Neue Hoffnung für die Prämienstraße

Von: Verena Müller
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Die alten Bergarbeiterhäuser an der Prämienstraße: Der Zustand und die Verwahrlosung des Geländes ist vielen ein Dorn im Auge. Nach dem Eigentümerwechsel besteht nun die berechtigte Hoffung, dass sie endlich abgerissen werden. Foto: Verena Müller
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Die alten Bergarbeiterhäuser an der Prämienstraße: Der Zustand und die Verwahrlosung des Geländes ist vielen ein Dorn im Auge. Nach dem Eigentümerwechsel besteht nun die berechtigte Hoffung, dass sie endlich abgerissen werden. Foto: Verena Müller
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Die alten Bergarbeiterhäuser an der Prämienstraße: Der Zustand und die Verwahrlosung des Geländes ist vielen ein Dorn im Auge. Nach dem Eigentümerwechsel besteht nun die berechtigte Hoffung, dass sie endlich abgerissen werden. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Jede Stadt hat so ihren Schandfleck und in Alsdorf findet man den, wenn man ihn denn unbedingt suchen will, an der Prämienstraße. Richtung Zopp auf der linken Seite stehen ein paar alte Bergarbeiterhäuser: Reihenhäuser mit rotem Klinker und ein freistehendes Haus, in dem es vor kurzem gebrannt hat. Auch ohne die Brandspuren machen sie einen nicht nur runtergekommenen, sondern auch verwüsteten Eindruck.

Fenster sind eingeschlagen, Möbel und wilder Müll rund um die Gebäude verteilt. Die Verursacher haben sich nicht mal die Mühe gemacht, ihren Dreck in die Flure zu werfen – was sie problemlos könnten, schließlich stehen die Türen zu den einsturzgefährdeten Häusern offen. Auf der Rückseite verwahrloste Garagen mit geöffneten Toren, Bauschutt, Inventarreste und sonstiger Unrat wohin man schaut.

Vielen ein Dorn im Auge, monierte jetzt die Grünen-Fraktion diesen Anblick: „Seit mehr als zweieinhalb Jahren tut sich in diesem Bereich gar nichts“, sagte Fraktionsvorsitzender Horst-Dieter Heidenreich. „Dieser Zustand passt so gar nicht zu den angeblichen Bestrebungen der Stadt, ihre Eingangsbereiche künftig ansehnlich und attraktiv zu gestalten.“ Die Grünen hätten einen frühzeitigen Erhalt und eine Sanierung an der Prämienstraße begrüßt, ähnlich wie in anderen Bergmannskolonien. Aber der Stadtentwicklungsausschuss hatte sich damals gegen Denkmalschutz und für Abriss entschieden. Nur ist der bislang nicht erfolgt.

Lange Stagnation

Bis vor ein paar Jahren waren die Häuser noch im Besitz des Eschweiler Bergwerksvereins (EBV), bis sie Hermann Gatzweiler kaufte. Gatzweiler ist nicht nur Steuerberater in Baesweiler, sondern auch Investor. In Baesweiler bietet er in Kooperation mit dem its und der Stadt Unternehmen, die aus dem its rauswachsen und Raum für ihre Fertigung und Produkte sowie Büros brauchen, passende Lösungen an. Ziel sind zehn Hallen mit insgesamt 16 000 Quadratmetern Nutzfläche. Dabei wird laut Gatzweiler Wert auf ein gleichmäßiges Erscheinungsbild gelegt.

Was das Erscheinungsbild der Häuser an der Prämienstraße anbelangt, kann man feststellen, dass sich über Jahre nicht viel getan hat – vom gleichmäßigen Verfall mal abgesehen.

Gatzweiler sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Problem des wilden Mülls in der Prämienstraße – „wie leider auch an anderen Stellen in der Stadt Alsdorf“ – trotz regelmäßiger Säuberungsarbeiten nur kurzfristig in den Griff zu bekommen sei: „Für einige Zeitgenossen scheint es selbstverständlich zu sein, ihren Müll rechtswidrig zu entsorgen und aufgestellte Bauzäune und Absperrgitter zu entfernen oder umzuwerfen und verschlossene Türen aufzubrechen. Dies ist leider nicht so zu unterbinden, wie man es gerne möchte.“

Und warum hat die Stadt nicht auf einen Abriss gedrängt?

„Die Stadt bedauert, dass der bisherige Eigentümer keinen Gebrauch von der ihm erteilten Abbruchgenehmigung gemacht hat, dann würde sich die Fläche zumindest leergeräumt etwas ansehnlicher darstellen“, sagte die Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg auf Nachfrage. Sie erklärte, es habe immer wieder Anzeichen gegeben, die dafür gesprochen hätten, dass die Sache nun Fahrt aufnehme. Zuletzt etwa die Grünschnittarbeiten am Fuß der Halde. Aber dem war nicht so.

Gatzweiler hatte nach Aufstellen des Bebauungsplans vor rund fünf Jahren lange keine Vermarktungsmöglichkeit gefunden. Vor wenigen Wochen sei das Grundstück aber verkauft worden, „so dass ich annehme, dass nun kurzfristig der neue Eigentümer bei der Stadt vorstellig werden wird, um seine Bauvorstellungen auf der Fläche vorzutragen“, so Lo Cicero-Marenberg.

Barrierefreies Wohnen sei geplant, in viergeschossiger Bauweise. Der Investor, die Arkitektus GmbH aus Ahaus, ist in Alsdorf bereits bei den Stadtvillen am Annagelände in Erscheinung getreten. Der Kaufvertrag befindet sich laut Gatzweiler gerade in der notariellen Abwicklung, wann die Grundbuchänderung erfolge, sei noch offen.

Laut Verwaltung könnte schon im Januar mit dem Abbruch der Bergarbeiterhäuser begonnen werden ...

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