Neues Leben zieht in altes Gemäuer ein

Von: Andrea Thomas
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Es zieht wieder Leben ein: Diese alte Villa wird zum Kunst-, Kultur- und Wirtschaftszentrum. Foto: Thomas

Herzogenrath. In die ehemalige Direktoren-Villa neben dem EBV-Hauptverwaltungsgebäude in Kohlscheid zieht wieder Leben ein. Nach vielen Jahren Leerstand und den im Sande verlaufenen Plänen, hier eine freie christliche Schule zu eröffnen, öffnet in Kürze in dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude das „Kunst-, Kultur- und Wirtschaftszentrum Herzogenrath”.

Unter einem Dach entstehen hier Atelierräume für Künstler und Büroräume für Freiberufler und Kleinunternehmer, Tagungs- und Schulungsräume, Ausstellungsfläche sowie ein Laden für Künstlerbedarf. Hinter der privaten Initiative stehen die Künstlerin Svitlana Bilash und ihr Mann Hartmut Dammer.

Eigentlich nur Atelier gesucht

„Angefangen hat alles ganz klein mit der Suche nach einem neuen Atelier für meine Frau”, erzählt Hartmut Dammer. Dabei seien sie auch auf das ehemalige EBV-Hauptverwaltungsgebäude in Kohlscheid aufmerksam geworden.

Die erste Idee war, einen Teil davon zu mieten, um dort ein Kunstzentrum mit Ateliers, Geschäft für Künstlerbedarf und Tagungsräumen unterzubringen, mit „allem, was bildende Kunst betrifft”, wie Hartmut Dammer es umschreibt.

Da die Hauptverwaltung für den Start jedoch etwas groß erschien, nahmen er und seine Frau das Angebot, in die benachbarte Villa zu ziehen, seitens der Immobilienverwaltung gerne an, die die Interessen des privaten Eigentümers, der ungenannt bleiben will, vertritt. Läuft das Zentrum gut, ist „Hineinwachsen” in das große Nachbarhaus denkbar.

Mit vier Ausstellungsräumen

Doch zunächst steht der Start in der historischen Villa von 1907 kurz bevor. Ein Teil der Räume hat bereits Nutzer gefunden, in gut vier Wochen soll das Haus bezugsfertig sein. Neben insgesamt 14 Ateliers zwischen 20 und 40 Quadratmetern sieht das Raumkonzept noch Bürofläche insbesondere für Freiberufler oder Kleinunternehmer vor.

„Hier könnte sich jemand ansiedeln, der sich mit EDV selbständig macht, ein Versicherungsbüro oder ein Rechtsanwalt”, erläutert Hartmut Dammer. Ziel ist es, Kunst und Wirtschaft zu vernetzen, hier Brücken zu bauen, denn auch Kunst und Kultur dürfe den kommerziellen Aspekt nicht aus den Augen verlieren.

„Wir wollen da auch beratend tätig sein und Künstler unterstützen.” Allen Mietern sowie Veranstaltern von Kursen, Schulungen, Tagungen und Konferenzen stehen im Haus zwei Schulungsräume und ein Konferenzraum zur Verfügung.

Außerdem wird es im Erdgeschoss vier aneinander grenzende Ausstellungsräume geben, die jedem der hauseigenen Künstler einmal im Jahr kostenlos für zwei Wochen zur Verfügung stehen sollen. Auch das, so Hartmut Dammer, eine Option, die Künstler in ihrer Arbeit und der Vermarktung ihrer Werke unterstützen soll. Abgerundet wird das Raumangebot von gemeinsam zu nutzenden Küchenräumen sowie dem Geschäft im Erdgeschoss, das im November eröffnen soll.

Weiterer Pluspunkt ist die optimale Verkehrsanbindung: „Hinter dem Haus der Bahnhof, vorne die Busverbindung, und wer mit dem Auto kommt, hat reichlich Platz zum Parken”, fasst er zusammen. Dazu gebe es hinter der Villa noch den schönen Park, der sich im Frühjahr und Sommer für Malkurse anbiete.

Bei der Stadt Herzogenrath ist man dem Projekt gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. „Wir sind für jede Entwicklung in diesem Bereich dankbar und werden das Projekt konstruktiv kritisch begleiten”, erklärte Bürgermeister Christoph von den Driesch auf Nachfrage.

In der kommenden Woche sei ein Gespräch mit den Initiatoren geplant, bei dem er sich selbst ein Bild von deren Konzept machen wolle. Die EBV-Gebäude seien eine Herausforderung für Projektplaner, weshalb er gespannt sei, was hier entstehen soll.

Vor Ort einmal umschauen

Wer neugierig ist, was sich in der alten Villa tut, oder sich für eines der Ateliers oder Büros interessiert, ist am Sonntag, 19. September, ab 11 Uhr zum „Tag der offenen Tür” in die Roermonder Straße 63 in Kohlscheid eingeladen.

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