Neue Wohnungen für Vögel und Insekten

Von: Anja Klingbeil
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Fast fertig mit dem Nistkasten
Fast fertig mit dem Nistkasten: Sarah Herbst (v.l.), Nick Schäfer und Ursel Deuster. Foto: Anja Klingbeil

Alsdorf. Und plötzlich passt der Boden nicht. Den haben Sarah Herbst und Nick Schäfer schlichtweg vergessen. Ist aber auch das erste Mal, das die beiden so ein Ding zusammenbauen müssen. Zwar steht auf jedem Einzelteil drauf, wo es am Ende hingehört - nur mit der Reihenfolge ist das eben so ein Problem.

Die dicke Bodenplatte passt einfach nicht mehr rein, wenn die vier Wände schon zusammengeschraubt sind. Doch Ursel Deuster, Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund), hat schnell die rettende Idee: Schrauben aus den Seitenwänden rausdrehen, Bodenplatte einsetzen, ein wenig justieren und fertig. So wird das was mit den Nistkästen für Vögel und Fledermäuse.

Garten in der Kiste

Viele davon werden derzeit in Hüttenhausen gebaut. Dort, wo die Kinder sonst an Häusern und Hütten werkeln, stehen bei den Osterferienspielen Pflanzen, Insekten und Vögel im Mittelpunkt. Zum ersten Mal kooperiert das Jugendamt der Stadt mit dem Umweltamt sowie dem Bund. „Die Idee dazu ist mir nach einem Zeitungsartikel über Nisthilfen gekommen”, sagt Agnes Migenda vom Jugendamt. Die Kollegen vom Umweltamt und Naturbund waren schnell von der Vorstellung begeistert. Die Bausätze für die Nistkästen wurden bei der Biologischen Station der Städteregion erstanden und dann konnte es losgehen.

„Manche Sachen sind schon ein wenig schwer”, sagt Nick Schäfer, während er ganz angestrengt eine Schraube ins Holz dreht. Am Tag zuvor hatten die 17 Mädchen und Jungen ihren eigenen kleinen Wunschgarten gestaltet. Dazu wurde eine hölzerne Obstkiste mit Erde ausgelegt. Pflanzen wurden hineingepflanzt und Kressesamen verstreut. „Vielleicht machen wir davon in dieser Woche noch leckeren Kräuterquark, wenn die Kresse wächst”, sagt die siebenjährige Isabelle Schümmer. Nick hat sich für seinen Garten in der Kiste etwas ganz besonderes ausgedacht: „Aus Kohle habe ich einen Weg gelegt.”

Die haben die Kinder unter anderem bei der Exkursion auf den „Kohlenberg” entdeckt. Ursel Deuster hat beim gemeinsamen Spaziergang erklärt, was da eigentlich so alles am Wegesrand wächst - vom Spitzwegerich bis zur Kamille. Und von so manchem Kraut lässt sich sogar ein schmackhafter Tee oder sogar Salat herstellen. Einen ganz besonderen Kniff hat Ursel Deuster den Mädchen und Jungen auch gezeigt: Wie man eine Brennessel anfasst, ohne dass es böse auf der Haut juckt. „Ja, das geht”, sagt die zehnjährige Sarah Herbst. Verraten wird der exklusive Tipp allerdings nicht. Die Nistkästen und Insektenhotels, die während der Ferienspiele entstehen sowie die Gärten in Kisten, nehmen die Teilnehmer allesamt mit nach Hause. Und wer keinen Garten hat, der kann die Kästen auch auf dem Gelände in Hüttenhausen aufstellen - Vögel, Fledermäuse und Insekten werden sich über die gemachten Nester freuen.
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