Würselen - Neue Gesamtschule wird erst 2019 fertig

Neue Gesamtschule wird erst 2019 fertig

Von: Karl Stüber
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Wird länger als geplant als Domizil der Gesamtschule Würselen dienen müssen: die auslaufende Hauptschule. Der Neubau an der Krottstraße dürfte erst im Januar 2019 fertig werden. Foto: Karl Stüber

Würselen. Der dringend benötigte Neubau für die rasch wachsende Gesamtschule Würselen, die derzeit im Gebäude der auslaufenden Hauptschule untergebracht ist, soll in „Öffentlich-Privater Partnerschaft“ (ÖPP) realisiert werden. Dies schlägt die Stadtverwaltung dem Stadtrat vor, der in einer Sondersitzung am heutigen Mittwoch, 15. Juni, darüber entscheiden will.

 Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Alten Rathauses an der Kaiserstraße. Der Neubau ist im Bereich Willy-Brandt-Ring/Krottstraße vorgesehen.

Wann wird die neue Gesamtschule zur Verfügung stehen?

Nach dem langen Hin und Her um den richtigen Weg (Neubau oder Ertüchtigung der auslaufenden Realschule) wird sich die Fertigstellung der Gesamtschule verzögern. Laut Zeitplan, der ebenfalls Thema in der heutigen Ratssitzung sein wird, ist nun bei einem ÖPP erst mit einem Betriebsbeginn im Januar 2019 zu rechnen. Zuletzt war die Rede vom 1. August 2018. Das heißt: Die Stadt Würselen muss als Schulträger rund ein halbes Jahr mit provisorischen Maßnahmen (etwa Teilumzug und/oder Klassencontainer) auffangen. Denn die Jahrgang für Jahrgang rasch wachsende Gesamtschule käme mit dem Platz in der alten Hauptschule nicht mehr hin. Nur schwacher Trost kann hierbei sein, dass sich bei einem Neubau in „Eigenrealisierung“ die Fertigstellung noch weiter nach hinten verschieben würde: Juli 2019.

Was bedeutet ÖPP im Fall der Gesamtschule Würselen?

Die ÖPP beinhaltet laut Stadtverwaltung neben dem Neubau der Gesamtschule auch die Übertragung von Leistungen oder Teilleistungen im Betrieb. Dabei geht es um Instandhaltung, Ver- und Entsorgung, Heizung, Strom, Frisch- und Abwasser, Reinigung, Hausmeister und Gebäudemanagement für einen Zeitraum von 30 Jahren.

Wieso schlägt die Verwaltung ÖPP vor? Warum soll der Neubau der Gesamtschule nicht in Eigenregie erfolgen?

Die Stadt Würselen hatte die Düsseldorfer Fachfirma Ernst & Young beauftragt, auf Basis der vorliegenden Planung „das wirtschaftlichste Beschaffungs- und Finanzierungsmodell“ der neuen Gesamtschule zu ermitteln. In einem komplizierten Abwägungsverfahren, das in der heutigen Sitzung des Stadtrates durch einen Vertreter der Fachfirma Ernst & Young nachvollziehbar erläutert werden soll, wurde offenbar die „Öffentlich-Private Partnerschaft“ favorisiert.

Was geschieht, wenn der Stadtrat dem Vorschlag ÖPP folgt?

Auf Basis des Votums der Ratsmitglieder soll die Firma Ernst & Young einen Teilnahmewettbewerb mit entsprechenden Angebotsphasen in Gang setzen, um einen entsprechenden „privaten Partner“ zu finden. Der Entwurfsplanung folgen Genehmigungs- und detaillierte Ausführungsplanung und dann die eigentliche Bauphase.

Wie viel wird der Neubau kosten?

Bei den Überlegungen und Berechnungen geht die Fachfirma Ernst & Young laut Verwaltung von einzuhaltenden Obergrenzen aus (Gesamtbudget 28 Millionen Euro). Dessen ungeachtet ist eine Reduzierung des bisherigen Raumprogramms im Gespräch. Die Gemeindeprüfungsanstalt des Landes Nordrhein-Westfalen hatte angeregt, auf ursprünglich spezielle Informatikräume zu verzichten, da im Rahmen des Lemmon-Projektes mediengestützter Unterricht in allen Unterrichtsfächern und -räumen stattfinden könnte. Gespart wird auch bei Räumen für individuelle Förderung und inklusiver Beschulung sowie von Seiteneinsteigern.

Als Begründung wird auf die Raumprogramme vergleichbarer Gesamtschulen in Nachbarkommunen verwiesen. Bei der reinen Bausumme ist die Rede von 26,46 Millionen Euro. Natürlich hofft die Kommune darauf, dass dieser Kostenrahmen bei der Auslobung durch Bieter, die sich als „privater Partner“ anbieten, noch unterschritten wird.

Welche Kosten sind weiterhin zu berücksichtigen?

Die Leistungen des „privaten Partners“ gibt es natürlich nicht zum Nulltarif. Je nach Ergebnis des Ausschreibungsverfahrens müssen diese Kosten anteilig über die Jahre noch hinzugerechnet werden. In diese Rechnung müssten dann beispielsweise auch noch die Kosten einfließen, die durch Teilleistungen der städtischen Kommunalen Dienstleistungsbetriebe Würselen (KDW) entstehen.

Und auch die erhoffte Leistung des bewährten Würselener Mensa-Vereins dürfen in der Kostenrechnung nicht fehlen, auf dessen Kooperation die Kommune im Zuge des Neubaus der Gesamtschule hofft.

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