Neuer Chefarzt bringt OP-Roboter mit

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Freut sich auf die Arbeit in Bardenberg: Prof. Ziya AkÇetin ist designierter Leiter der Klinik für Urologie und Kinderurologie am MZ. Foto: MZ
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Arbeit mit dem Roboter: Das Da-Vinci-System soll den Ärzten schonendere Eingriffe ermöglichen. Foto: Intuitive Surgical

Würselen. Modernste Roboter-OP-Technik bringt Prof. Dr. Ziya Akçetin im Kampf gegen Prostatakrebs mit ans Medizinische Zentrum. Er wird die traditionsreiche Klinik für Urologie und Kinderurologie in Bardenberg führen und weiterentwickeln.

Wenn Ziya Akçetin über seine zukünftige Aufgabe spricht, ist der 51-Jährige kaum zu bremsen. „Diese Klinik hat ein enormes Potenzial. Mit diesen Möglichkeiten müssen wir ein überdurchschnittliches Niveau erreichen. Und das werden wir“, sagt der designierte Chefarzt.

Leuchtturmprojekt

Punkten kann Akçetin vor allem mit einer Behandlungstechnik, die er selbst als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnet: die Da-Vinci-Roboter-Technik. Dabei handelt es sich um eine Operationstechnik, bei der die Hand- und Fingerbewegungen des Operateurs präzise auf die Operationsinstrumente übertragen werden. „Mit dieser modernen Technik lassen sich bösartige Blasen- und Nierentumore, die Blasensenkung der Frau sowie die Nierenbeckenabgangsenge schonend behandeln. Diese Methode hat sich längst bewährt und wird nur von wenigen Kliniken angeboten.“

Die Arbeit des Operateurs wirkt futuristisch – wer mit dem Da-Vinci-Roboter operiert, sitzt in einer Art Kanzel und steuert mit zwei Fingern jeder Hand die beiden Controller des Roboters. Seine Bewegungen werden eins zu eins auf die Roboterarme im Bauchraum des Patienten übertragen, der nur zwei Meter entfernt auf dem OP-Tisch liegt. Mit Hilfe der von den Roboterarmen geführten Instrumente kann der Operateur millimetergenau schneiden, greifen, Gefäße abklemmen, vernähen und veröden. Die Instrumente haben reiskorngroße Endgelenke, die sich spielerisch einfach und sehr intuitiv steuern lassen – einer der Gründe, warum immer mehr Ärzte Roboter als einen festen Bestandteil des OP-Saals der Zukunft sehen. Das System filtert sogar das natürliche Zittern der menschlichen Hand heraus.

Expansionskurs

Entwickelt wurde Da-Vinci vom US-Unternehmen Intuitive Surgical, das sich auf Operations-Roboter spezialisiert hat. Die ersten Modelle wurden von der US-Armee während des Zweiten Golfkriegs im Jahr 1990 eingesetzt. Um auch komplexe Verletzungen von Soldaten operieren zu können, wurden die Mediziner vor Ort von Kollegen in den USA unterstützt, die die Operation quasi aus der Heimat durchführten. MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar sagt zu den neuen technischen Möglichkeiten: „Mit der Investition in die robotergestützte Chirurgie gehen wir im Rahmen des Masterplans unseren Expansionskurs konsequent weiter.“

In Istanbul geboren

Der in Istanbul geborene Akçetin absolvierte sein Medizinstudium an der Universität in Erlangen. Nach seiner Promotion 1988 erfolgte seine Facharztausbildung an der Urologischen Klinik der Universität Erlangen. Als Oberarzt, leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor arbeitete er an den Universitätskliniken Halle-Wittenberg, Erlangen und Homburg/Saarland. Zudem wirkte er als leitender Oberarzt am St.-Antonius-Hospital Gronau, in dem das größte Da-Vinci-Zentrum in Deutschland beheimatet ist. In Istanbul verantwortete er als Vizerektor die Gründung einer staatlichen Universität und eines privaten Da-Vinci-Zentrums. Mit einem weiteren auf die Da-Vinci-Chirurgie spezialisierten Urologen steht die Geschäftsführung derzeit in Verhandlungen.

Vor seiner Anstellung am MZ leitete Akçetin als Chefarzt die Klinik für Urologie und Kinderurologie am Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur. Radikale Tumorchirurgie mit Einsatz minimal-invasiver Techniken zum Organerhalt, wo immer es geht, Operationen der Prostata bei gut- und bösartigen Erkrankungen, radikale Prostatektomie, die endoskopische Behandlung des Steinleidens der harnableitenden Wege, die Diagnostik und Therapie von Inkontinenz sowie die medikamentöse Tumortherapie bildeten dort seine Schwerpunkte.

Am MZ setzt Akçetin den Schwerpunkt seiner Arbeit neben der Allgemeinurologie vor allem auf die endoskopische und onkologische Urologie sowie die Behandlung der Inkontinenz von Mann und Frau – dafür ist er zertifizierte Beratungsstelle der Deutschen Kontinenzgesellschaft.

Neben seiner fachlichen Kompetenz wartet der Vater zweier Töchter mit einem weiteren Pluspunkt auf – seiner Zweisprachigkeit. Akçetin spricht sowohl Deutsch als auch Türkisch.

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