Neuer Schwimmmeistergehilfe soll Lage entspannen

Von: Beatrix Oprée
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Wer steht am Beckenrand? Schwimmvereine sorgen in Eigenregie für Aufsicht, die Öffentlichkeit braucht städtisches Personal. Foto: B. Oprée

Herzogenrath. Mit der Badetasche vor der Tür gestanden hatten die Mitglieder der Wassergymnastik-Gruppe der Versehrtensportgemeinschaft (VSG) Kohlscheid. Die Schwimmhalle an der Bergerstraße war geschlossen.

Aus Personalmangel hat die Verwaltung die öffentlichen Badezeiten mit Blick auf die Öffnung des Freibads Merkstein einschränken müssen: Es steht jetzt nur noch dienstags, mittwochs und donnerstags von 6.30 bis 9 Uhr und von 14 bis 18 Uhr für den öffentlichen Betrieb zur Verfügung und ist ansonsten Vereinen vorbehalten, die eine eigene Aufsicht stellen können.

Da die VSG über keinen eigenen Rettungsschwimmer verfügt, hatte sie bislang die öffentliche Badezeit an Montagen nutzen können. Zurzeit ist das Bad aber an Montagen geschlossen – wovon die VSG-Mitglieder erst kurzfristig erfuhren. In einem Protestbrief äußerte die engagierte Vorsitzende Dr. Luise Rütters die Sorge darum, ob nun die Reha-Wassergymnastik nach über 40 Jahren und dem Umzug von der zwischenzeitlich geschlossenen Kohlscheider Halle an die Bergerstraße endgültig beendet sei? Rütters: „Jeder weiß, dass, wenn erstmal eine Kontinuität kaputt geht, oft alles kaputt geht.“

Eine Befürchtung, die auf Nachfrage auch Bruno Barth (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur (BSK), teilt: Bereits Anfang des Jahres habe der Ausschuss „problematisiert“, ob das Offenhalten des Hallenbads nach Eröffnung der Freibadsaison gewährleistet sei, so wie es der BSK beschlossen habe. Das „Ergebnis in der Praxis“ stuft Barth als „enttäuschend“ für die Badegäste und als „Katastrophe“ für die VSG ein. Er fragt: „Wer trägt dafür die Verantwortung?“

Hinter den Kulissen allerdings war schon daran gearbeitet worden, dass sich die Wogen glätten, wie Manfred Borgs, Geschäftsführer des von Dr. Rütters ebenfalls informierten Stadtsportverbands (SSV), auf Anfrage bestätigt. Ein Wochenende lang habe er herumtelefoniert, bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die ebenfalls die Halle Bergerstraße nutzt, stieß Borgs auf Entgegenkommen, will heißen: Ein Rettungsschwimmer wird der VSG in den kommenden Wochen für die montäglichen Wassergymnastikkurse zur Verfügung stehen. „Dass die Info für die VSG kurzfristig kam, kann ich nachvollziehen“, sagt Borgs. „Die Stadt war aber rechtlich auf der sicheren Seite.“ Schließlich habe die VSG öffentliche Zeiten genutzt.

Grundsätzlich zu den Kürzungen der öffentlichen Badezeiten will sich Borgs nicht äußern, da dies nicht Sache des SSV sei: „Es sind ja keine Sportvereine betroffen.“

Nicht genug Nachwuchs

Warum es überhaupt zu den personellen Engpässen gekommen ist, erläutert indes der neue Erste Beigeordnete Hubert Philippengracht: Mehrere Mitarbeiter aus dem Bäderbereich seien in Ruhestand gegangen, einer überdies seit rund einem Jahr erkrankt. Und zudem gebe es bei den Schwimmmeistern nicht genug Nachwuchs.

Doch in der jüngsten Verhandlungsrunde sei die Entgeltordnung für den öffentlichen Dienst generell neu geregelt worden, Schwimmmeistergehilfen würden künftig besser entlohnt. So soll denn auch zum 1. Juli ein neuer Kollege seinen Dienst am Beckenrand beginnen. Philippengracht ist hoffnungsvoll: „Dann wird sich die Lage entspannen.“

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