Neue Räume der Würselener Tafel offiziell eröffnet

Von: ehg
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Treffpunkt: Sehr viele Gäste – darunter Bürgermeister Arno Nelles (l.) – waren zur Eröffnung der Würselener Tafel in den neuen Räumen gekommen. Jürgen Hohlfeld (Mitte) hieß alle herzlich willkommen. Foto: Sevenich

Würselen. Zwei Seelen wohnten in der Brust des Vorsitzenden der Würselener Tafel, Jürgen Hohlfeld, als er die Gäste zur offiziellen Eröffnung – die ersten Nahrungsmittel waren schon am 3. Mai über die Theke gegangen – „in unseren schönen neuen Räumen“ an der Aachener Straße begrüßte. Aber nicht nur in seiner, sondern auch in der von Bürgermeister Arno Nelles.

„Ich wünschte mir, sie wäre nicht nötig.“ Glücklich sei er aber darüber, dass es sie gebe. Er beklagte, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klaffe, so dass Tafeln immer mehr in Anspruch genommen werden müssten. So in der Sozialpolitik umzusteuern, dass die Kommunen die erforderlichen Hilfen leisten könnten, dafür plädierte er. Für Solidarität, die er von der Zivilgesellschaft einforderte, sei die Tafel ein gutes Beispiel. Ein herzliches Wort des Dankes sagte er den rund 60 Helfern, aber auch den Sponsoren und Lieferanten. Hohlfeld sagte: „Die Tafeln können und wollen nur eine Notlösung auf Zeit sein. Sie können nur vorübergehend aktuelle Not lindern, sie können sie aber nicht beseitigen. Das ist und bleibt die Pflicht der Politik!“

Dennoch kam bei Hohlfeld Freude auf: „Monatelanges Suchen nach geeigneten Räumen, zwei Monate intensiver Umbau und eine Woche anstrengender Umzug haben nun ein glückliches Ende gefunden.“ Die Gäste könnten sich selbst ein Bild von den freundlichen Räumlichkeiten, in denen sich sowohl die Kunden als auch die Mitarbeiter wohlfühlen können, machen. Hohlfeld räumte ein, ohne die Hilfe und die Unterstützung vieler Bürger hätte man diesen Kraftakt nicht „stemmen“ können. Das habe schon mit der Suche nach neuen geeigneten Räumlichkeiten angefangen.

Kaum sei das Anliegen der Tafel öffentlich gemacht gewesen, seien auch schon die ersten Angebote ins Haus geflattert. Schließlich seien der Tafel auch die Räume an der Aachener Straße 83-85 angeboten worden, „sehr zentral gelegen, gute Anlieferungsmöglichkeit, leider jedoch mit 500 Quadratmetern viel zu groß und auch ein wenig zu teuer“. Ausschlaggebend war, dass die Chemie zwischen dem Eigentümer und dem Vorstand der Tafel stimmte. Bei ihm bedankte sich Hohlfeld für das Wohlwollen der Tafel gegenüber. War er doch bereit, den 500 Quadratmeter großen Raum zu teilen und der Tafel den hinteren Teil mit der Wasserversorgung und den Toiletten zu überlassen. Auch mit der Miete sei er ihr großzügig entgegen gekommen.

Folge verfehlter Sozialpolitik

Organisation und die Bauaufsicht übernahm Vorstandsmitglied Mira Vidackovic. Dank ihres Verhandlungsgeschicks fand die Tafel ortsansässige Handwerksbetriebe, die die notwendigen Arbeiten „in hoher fachlicher Qualität, aber auch preisgünstig ausführten“. Beim Umzug war die Kommunale Dienstleistungsgesellschaft Würselen mit Fahrzeugen zur Stelle. Ohne die Hilfe der Jugendfeuerwehr, deren 30 fleißige Helfer zupackten, wäre die Herausforderung kaum zu meistern gewesen.

„Wir sind nicht stolz darauf, dass wir nun schon sieben Jahre lang der Notstopfen einer verfehlten Sozial- und Lohnpolitik sind. Aus der Armut hilft nur gut bezahlte Arbeit und eine gute Bildung für die Kinder heraus“, meldete sich Hohlfelds zweite Seele noch einmal zu Wort. Deshalb biete die Tafel seit über zwei Jahren neben der Verteilung von Lebensmitteln auch die Finanzierung von Nachhilfe, von Kunstkursen, von Schwimmlehrgängen und von Ferienmaßnahmen an. „Aus der Armut hilft den Kindern nur eine vernünftige Bildung“, mahnte Hohlfeld.

Aufgesucht wird die Tafel in der Woche von rund 400 Kindern. Die Feierstunde wurde musikalisch umrahmt von Rebecca Flecken, Akkordeon und Gesang.

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