Neues Quartiersbüro soll es richten

Von: Margret Nußbaum
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Ein Lichtblick gleich neben dem leer stehenden, maroden Gebäude auf der Kirchstraße: Mittlerweile haben sich hier Einzelhändler mit Boutiquen und einem Nagelstudio niedergelassen. Foto: Margret Nußbaum

Baesweiler. Innenstädte leben von ihren Geschäften. Doch der Einzelhandel hat es zunehmend schwerer. Kunden kaufen heute bequem und schnell im Internet. Die Folge: Immer mehr Ladenlokale schließen. Bei einem Bummel durch Baesweilers ehemals belebte Einkaufsmeile – vom Reyplatz bis zum Ende der Kirchstraße – ist der Leerstand nicht zu übersehen.

Immer mehr Schaufensterfronten sind mit weißem Papier beklebt. Dies beklagen auch Bürgermeister Dr. Willi Linkens (CDU) und Dirk Pfeifferling, Geschäftsführer des Internationalen Technologie- und Service-Centers its Baesweiler.

Höhe der Miete ein Problem

Der Besitzer des Gebäudes an der Kückstraße, in dem vor Jahren der Discounter Lidl und später ein 1-Euro-Laden angesiedelt waren, hüllt sich über den Eröffnungstermin in Schweigen, der ursprünglich auf September 2016 festgelegt war. Unsere Zeitung berichtete. Immerhin: „Bauanträge wurden mittlerweile gestellt. Es scheint sich hier bald etwas zu tun“, erklärt Pfeifferling. Ebenfalls brach liegt das Ladenlokal an der Kirchstraße, das bis vor Jahren noch ein Lampengeschäft beherbergte.

„Wir bemühen uns redlich. Aber solange sich die Besitzer der Immobilien und die Mieter, die dort gern ein Geschäft eröffnen möchten, nicht einig werden, sind uns als Kommune die Hände gebunden“, erklärt Linkens. Die Häuserfront bietet alles andere als einen erfreulichen Anblick. „Ein Katastrophenbereich“, sagt Gabriela Sieberichs, Vorsitzende des Baesweiler Gewerbeverbands, treffend.

Auch sie sieht die Schwierigkeiten, die es zuweilen mit den Besitzern von Immobilien gibt. „Da können wir als Stadt und als Gewerbeverband nichts ausrichten.“ Immerhin: „Baesweiler verzeichnet unter den Städten im Nordkreis die wenigsten Leerstände“, räumt der Bürgermeister ein. Doch er verschließt keineswegs die Augen vor der Realität: „Wir können keinem Vermieter vorschreiben, in welcher Höhe er Miete für ein Ladenlokal erhebt. Das ist Privatsache.“

Doch es tut sich was in Baesweilers City, vor allem in der Kirchstraße. In einer leerstehenden ehemaligen Bäckerei haben sich zwei neue Ladenlokale angesiedelt – ein Nagelstudio und eine Mode-Boutique. „Auf jeden Fall eine attraktive Lösung und besser, als hier ein weiteres Pflege-Beratungsbüro anzusiedeln“, findet Sieberichs. Das große Ladenlokal an der Kirchstraße, das Damenmode der Marke Street One verkauft, räumt komplett um und eröffnet in Kürze in neuem Outfit.

Auch die Alte Post am „Bushof“, In der Schaf, wird städtebaulich aufgewertet. „Nach den Sommerferien wird es hier noch mal eine Bürgerbeteiligung geben“, sagt Linkens. Pfeifferling setzt auf das neue Quartiersbüro und den Konzeptladen in der Kückstraße. „Hier können wir schnell und individuell beraten und helfen, Ideen zu verwirklichen“, sagt er. An der Ecke Kück-/Löffelstraße wird sich bald etwas tun. „Hier gibt es zwei Interessenten – Einzelhändler, keine Filialisten“, sagt Pfeifferling. Das lässt auf einen guten Übergang zwischen Kück- und Kirchstraße hoffen.

Bleibt die Kückstraße für den Einzelhandel ein Sorgenkind? „Nein, aber wir müssen viel Kreativität entfalten und innovative Ideen entwickeln“, sagt Sieberichs. Für leerstehende Ladenlokale wünscht sie sich eine ansprechendere Ausgestaltung der Fenster. Hier könnten Einzelhändler Flächen für die weiterführende Präsentation ihrer Waren nutzen – vorausgesetzt, die Mieten wären bezahlbar.

„Eine gute Möglichkeit: Schaufenster mit einer Folie überkleben, die individuell gestaltet werden kann, etwa mit Produkten von Einzelhändlern oder einem einladenden Blick in ein künftiges Ladenlokal mit der Überschrift ‚Das könnte Ihr Laden sein!‘“, blickt Sieberichs in die Zukunft.

Ein Lichtblick für die rührige Gewerbeverbands-Vorsitzende ist das Quartiersbüro. „Hier wird vermittelt, beraten und unterstützt“, sagt sie. Vielleicht könnte dann in Zukunft aus der Kückstraße werden, was sie jetzt schon ansatzweise ist: ein Viertel für innovatives Handwerk mit Verkaufsfläche. Sehr positive Beispiele gibt es, etwa eine Hutmacherin und einen Orthopädie-Schuhmachermeister.

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