Neujahresempfang: Nelles dankt Rat und Bürgern

Von: ehg
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Das ist das Original: Die Medaille des Friedensnobelpreises konnte Martin Schulz (r.) beim Besuch auch Bürgermeister Arno Nelles zeigen.
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Viele Zuhörer: Im Ratssaal stimmten sich zahlreiche Gäste auf die Herausforderungen des neuen Jahres ein. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. „Segen bringen – Segen sein!“. Diesen Wunsch überbrachten Sternsinger der Pfarre St. Sebastian beim Neujahrsempfang der Stadt, zu dem Bürgermeister Arno Nelles in die Aula an der Klosterstraße eingeladen hatte.

Die Kinder stimmten nicht nur ihr Segenslied an, sondern mahnten auch die Politiker, Voraussetzungen zu schaffen, damit Würselen für die Not der Flüchtlinge, die aus aller Herren Länder in die Stadt kommen, offen werde. Mit dem Ehrengast, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, zeigten sie sich einig: „Alle Menschen brauchen ein Zuhause!“

Beim Bürgermeister rannten sie offene Türen ein. Er sagte: „Auch wenn wir zunehmend durch weiterhin zu knappen Wohnraum an unsere Grenzen stoßen und unsere finanziellen Möglichkeiten durch enorm steigende Kosten bei der Gesundheitsfürsorge für Flüchtlinge mehr als strapaziert werden, bekenne ich mich zu unserer Verantwortung, Menschen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie brauchten.“ Nelles ersuchte alle Bürger um Unterstützung, „sowohl bei der Bereitstellung weiteren Wohnraumes als auch bei deren Integration in unserer Stadt“.

Dank sagte der Bürgermeister den Menschen, „die auch 2013 mit dazu beigetragen haben, dass Würselen für viele eine lebens- und liebenswerte Stadt, nämlich unsere Heimstadt ist“. In seinen Dank schloss er auch die Ratsmitglieder ein. „Wir haben gemeinsam im zurückliegenden Jahr viele Dinge auf den Weg gebracht. Wir haben aber auch vieles zum Abschluss gebracht, was einen langen Weg benötigt hat.“ Stellvertretend nannte er die Fertigstellung der Verkehrsführung vor St. Sebastian und die Sanierung der Elmar Harren-Sporthalle. Mit Stolz erfüllt sei er darüber, dass beide Projekte bei der Bürgerschaft auf eine „äußerst positive Resonanz“ gestoßen seien.

Die Stadt sei „sehr gut aufgestellt“. Nicht zuletzt verfüge sie über eine „hervorragende Gewerbelandschaft mit Unternehmen, die Würselen weit über die Grenzen der Region positiv bekannt machen“. Im Sommer wurde die Werkstatt der Caritas-Behindertenwerk GmbH an der Honigmannstraße ihrer Bestimmung übergeben, im November nahm der Logistikriese DHL in einem neuen Verteilerzentrum am Aachener Kreuz seine Dienste auf und im Frühjahr stellte die Firma „GoalControl“ ihr neues Torlinien-Überwachungssystem vor. Nelles: „Im kommenden Sommer fährt ein Stück Würselen mit zur Fußball WM nach Brasilien.“

Die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEW) habe erneut eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Stadt als attraktiver Wohnstandort gespielt. „Königsgrube“ und „Kapellenfeldchen“ belegten, dass sich Würselen nach wie vor ungebrochener Beliebtheit erfreue. Weit schneller als in den kühnsten Träumen erwartet, sei die Vermarktung der beiden Großprojekte über die Bühne gegangen.

Zum wiederholten Male habe der Rat „in beispielloser Geschlossenheit“ einen genehmigungsfähigen Haushalt aufgestellt, „der uns endlich wieder eigenen Spielraum bietet“. Zwar seien die finanziellen Probleme der Stadt nicht gelöst, doch seien ihre Perspektiven deutlich besser geworden. „Wir können dem Ziel der Konsolidierung des Haushaltes in den nächsten Jahren einen deutlichen Schritt näher kommen.“ 2014 sollen auch Voraussetzungen geschaffen werden, die Schullandschaft nachhaltig zu verbessern.

Einzigartiges Projekt

„Europa ist ein einzigartiges Projekt in unserer Geschichte“, begrüßte Nelles den obersten Repräsentanten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz. Der hatte die Medaille zur Verleihung des Friedensnobelpreises (im Original) und die dazu gehörende Urkunde (in Kopie) in seine Heimatstadt Würselen „entführt“. In einer 35-minütigen fesselnden Rede rührte er die Werbetrommel für Europa. Zur Flüchtlingsproblematik sagte er: „Viele kommen nur zu uns, um bei uns ein Stück Schutz zu finden. Viele kehren auch wieder in ihre Heimat zurück.“ Sein Appell: „Lasst uns dazu beitragen, dass es keine Bürgerkriege mehr gibt, dann wird es auch keine Flüchtlinge mehr geben.“

Schulz erinnerte an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Die Zeit von 1914 bis 1989 charakterisierte er als ein Zeitalter der extremen Sichtweisen.“ Der Versailler Vertrag habe die ganze Welt radikalisiert, indem er die Schuld für den Krieg Deutschland allein zugeschrieben habe. Anders dagegen hätten die Siegermächte 1945 am Ende eines Krieges mit 55 Millionen Toten und sechs Millionen ermordeten Juden reagiert. „Europa reichte uns Deutschen die Hand, damit wir einen demokratischen Staat aufbauen konnten.“ Schulz ließ keinen Zweifel daran, dass Frieden in Europa jeden Tag neu erkämpft werden müsse. Deutschland mit seinen 82 Millionen Einwohnern und seinem enormen Reichtum trage eine große Verantwortung. „Die Kleinen müssen sich auf die Großen verlassen können“, zitierte er Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl. Mit Blick auf die Neuwahl des Europäischen Parlaments am 25. Mai sagte er: „Die EU ist das Beste, was uns passieren konnte.“ Da lohne es sich, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen.

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