Neuer Radweg: Euregiobahn behält Vorrang

Von: Karl Stüber
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Radeln und Bahnfahren:  Beide
Radeln und Bahnfahren: Beide Fortbewegungsarten sollen sich nicht ins Gehege kommen. Im Zweifelsfalle wird die Schiene den Vorrang behalten. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. „Grüner” konnte es für den Grünen Hartmut Malecha nicht kommen, dem das umweltschonende Radeln besonders am Herzen liegt. Der ehemaligen Bahnlinie von Aachen nach Jülich weitgehend folgend, soll ein komfortabler Bahntrassenradweg entstehen und dabei bestehende Lücken geschlossen werden.

Ein Teilstück führt über Alsdorfer Terrain. Vertreter der Städteregion Aachen, an der Spitze Baudezernent Uwe Zink, stellten die entsprechende Machbarkeitsstudie im Stadtentwicklungsausschuss vor - wie bereits vor wenigen Tagen im entsprechenden Fachausschuss der Stadt Würselen (wir berichteten ausführlich). „Wir warten seit 27 Jahren darauf. Das hatten wir schon 1985 beantragt”, kommentierte der Alsdorfer Hartmut Malecha das Projekt.

Der Radwegebeauftragte der Städteregion, Ralf Oswald, erklärte, gegenüber der Bezirksregierung sei bereits eine Bezuschussung beantragt. Rund 75 Prozent der Kosten - die Rede ist von zwei bis vier Millionen Euro - könnten so finanziert werden. Die restlichen 25 Prozent soll die Städteregion tragen, gespeist durch die Umlagen der Kommunen. Unterhaltung und Instandsetzung sollen gemäß noch zu schließender Verwaltungsvereinbarungen mit den betroffenen Kommunen, also auch mit Alsdorf, geregelt werden.

Das Ganze fußt auf einer Machbarkeitsstudie des Aachener Verkehrsplanungsbüros Kaulen. Im Herbst sollen dem Alsdorfer Fachausschuss weitere Details vorgestellt werden. Gebaut werden soll letztlich in den Jahren 2013 und 2014. Wann genau der Bereich Alsdorf gestaltet und Lücken geschlossen werden sollen, steht noch nicht fest.

Seitens des Verkehrsplanungsbüros Kaulen wurde auf die Bedeutung des Radtourismus verwiesen. Radfahren boome. In Deutschland wurden in diesem Bereich im Jahre 2009 rund 9,2 Milliarden Euro umgesetzt. Beim Bahntrassenradweg gehe es zudem darum, Verbindungen zu bestehenden bzw. im Ausbau befindlichen Radwegen zu schaffen, so zum Beispiel zu dem, welcher der alten Vennbahntrasse folge.

Zumeist fernab vom Individualverkehr könnten die Radler auf Strecken mit nur geringen Steigungen dahinrollen. Rastplätze und Infotafeln sollen auch den Radweg zwischen Aachen und Jülich bereichern. Fest zugesichert wurde seitens der Städteregion und des Planungsbüros, dass der auszubauende Radweg die Euregiobahn nicht tangieren oder gar beeinträchtigen werde.

Das gelte auch für die in Rede stehende Verlängerung zum Anschluss von Baesweiler. Bernd Mortimer (ABU) interessierte die Anbindung via Würselen. Der Radweg würde der alten Bahntrasse folgen, die gegebenenfalls für die Linienführung der Euregiobahn wichtig wäre. Oswald stellte klar, dass die Bahn den Vorrang hätte. Ausschussvorsitzender Heinrich Plum (SPD) warf angesichts der Frage, wie Würselen den Anschluss ans Schienennetz schafft, augenzwinkernd ein: „Das Problem ist nur zu lösen, wenn Würselen eine U-Bahn erhält.”
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