Neues Qualifizierungsangebot für Tagespflegepersonen

Von: apa
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Sie sind gerne draußen: Tagesmutter Joanna Güttner verbringt mit ihren Kleinen zu jeder Jahreszeit viel Zeit im Garten. Foto: apa

Alsdorf. Was dem einen sein Garten, ist dem anderen sein Wald. „Ich hab‘ hier im Grunde einen richtig schicken Waldkindergarten“, sagt Joanna Güttner und deutet weit hinein in das große Außengelände hinter ihrem Haus.

Ein hölzernes Spielhaus gibt es dort, einen Sandkasten, viele Buddelsachen und ganz einfach das: eine Menge Natur! Fünf Knirpse gibt es auch, die das zu jeder Jahreszeit genießen können, denn Joanna Güttner ist ihre Tagesmutter. Eine von 26, die derzeit in Alsdorf Betreuungsplätze anbieten. Seit fünf Jahren betreut sie Kinder daheim in Alsdorf-Ost, „und ich genieße jede Minute davon. Der intensive Kontakt mit den Kleinen und den Eltern ist einfach etwas ganz Besonderes.“

Meist ist sie draußen im Freien und geht mit den Kindern auf Entdeckungstour im eigenen Garten. Matschhosen und Gummistiefel sind bei ihr quasi Pflichtprogramm. Doch auch ihr Wohnzimmer ist so gestaltet, dass Kinder dort frühstücken, sich wohlfühlen und gefahrlos spielen können. Alles ist auf die Kleinen ausgerichtet – ein kleiner Kindergarten im privaten Heim sozusagen.

Jenny Blinn schätzt das sehr. Die 35-jährige Mutter lässt ihren 21 Monate alten Louis seit wenigen Tagen von Joanna Güttner betreuen, noch läuft die so genannte Eingewöhnungsphase. Doch es sieht ganz so aus, als ob Louis schon jetzt richtig Gefallen an der Tagesmutter und seinen vier neuen Spielkameraden gefunden hat. „Für mich und ihn ist das super“, sagt Jenny Blinn. „Die Gruppe hier ist viel kleiner als in einer Kita, das ist richtig familiär.“ Und flexibler.

Wenn Mama ihren Kleinen mal ein paar Minuten später als gewohnt abholen kann, reicht in der Regel ein kurzer Anruf. „Ich schau‘ da nicht auf die Uhr“, sagt Joanna Güttner. So ist die Kindertagespflege ist eine gute Alternative zur Kindertageseinrichtung insbesondere für kleine Kinder.

Der familiäre Rahmen bietet vielfältige Lern- und Bildungsmöglichkeiten und bereitet Kinder optimal auf den Übergang in die Kita vor. Bis er drei Jahre alt ist, wird Louis bei der Tagesmutter bleiben. Eltern, die ihr Kind von einer Tagespflegeperson betreuen lassen, zahlen bis zum dritten Lebensjahr exakt die gleichen Beiträge, die für einen Platz in einer Kindertagesstätte erhoben würden.

Anschließend sollte jedes Kind einen Platz in einer Kita haben. Seit 2009 bildet die Stadt Alsdorf in Kooperation mit der AWO service GmbH Tagespflegemütter aus. In den Jahren davor wurden Tagespflegepersonen in Kooperation mit anderen Jugendämtern auch schon am Helene Weber Haus ausgebildet.

Tagesväter sind ebenfalls durchaus willkommen – aber eher rar gesät. In einem neuen Qualifizierungskurs können sich bald weitere Interessierte auf diese anspruchsvolle Aufgabe vorbereiten. Wurde bislang eine 160 Stunden umfassende Qualifizierung nach dem Deutschen-Jugendinstitut-Curicculum angeboten, wird es künftig ein 300 Unterrichtseinheiten umfassender Kurs nach dem neuen „Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch“ (QHB) sein.

„Das trägt den gewachsenen Anforderungen an Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren Rechnung und bietet die Möglichkeit, sich grundlegend und kompetenzorientiert für die Tätigkeit zu qualifizieren“, sagt Ruth Classen, Fachberaterin im Alsdorfer Rathaus. Die ersten 160 Einheiten sind tätigkeitsvorbereitend, die weiteren berufsbegleitend, das heißt: während bereits eine Betreuung von Kindern möglich ist.

Ein 80-stündiges Praktikum – je zur Hälfte in einer Kita und bei einer Tagesmutter – gehört zum tätigkeitsvorbereitenden Teil. Im Februar beginnt erstmals die QHB-Qualifizierung, die komplett am Freitag, 16. Dezember, abgeschlossen sein wird. Anerkannt ist diese Qualifizierung bundesweit, die Kosten für die Ausbildung trägt die Stadt Alsdorf.

Ein erhobener Eigenanteil von 150 Euro wird nach erfolgreicher Teilnahme und der Vermittlung des ersten Tagespflegekindes zurückerstattet. Voraussetzungen für die Teilnahme sind gute Deutschkenntnisse, ein Schulabschluss und grundlegende persönliche Kompetenzen für den Erhalt einer Pflegeerlaubnis.

Interessierte können sich bei der Fachberaterin Ruth Classen unter Telefon 02404/50423 sowie bei der Koordinatorin der AWO, Traudi Kaspar, unter Telfon 02451/9159724 informieren.

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