Neue Partnerschaft: Schwierigkeiten von Behinderten erforscht

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Empfang beim Bürgermeister: Gemeinsam haben deutsche und spanische Schüler während eines Austauschs die viel diskutierten Themen Integration und Inklusion diskutiert und Vorschläge dazu beim Brüsseler Parlament eingereicht. Foto: PSH

Herzogenrath. Die erste Begegnung von Schülern der Herzogenrather Europaschule und der Schule „Mare de Deu del Olivar“ in Valencia/Spanien fand im März statt. Jetzt waren 21 spanische Schüler zum Gegenbesuch in Herzogenrath.

Organisiert und begleitet wurde der Austausch seitens der Europaschule von den Lehrkräften Nicole Douvern, Britta Schmitz, José Gallardo und auf spanischer Seite von Agustin Sala, Miriam Bosca und Ana Fuertes.

Das Thema während des Aufenthaltes: „Der Umgang mit Behinderungen in Europa“. Ein vielschichtiges Thema, zu dem sich die Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren Gedanken machten und diese auch zu Papier brachten. Gemeinsam arbeiteten sie Vorschläge aus, die sie bei einem Besuch im Brüsseler Parlament einreichten.

Ein Vorschlag war zum Beispiel, dass mehr behinderte Lehrer eingestellt werden sollten, damit der Umgang mit Behinderungen selbstverständlicher in der Schule wird. Da beide Schulen integrativ arbeiten, weise die Praxis Lücken auf, die es kreativ zu lösen gelte.

Natürlich wurden die Jugendlichen auch von Bürgermeister Christoph von den Driesch im Rathaus empfangen. Die Schüler berichteten ihm von dem Projekt „Erfahrungstag“. Leonie, Schülerin der Europaschule: „Wir haben die Situation von behinderten Menschen nachgestellt und sind mit zwei Rollstühlen, Ohrstöpseln und einer Augenbinde unterwegs gewesen. Unsere Erfahrungen waren sehr unterschiedlich. Manchmal war man uns behilflich, aber wir erlebten auch das Gegenteil.“

Das Experiment wurde auch in Spanien gemacht, und die Schüler tauschten Videos über das Erlebte aus. „Für die Schüler war es wichtig die Schwierigkeiten eines Körperbehinderten, Taubstummen oder Blinden selbst zu erleben, um in das Thema fundierter einsteigen zu können“, sagte Britta Schmitz, Förderschullehrerin im inklusiven Unterricht an der Europaschule.

Bürgermeister von den Driesch: „Die Inklusionspolitik ist ein verantwortungsvolles Thema, dem wir uns in den Kommunen stellen müssen. Leider ist die Umsetzung oft aufgrund der kommunalen Finanzlage gar nicht so einfach. In Herzogenrath haben wir schon einiges auch hinsichtlich der Barrierefreiheit gestalten können.“

Nach der Stippvisite im Rathaus ging es für die Gruppe weiter zum Wahrzeichen von Herzogenrath: die Burg Rode. Ein Besuch, der die vielen Eindrücke, die die spanischen Gäste in der Woche ihres Aufenthaltes gewinnen konnten, historisch abrundete. Die Organisatoren waren sich einig, dass das Jahr 2015 ein gelungener Auftakt der neuen Schulpartnerschaft war, die auch in Zukunft weiter ausgebaut und fortgesetzt werden soll: „Vive la amistad entre Alemania y España – es lebe die Freundschaft zwischen Deutschland und Spanien!“

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