mit einem Medley von Henry-Mancini-Melodien umrahmt hatte. Anschließend wurde angestoßen. Auf das Wir-Gefühl. Auf das Erreichte. Und auf das Kommende.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert