Neues Sportzentrum am Aquana kostet 5,2 Millionen Euro

Von: Karl Stüber
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Die Ascheplätze des VfR Würselen sollen Platz für die neue Würselener Gesamtschule machen. Als Alternative soll nun ein Sportzentrum am Aquana geschaffen werden. Foto: Karl Stüber Foto: Karl Stüber

Würselen. Wagt die große Koalition aus SPD- und CDU-Fraktion gemeinsam mit der Stadtverwaltung endlich den Richtung weisenden Durchbruch beim lange anhaltenden Streit um moderne Sportstätten in Würselen? Vieles deutet darauf hin.

Am Anfang ging es nahe des Freizeitbades Aquana (Kauseneichsgasse) „nur“ um Überlegungen, Fußballtrainingsplätze zu ersetzen, die an der Krottstraße wegfallen. Dort soll die neue Gesamtschule errichtet werden. Dann wurde darüber diskutiert, ob dort nicht noch mehr Sportstätten entstehen könnten.

Nun geht es um ein in den Vorüberlegungen erneut kräftig gewachsenes Sportzentrum. Das könnte rund 5,2 Millionen Euro kosten, wie Dr. Markus Fischer, Geschäftsführer der Fachfirma für Sportstättenplanung Fischer Consult aus Rheinbach, den Zwischenstand im Sportausschuss skizzierte.

Noch ist es eine Studie. Aber SPD- und CDU-Sprecher machten deutlich, in diese Richtung nun zügig weiter marschieren zu wollen. Entschieden ist indes in diesem Punkt noch nichts. Auch ein weitergehendes Sportstättenkonzept, wie es – für ganz Würselen betrachtet – weitergehen soll, liegt noch nicht vor.

Fischer hatte bereits im März in Sachen Sportzentrum am Aquana vorgetragen. Da ging es schon um ein ansehnliches Sportzentrum hinter dem Aquana inklusive lang ersehnter Umlaufbahn für die Leichtathleten der DJK Armada – mit vier Bahnen. Zwischenzeitlich liefen Gespräche im Hintergrund. Der Abklärungsprozess kumulierte Ende Mai in einer großen Runde mit Verwaltungsmitarbeitern und Vertretern aller Fraktionen, wie SPD-Stadtverordneter Winfried Hahn sagte.

Auf Stimmen aus Reihen der Rasensport (Fußball) betreibenden Vereine – so zuletzt in Briefform seitens Teutonia Weiden und Jugendförderverein Broichweiden, die auf die Umwandlung von vorhandenen Rasen- in Kunstrasenplätze setzen – reagierte Hahn mit Unverständnis. „Es war immer auch Thema, dass Plätze werden wegfallen müssen!“

Auch das von der FDP-Fraktion vorgelegte eigene Sportstättenkonzept, das im Kern den Vereinen anstelle der Rasenplätze am jeweiligen Standort moderne Kunstrasenplätze bescheren soll (wir berichteten), traf im Sportausschuss bei der großen Koalition auf Ablehnung.

FDP-Fraktionschef Hans Carduck unterlag bei der Abstimmung mit seinem Vorschlag, dass der Sportausschuss erst einmal darauf verzichtet, die Verwaltung mit der konkreten Ausbauplanung für ein Sportzentrum zu beauftragen, die Kosten darzustellen und einen Finanzierungsvorschlag zu unterbreiten. Auf Antrag der CDU-Fraktion war die Sportausschusssitzung extra unterbrochen worden, um sich im Lichte des Vorstoßes der FDP mit Koalitionspartner SPD abzustimmen.

Carduck wollte, dass das von der FDP vorgelegte Konzept bis zur nächsten Ratssitzung am 4. Juli geprüft und dann erst entschieden werde. Daraus wird nichts. Carduck zürnte: „Wir errichten eine Sportanlage – und keiner der Vereine will das! Die Vereine wollen vielmehr die Umwandlung ihrer Plätze in moderne Anlagen.“ Grüne und UWG äußerten ebenfalls ihre Ablehnung.

Was am Aquana entstehen soll, trug Sportstättenplaner Fischer nebst zu erwartendem Kostenrahmen detailliert vor. Variante 1 hatte schon zwei Kunstrasenplätze, eine Umlaufbahn für Leichtathleten nebst innenliegendem Spielfeld (Naturrasen) sowie Parkplätze vorgesehen. Die Kosten hierfür werden auf 3,4 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu soll noch ein Umkleidegebäude inklusive Duschen, Materialräumen und Gesellschaftsraum für etwa 1,4 Millionen Euro kommen.

Sportstättenplaner Fischer „kramte“ für Variante 2 wunschgemäß die Anordnung der einzelnen Komponenten auf der zur Verfügung stehenden Fläche kräftig um. So wurden großer und kleiner Kunstrasenplatz getauscht. Die Umlaufbahn wurde von vier auf sechs Bahnen (Typ C) erweitert.

Das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit für Veranstaltungen der Leichtathleten erheblich. Zudem sind nun zusätzlich Tribünen an Kampfbahn und Kunstrasenplätzen vorgesehen. Da hierdurch mit mehr Zuschauern zu rechnen ist, müssen auch die Stellplätze aufgestockt werden – von 130 auf 200. Noch zu klären ist, ob dies mit Flächen am Aquana teilweise verrechnet werden kann. Anstelle einer Beachvolleyballanlage soll es nun ein Kleinspielfeld sein.

Möglichen Mehraufwand für das ordnungsgemäße Versickern von Regenwasser bezifferte Fischer auf bis zu 40 000 Euro. Diese Summe könne in der Gesamtinvestition durch Verschiebungen untergebracht werden. Unterm Strich würde die Sportstätte um 400.000 Euro teurer werden, also 3,8 Millionen Euro kosten – plus 1,4 Millionen Euro für das Umkleidegebäude. Summa summarum 5,2 Millionen Euro. Mit Blick auf die Erfahrungen bei Planung und Realisierung von Sportstätten resümierte Fischer auf Nachfrage: „Wir sind relativ sicher, zu diesen Kosten die Anlage errichten zu können.“

Geprüft wurde auch die etappenweise Realisierung der Komponenten des geplanten Sportzentrums am Aquana. Fischer sprach von fünf bis zehn Prozent Mehrkosten, da auf diese Weise kostensparende Synergieeffekte (bei Einrichtung und Betrieb der Baustelle) verloren gehen würden.

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