Neue Medien für Schulen stehen auf dem Prüfstand

Von: -ks-
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Herzogenrath. Aufstellung und Umsetzung des neuen Medienentwicklungsplans für die Schulen in Herzogenrath könnten deutlich teurer werden als gedacht. Schon bei der Grundlagenermittlung drohen die Kosten aus dem Ruder zu laufen, wie im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport kritisiert wurde.

Allein die Feststellung des Grundbedarfs zur kabellosen Vernetzung der Schulen („Ausleuchtung der Schulen“) wird mit 66.000 Euro gemäß eines Angebots im Haushalt veranschlagt. Kai Baumann (Piratenpartei) sagte: „66.000 Euro sind unfassbar. Das Angebot der Firma halte ich für deutlich überzogen.“ Da sollte man andere „Spieler“ einbeziehen, auch wenn es darum gehe, generell das Netz schneller zu machen, was nicht nur den Schulen, sondern allen Bürgern zugute käme – Stichwort Breitbandanschluss.

Dr. Bernd Fasel (Grüne) hinterfragte die vorhandene IT-Struktur, die dem Stand von vor zehn Jahren entsprechen würde. Mit modernen Verfahren (Cloud-Computing und dergleichen mehr) könne „einiges an Geld gespart werden“. Er will konkreter wissen, wie die in diesem Jahr angesetzten 113.000 Euro für den Austausch alter Hard- und Software gemäß altem Medienentwicklungsplan eingesetzt werden sollen.

Unbestritten ist die Zielsetzung: Die Schulen sollen medientechnisch möglichst mit den Anforderungen Schritt halten. Dabei will die Kommune einen neuen Medienentwicklungsplan ausarbeiten und umsetzen – in Abstimmung mit den Bildungseinrichtungen. Es geht um Breitbandausbau, kabellose Vernetzung der Schulen, schulische Medienkonzepte und -einsatz im Unterricht, Präsentationsfunktion in Klassenräumen und um die adäquate Ausstattung mit Endgeräten. Das soll koordiniert und umgesetzt werden. Soweit die Theorie, die in einer Schulleiterkonferenz im November vergangenen Jahres unter Beteiligung des Medienzentrums der Städteregion und einem Planungsbüro vom Schulamt abgestimmt wurde.

In der Praxis sieht das Ganze dagegen schwieriger aus. So räumte die Verwaltung im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur ein, dass mit dem neuen Medienentwicklungsplan teilweise „Neuland“ betreten werde und noch keine verbindlichen Aussagen über die weiteren Schritte zu machen seien.

Dr. Manfred Fleckenstein (SPD) forderte, dass die Schulen „ihre Hausaufgaben machen müssen“, um ihren Bedarf realistisch anzugeben. „Das muss mit Augenmaß gemacht werden, damit das, was angeschafft wird, auch wirklich genutzt wird.“ Dabei könne nicht jeder unterschiedliche Systeme für sich beanspruchen. Standardisierung sei angesagt, um unter anderem beim Support (Unterstützung, Pflege) Geld zu sparen.

Renate Gülpen (CDU) schlug in dieselbe Kerbe. Die Schulen müssten herausarbeiten, was sie wirklich benötigen. „Das ist kein Wunschkonzert.“ Zudem habe die CDU-Fraktion noch eine Reihe von Fragen an die Verwaltung.

Aus Reihen der Grundschulleiter wurde darum gebeten, doch genauere Angaben darüber zu machen, in welchem Kostenrahmen sich die Schulen bei der Erarbeitung des jeweiligen Konzepts und Bedarfs bewegen können, ansonsten hätte die ganze Aktion in der Tat den Charakter eines Wunschzettels.

Ausschussvorsitzender Andreas Schmälter (SPD) warnte: „Da beißt sich ja die Katze in den Schwanz!“ Anstatt Vorgaben zu machen oder zu erwarten, müsste das neue Medienkonzept im Gespräch mit den Schulen entwickelt werden.

Nun soll die Stadtverwaltung über die Ergebnisse der weiteren Schritte regelmäßig im Ausschuss berichten.

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