Neue Ideen für Herzogenrath-Mitte werden gesucht

Von: mabie
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Ein nicht nur nach Ansicht des Beigeordneten Ragnar Migenda städtebauliches Highlight mit viel Leerstand und wenig Nutzung: das Bockreiter-Zentrum in Herzogenrath-Mitte. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Wir sind ein Schwamm und nehmen ihre Anregungen auf“, sagte der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda am Ende seines Vortrags zur künftigen Entwicklung von Herzogenrath-Mitte. Gut 50 Gäste hörten seine Worte im Pfarrzentrum St. Gertrud, das zum Ideenpool für die künftige Entwicklung von Rodas Zentrum wurde.

Dazu hatten Stadt und der Verein Stadtmarketing eingeladen. Fertige Ideen konnten die Besucher bei der rund zweistündigen Abendveranstaltung allerdings nicht erwarten.

„Wir bieten Ihnen heute keine neuen, ausgereiften Planungen oder Antworten auf alle Fragen“, sagte Migenda weiter. Er betonte, dass vor allem auch die Vorstellungen und Ideen der Menschen in Herzogenraths Mitte gefragt seien, um die Fortschreibung der Stadtentwicklung an dieser Stelle zu ermöglichen. Dabei durften ein Blick in die Geschichte (siehe Kasten) und der aktuelle Sachstand natürlich nicht unter den Tisch fallen. Wer das Ziel verfolge, den Handel in der Innenstadt zu stärken, der müsse auch das laut Migenda „teilweise unattraktive Erscheinungsbild“ angehen.

Problemfelder sah er beispielsweise bei dem ehemaligen Kontra-Markt direkt an der Wurm, zudem das von ihm als „städtebauliches Highlight“ gelobte und schöne, aber auf weiten Flächen leerstehende Bockreiter-Zentrum, das Postgelände oder auch die eher unansehnliche Ladestraße. „Dagegen ist die Sanierung des Bahnhofs sehr gut gelungen, auch das direkt ans Zentrum anschließende Naherholungsgebiet mit Grüngürtel ist eine Qualität, die nicht jede Stadt hat“, sagte Migenda.

Mit dem durch Mittel aus der Euregionale 2008 gestalteten Burgaufgang und der Bühne sei zwar ein Glanzlicht gelungen, was aber fehle, sei eine gelungene Anbindung an den Ferdinand-Schmetz-Platz. Und auch die nicht nur in seinen Augen „unbefriedigende Baulücke“ an der Kleikstraße mit den seit Jahren nicht verwirklichten Gebäudeplänen sei künftig zu schließen.

„Schulterschluss ist nötig“

Hier jedoch, so erklärte es auch Bürgermeister Christoph von den Driesch, sei mehr als zuvor ein Schulterschluss zwischen Stadt, Stadtmarketing, den Geschäftsleuten und Gebäudeeigentümern nötig. „Andernfalls wird es schwierig, Investoren zu finden“, sagte der Verwaltungschef. In die gleiche Kerbe schlug auch Beigeordneter Migenda, der den Leerstand auch darauf zurückführte, dass die Mieten nicht dem realen Angebot entsprächen.

Um die Ideen zu sammeln, war Migenda mit seinem Planungsstab aus dem Rathaus an diesem Abend anwesend, die sich Notizen über die Ideen der Teilnehmer machten und auch Interessenten für einen Arbeitskreis sammelten, der sich künftig möglichst zügig mit der Problematik Innenstadtentwicklung auseinandersetzen soll. „Wir haben mehr als zehn Interessierte gefunden“, verkündete der Bürgermeister stolz am Ende des Abends. Dort werden sicherlich auch Mitglieder des Vereins Stadtmarketing Herzogenrath aktiv sein, die einen detaillierten Plan mit 25 Punkten ausgearbeitet haben und dem Bürgermeister als oberstem Stadtentwickler mit auf den Weg gaben. Sicherlich werden aber auch die an diesem Abend gesammelten Vorschläge in der Diskussion um ein weiteres Vorgehen eine Rolle spielen.

So wurde sich beispielsweise eine Smartphone-App gewünscht, die Themen aus Stadt und Kaufmannschaft tagesaktuell aufbereitet und zum interaktiven Stadtführer werden kann. Nicht wegzudenken aus den Vorschlägen sind auch die so genannte „Brötchentaste“ am Parkscheinautomat für kostenloses Kurzzeitparken, die Hervorhebung der Nähe zum Wasser, eine einheitliche Möblierung der Außengastronomie oder auch eine Verschönerung beispielsweise der Ladestraße durch Blumenampeln. Mehr attraktive Cafés, einen Wochen- oder Themenmarkt im Bockreiterzentrum und auch ein Plus im kulturellen Angebot für Kinder ab zehn Jahren standen auch ganz oben auf der Wunschliste.

Deren Abarbeitung kann aber etwas dauern, das verheimlichte Ragnar Migenda nicht. „Wir bitten Sie, etwas Geduld mitzubringen, denn diese Prozesse brauchen eine gewisse Zeit und binden auch externe Ressourcen mit ein“, sagte er. Doch solle spätestens im ersten Quartal 2015 wieder eingeladen werden, wenn der zweite gemeinsame Schritt in ein weiterentwickeltes Herzogenrather Zentrum gemacht werden soll.

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