Neue Leuchttechnik trifft auf Kritik

Von: Karl Stüber
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Generationswechsel im Stadtbild von Würselen und Herzogenrath: Die alten Pilzleuchten haben ausgedient. Archivfoto: Markus Bienwald
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Enwor rüstet in beiden Städten insgesamt 4000 Straßenlaternen mit moderner und Energie sparender LED-Technik aus. Die damit verbundene „Leuchtkraft“ stößt bei manchen Anwohnern auf Kritik. Archivfoto: Markus Bienwald

Würselen/Herzogenrath. Neue Lampen, neues Licht in Würselen und Herzogenrath! Noch bis Ende 2016 modernisiert der Energieversorger Enwor insgesamt 4000 Straßenlaternen – davon 1865 in Würselen, der Rest in Herzogenrath.

Nachdem zwischenzeitlich rund 1000 Leuchtpunkte „optimiert“ worden waren, ist klar geworden, dass der Austausch von veralteten Hochdruck-Quecksilberdampfleuchten gegen moderne LED-Technik nicht bei allen Anwohnern Zustimmung auslöst. So riefen Betroffene auch bei unserer Lokalredaktion an.

Lothar Schwartz, Sachgebietsleiter für Straßenbeleuchtung des Energieversorgers Enwor, Betriebsstelle Kohlscheid, bestätigte, dass es zwar einige Beschwerden gibt, die sich auf Intensität und Ausrichtung des Lichtkegels beziehen. Angesichts der großen Zahl von bereits umgerüsteten Lampen und Tausender Bürger, die in den entsprechenden Straßenzügen wohnen, sind es aber recht wenige, sagte er. Ganze elf für beide Städte seien bislang bei Enwor eingegangen. Seitens der Stadt Würselen sagte Annette Hunscheidt (Leitung Tiefbau), dass bei der Kommune eingehende Beschwerden an den Energieversorger weitergegeben werden.

„Der Bürger will ernst genommen werden. Wir arbeiten das exakt nach“, verspricht der Enwor-Mitarbeiter Schwartz, auch weiteren Hinweisen nachzugehen und gegebenenfalls nachzubessern (siehe Info).

Kritik aus Reihen von Anliegern der vom Wechsel von Leuchten betroffenen Straßen wird an (vermeintlich) geringerer Leuchtkraft geübt. Beklagt werden „dunkle Flecken und Ecken“. Bei weiter auseinanderstehenden Leuchten überlappen sich die Lichtkegel mitunter nicht mehr. Während bislang das Licht der Straßenlaternen von Hauswänden reflektiert wurde und so auch Vorgärten und Wege dort beleuchtet wurden, sei die Straßenbeleuchtung nun nur noch auf Straße und Gehwege fokussiert.

Schwartz hält dem entgegen, dass die Straßenbeleuchtung auch nur für den öffentlichen Straßenraum gedacht ist. Wenn Straßenbeleuchtung bislang auch auf Häuserwände fiel, sei das so nicht in Ordnung gewesen. Allerdings habe man sich daran wohl über Jahrzehnte gewöhnt und würde diese Art von „Lichtsmog“ als normal empfinden.

Ein Bestandteil der Ausschreibung für die nun laufende Maßnahme sei gewesen, dass kein Licht „in den oberen Halbraum“ gelangt, was ermögliche, den Sternenhimmel wieder erkennen und beobachten zu können.

Schwartz räumt ein, dass punktuell in der Tat die Standardausrichtung der Optik der jeweiligen Lampe je nach Auswirkung und tatsächlichem Bedarf nicht optimal ist. An diesen Stellen werde nach Prüfung der Beschwerde und in Kooperation mit der Herstellerfirma nachjustiert. Dies sei bislang in Würselen etwa an der Dürer-straße, in Kohlscheid Am Wacholder und Am Waldhang so gewesen.

„Ich mache schon seit 20 Jahren Beleuchtungstechnik. Ziel ist es, durch Kosten bedingtes Abschalten von Leuchtpunkten zu vermeiden. Dies ist bislang gelungen.“ Die Umstellung auf LED-Leuchten sei ein Beitrag dafür, dass das auch in Würselen und Herzogenrath so bleibt. Dass das nicht überall so ist, zeigt das Beispiel Geilenkirchen, verweist Schwartz auf die Nachbarkommune am Rande des Nordkreises. Dort sei das Abschalten von Straßenlampen von Bürgern heftig kritisiert worden.

Übrigens: Gemäß „Ökodesignrichtlinie“ der EU erhalten Hochdruck-Quecksilberdampfleuchten, – sollte sie die neu vorgegebene Energieeffizienzklasse nicht mehr erreichen – kein CE-Zeichen mehr, wie Schwartz sagte. Nach und nach werden deshalb diese Lampen, die noch 80 bis 125 Watt Leistung „zapften“, durch LED-Lampen ersetzt, die nur noch 19 Watt aufweisen, aber deshalb nicht weniger Lichtausbeute haben.

Die Umrüstungskosten in Würselen und Herzogenrath belaufen sich zwar auf rund eine Million Euro, welche das Energieunternehmen gleichsam vorstreckt. Aber die beiden Kommunen, von denen Enwor im Jahre 2003 die Beleuchtung übernommen hatte, zahlen durch die Energieersparnis erhebliche Mittel, so dass unterm Strich die Kommunen als Kunden – und damit mittelbar die Bürger – entlastet werden, wie Schwartz deutlich machte.

Und noch ein Argument für die Maßnahme: Für die Umwelt bedeutet die jetzt laufende Umstellung auf LED-Technik laut Enwor jährlich eine Einsparung von 186 Tonnen CO2 in Herzogenrath und 167 Tonnen CO2 in Würselen.

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