Kohlscheid - Neues Projekt im Jugendtreff im Kohlscheider Bürgerhaus

Neues Projekt im Jugendtreff im Kohlscheider Bürgerhaus

Von: Andrea Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Billardspielen ist eines der Angebote des Jugendcafs, mit dem die Initiatoren (v.r.) Bernd Krott, Birgit Froese-Kindermann, Anne Fink, Ramona Krampe und Christian Stankewitz Jugendliche mit und ohne Behinderung gleichermaßen zu begeistern hoffen. Foto: Andrea Thomas

Kohlscheid. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass in einem Jugendtreff alle Jugendlichen willkommen sind - egal welcher Nationalität, ob mit oder ohne Behinderung. Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung beziehungsweise ihren Eltern sei das aber oft gar nicht so bewusst, erklärt Christian Stankewitz vom Jugendtreff im Kohlscheider Bürgerhaus.

Dabei sind gerade die Räume an der Oststraße optimal auch für Menschen mit Rollstuhl oder Gehbehinderung, da bis auf wenige Räume im Obergeschoss barrierefrei. „Das ist kein Problem, das Leben spielt sich eh unten ab und da kommt man überall hin. Die Türen sind breit und die Toiletten sind behindertengerecht.”

Gemeinsam mit dem Jugendamt und dem Behindertenforum hat der Kohlscheider Jugendtreff nun ein Projekt entwickelt, um das bekannter zu machen, Hemmschwellen abzubauen und behinderte junge Leute verstärkt in die Einrichtung zu locken.

Ab dem 1. Februar wird beim Offenen Treff am Sonntagnachmittag neben den normalen Betreuern mit Ramona Krampe zusätzlich eine ausgebildete Heilpädagogin da sein.

„Ich will Hemmschwellen auf beiden Seiten abbauen, sie miteinander in Dialog bringen und den behinderten Kindern und Jugendlichen assistieren, damit sie sich wohlfühlen und an allen Aktivitäten teilhaben können.”

Denn: „Eigentlich haben Jugendliche - egal ob mit oder ohne Behinderung - die gleichen Probleme: Freundschaft, Beziehung, Erwachsenwerden”, beschreibt sie ihr Aufgabenfeld. Ob sie langfristig dabei bleiben müsse, werde man sehen.

Anne Fink, Vorsitzende des Behindertenforums, ist froh, Ramona Krampe für diese Aufgabe gewonnen zu haben. „Gerade am Anfang ist es für die Eltern wichtig zu wissen, dass da jemand ist, der sich auskennt.”

Solcherlei Bedenken der Eltern nimmt man auch von Seiten der Stadt ernst, wie Jugenddezernentin Birgit Froese-Kindermann und Jugendamtsleiter Bernd Krott betonen.

„Es kommen auch jetzt schon vereinzelt Kinder mit Behinderung zu den einzelnen Angeboten. Daran wollen wir nun sonntags in geschütztem Rahmen anknüpfen”, so Krott. Langfristig sei vorstellbar, ähnliche Angebote auch in den anderen Jugendtreffs zu unterstützen.

Anne Fink hofft, mit dem Angebot viele junge Leute anzusprechen, die sonst allein zuhause sitzen würden. Es gebe zwar auch spezielle Angebot für Behinderte, doch blieben sie dort meist unter sich. Außerdem ist der Jugendtreff ortsnah gelegen und für viele auch ohne Fahrdienst zu erreichen.

Im Jugendtreff werden die behinderten Kinder und Jugendlichen neugierig und offen erwartet, so Stankewitz. Eine Umfrage unter den Besuchern habe dies ergeben.

Ein besonderes Programm an den Sonntagnachmittagen soll es indes nicht geben, das Angebot von Kochen über Billardspielen bis zur Playstation wird beibehalten. Auf die Wünsche und Möglichkeiten der neuen Besucher soll aber auf jeden Fall reagiert werden.

Beim Auftakt am 1. Februar sind die neuen Gäste mit ihren Eltern bereits eine Stunde früher eingeladen, sich den Jugendtreff anzuschauen und mit dem Team ins Gespräch zu kommen. Mit den Jugendlichen selbst soll dann später gemeinsam gekocht werden. „Das macht Spaß und schafft schnell Gemeinschaft, wenn nachher alle gemeinsam essen”, weiß Christian Stankewitz.

Gemeinsam mit Ramona Krampe hofft er nun auf viele neugierige und mutige Besucher, damit es bald selbstverständlich wird, in den Jugendtreff zu kommen. Egal ob mit dem Rolli oder zu Fuß.
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