Würselen - Neuer Superior im Missionshaus

Neuer Superior im Missionshaus

Von: Anja Klingbeil
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Lebt bereits seit zweieinhalb Jahren im Missionshaus Broich: Pater Chidi Emezi wurde vom Provinzial Pater Bruno Trächtler, Missionshaus Knechtsteden, zum neuen Superior ernannt. Foto: Anja Klingbeil

Würselen. Der Nachwuchs in Deutschland ist rar. Nicht nur die katholische Kirche bekommt den Priestermangel in den vergangenen Jahren immer deutlicher zu spüren. Auch Missionsgemeinschaften wie die der Spiritaner, Träger des Würselener Heilig-Geist-Gymnasiums (HGG), sind davon stark betroffen.

„Aber fragen sie mich nicht, woran das liegt. Das dürfte viele Gründe haben”, sagt Pater Konrad Breidenbach, Mitglied der Kommunität (Gemeinschaft) im Missionshaus Broich, das unmittelbar an die Schule anschließt. Sei es nun das doch angeschlagene Image der Kirche oder das Missionsarbeit für den ein oder anderen einfach ein wenig verstaubt klingt.

Dabei gehört die Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist unter dem Schutz des Unbefleckten Herzens Mariens - wie der vollständige Name lautet - nie zu den Kongregationen, die Missionsarbeit als bloße Verbreitung des Evangeliums in den ärmeren Ländern der Erde versteht.

Konkrete Hilfe ist das Anliegen der Spiritaner: Entwicklung in Ländern, in denen Bürgerkriege herrschen, humanitäre Unterstützung von Flüchtlingen, Fremdarbeiterin und ausgegrenzten Jugendlichen, Dialog mit dem Islam und anderen Religionen.

Mit dem Senegal-Projekt etwa unterstützt das HGG seit Jahren die Arbeit der Spiritaner in der Region Monat Rolland, baut dort etwa Brunnen, um die Bevölkerung mit lebenswichtigem Wasser zu versorgen.

Vielleicht ist es auch deswegen nicht verwunderlich, dass der neue Superior (Oberer) des Broicher Missionshauses aus einem der Länder kommt, in dem die Spiritaner helfen. Pater Chidi Emezi stammt aus Nigeria. Seit zweieinhalb Jahren lebt er in der Gemeinschaft in Broich, seit dem 1. März ist er der Nachfolger von Pater Winfried Urbanek, der aus Altersgründen aus dem Amt ausgeschieden ist.

„Natürlich ist es in Nigeria ganz anders als hier. Vor allen Dingen ist es hier wesentlich kälter”, sagt Pater Chidi Emezi und schmunzelt. In seiner Funktion als Superior ist er für das Zusammenleben der im Missionshaus lebenden Spiritaner verantwortlich, und er vertritt die Ordensgemeinschaft nach außen hin.

Zehn Spiritaner wohnen in Broich, darunter vier Afrikaner (ein Nigerianer, zwei Kenianer und ein Kameruner), fünf Deutsche und ein Pole. Eine bunt gemischte Gemeinschaft also. „Es geht bei uns zu wie in jeder normalen Familie”, erzählt Pater Konrad Breidenbach.

Theologie, Psychologie und auch Philosophie hat Pater Chidi Emezi studiert. Bevor der 38-Jährige nach Deutschland kam, hatte er Aufträge bei den Spiritanern in den USA und in Papua-Neuguinea. Der Nigerianer ist übrigens der erste Afrikaner, der das Missionshaus Broich seit seiner Gründung 1903 als Superior leitet.

Zudem ist er Seelsorger der Englisch sprechenden afrikanischen Gemeinde, die aus gut 31 Familien besteht. Und auch als Schulseelsorger ist er im Dienst, ist Ansprechpartner nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrer des Gymnasiums. Eine feste Sprechstunde und ein eigenes Büro hat er zwar in dieser Funktion nicht, aber auch das wird vielleicht noch kommen.

„Ich bin montags bis freitags ansprechbar und einige Leute haben die Beratung auch schon genutzt. Das läuft sehr gut an”, sagt Pater Chidi Emezi. Besucht hat er außerdem die 5. Klassen, um sich vorzustellen. Die waren besonders neugierig darauf, wie es in seinem Heimatland Nigeria aussieht. Und sie wollten unbedingt die E-Mail-Adresse des neuen Superiors wissen. Die moderne Technik-Welt hat eben auch Einzug in die 300 Jahre alte Ordensgemeinschaft gehalten.
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