Neue Gemeinschafts- oder Gesamtschule?

Von: Georg Pinzek
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Die Hauptschule an der Lehnstr
Die Hauptschule an der Lehnstraße wird zum Auslaufmodell: Wegen des drastischen Rückgangs der Anmeldezahlen will die Bezirksregierung eine Fortführung nicht genehmigen. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Die Würselener Hauptschule steht vor dem Aus. Lediglich 13 Schüler sind für das nächste Schuljahr angemeldet worden. „Erfahrungsgemäß steht nach den Sommerferien zwar noch der ein oder andere mehr mit der Schultasche vor der Tür”, weiß Erster Beigeordneter Werner Birmanns.

Nichtsdestotrotz: Für eine weitere Ausnahmegenehmigung reichen die Anmeldezahlen nicht aus. Das hat die Kölner Bezirksregierung bereits Ende März der Stadt Würselen als Schulträger schriftlich mitgeteilt.

Aus „rechtlichen und pädagogischen Gründen” sei die Hauptschule unter diesen Bedingungen nicht weiterzuführen. „Nicht erst seit dem Schreiben aus Köln sind wir alarmiert”, sagt Birmanns. Schon vor dem „blauen Brief” aus Köln seien der Stadtverwaltung die Zahlen schließlich bekannt gewesen. „Daher sind wir schon länger aktiv und in intensiven Gesprächen über die Zukunft der Würselener Schullandschaft”, betont Birmanns.

Das Thema stehe am 31. Mai auf der Tagesordnung des Bildungsausschusses. Eine jetzt von den Sozialdemokraten geforderte Befragung von Eltern, Lehrern und Schülern werde dabei mit Sicherheit auch Intention der Verwaltung sein.

Die SPD-Fraktion hatte bei Bürgermeister Arno Nelles beantragt, es sollte durch die Erhebung festgestellt werden, wie groß der Bedarf für eine andere Schulform als der drei in Würselen bestehenden ist. Fraktionsvorsitzender Stefan Mix: „Es besteht dringender Handlungsbedarf, wenn wir im nächsten Jahr weiterhin alle Schulabschlüsse in Würselen anbieten wollen.” Im Klartext heißt das: Wenn die Hauptschule also nicht mehr gefragt ist, kann dies nur durch eine Gemeinschaftsschule oder eine Gesamtschule gewährleistet werden. Welche Schule den Bedarf am besten abdeckt, soll nach Vorstellungen der Sozialdemokraten in einer Befragung aller Beteiligten im Schulsystem herhausgefunden werden. SPD-Stadtverbandsvorsitzender Andreas Dumke: „Wir wollen die Probleme mit den Bürgern im Dialog lösen, und nicht vorgeben, was wir für das Beste halten.”

Für die SPD wäre es ein fatales sozial- und bildungspolitisches Zeichen, wenn es in Würselen nicht mehr die Möglichkeit gäbe, einen Hauptschulabschluss zu machen.

Beide in Rede stehenden neue Schulformen hätten verschiedene Vorteile. So könne das Abitur in neun Jahren und nicht wie auf dem Gymnasium schon nach acht Jahren gemacht werden. „Eine Möglichkeit, von der bereits viele Würselener Eltern bereits jetzt für ihre Kinder Gebrauch machen, indem sie sie auf den entsprechenden Schulen in den Nachbarkommunen anmelden”, darauf verweist die Vorsitzende des Schulausschusses, Doris Harst.
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