Neues DHL-Zentrum in Würselen geht vorzeitig in Betrieb

Von: Elisa Zander
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Eines der ersten Pakete liefert Daniel Schieren aus. Über den gelungenen Frühstart am Donnerstag freuen sich Dieter Schneider (Leiter der Niederlassung Brief Köln-West), Dieter Ferrari (Hellmich) und Bürgermeister Arno Nelles (v.l.). Foto: Elisa Zander
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rste Lieferungen gibt es schon jetzt ab Würselen: 20 Zusteller beladen ihre Lkw derzeit am Gewerbegebiet. Foto: Elisa Zander

Würselen. Eigentlich war es anders geplant. Man wollte erst die Verteiltechnik in die Halle der neuen mechanisierten Zustellbasis in Würselen am Gewerbegebiet Aachener Kreuz einbauen. Doch wegen der zu erwartenden Paketmenge auf einem Rekordhoch von deutschlandweit acht Millionen Sendungen pro Tag rund um Weihnachten, entschied sich das Unternehmen, die Halle schon vorzeitig in Betrieb zu nehmen.

So übergab die Hellmich-Unternehmensgruppe als Investor gestern die neue Zustellbasis an den Post- und Logistikkonzern Deutsche Post DHL.

Noch werden die Sendungen auf Rollcontainern vom Paketzentrum Köln angeliefert. Diese sortieren 20 Zusteller per Hand, bevor sie in die Autos geladen werden. Eine Arbeit, die künftig von dem so genannten Sorter übernommen wird. Mit einem 3D-Scanner werden die Pakete erfasst, über Bänder  geführt und schließlich über Holzkastenrutschen abgeleitet. Neben der Zeitersparnis – der Sorter läuft gegen 3.30 Uhr an und hat bis zum Arbeitsbeginn der Zusteller um 7 Uhr einen Großteil der Arbeit bereits geleistet – hat das auch gesundheitliche Vorteile. Die Kastenrutschen münden erhöht und sind ausziehbar, so dass die Pakete von den Mitarbeitern bequem eingeladen werden können.

Etwa 3000 Pakete werden maschinell stündlich demnächst in Würselen auf 21 000 Quadratmetern sortiert – im Vergleich zu den großen Paketzentren, in denen die Sortierkapazität bei 28 000 liegt, ist das zwar eine überschaubare Zahl,  was aber den unterschiedlichen Anlagengrößen geschuldet ist. „Insgesamt führt das dazu, dass mehr Pakete zugestellt werden können“, erläutert Dieter Schneider, Leiter der Niederlassung Brief Köln-West, die Zeitersparnis. Vor allem mit Blick auf das stetig steigende Paketvolumen, das durch den Onlinehandel begründet wird.

„Der Onlinehandel hat derzeit sieben Prozent Anteil am Gesamtbetrieb und wird in den nächsten Jahren auf 20 Prozent ansteigen“, erläutert Pressesprecher Dieter Pietruck. Schließlich bestellten immer mehr Internet-User bei Online-Geschäften auch immer mehr Ware. Diese steigende Menge will man bewältigen, mit dem Ziel, ab 2014 Pakete innerhalb Deutschlands bereits am Tag nach der Bestellung zuzustellen.
Auch insgesamt entwickele sich der Markt ständig weiter, sagte Dieter Schneider und nannte beispielsweise die Lebensmittelzustellung.

Ist die Verteiltechnik fertiggestellt, werden 60 Bezirke in Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath und Würselen beliefert. Auf diese Weise wird der Knotenpunkt, das Paketzentrum Köln, entlastet. Durch die Umstrukturierung der Bezirke, die derzeit zum Teil noch von den Zustellbasen in Aachen und Alsdorf aus beliefert werden, werden auch Mitarbeiter den Standort wechseln.

Insgesamt sind für den Konzern im Großraum Aachen 170 Mitarbeiter tätig, erläutert Oliver Zentis, Leiter der Zustellbasis in Würselen und Aachen. Tendenz steigend.  Die in den vergangenen Tagen veröffentlichte Zahl von zusätzlichen 10 000 geschaffenen Arbeitsplätzen bestätigte Dieter Pietruck. 5000 davon sind befristet, „teilweise mit der Möglichkeit auf Festanstellung“, wie Pietruck betont.

Auch in der Region wurde Personal eingestellt. 30 Mitarbeiter unterstützen das Unternehmen im Weihnachtsbetrieb.

„Zwischen zehn und 15 Millionen Euro“ habe man in das Gebäude investiert, sagte Daniel Ferrari, Leiter des Vorstandsbüros der Hellmich-Unternehmensgruppe – inklusive der Architekt- und Grundstückskosten.
Damit steht eine der deutschlandweit rund 50 mechanisierten Zustellbasen am Gewerbegebiet Aachener Kreuz. Ein Gewinn für die Stadt, wie Bürgermeister Arno Nelles findet.

„Die Region entwickelt sich gut weiter und sie präsentiert sich hier auch als solche.“ Der Standort sei gut, das Gebäude steche auch von der Autobahn aus gesehen heraus – „da wird man wahrgenommen“.

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