Herzogenrath/Würselen - Neue Gedenktafel am Gewerkschaftshaus soll Geschichte beibehalten

Neue Gedenktafel am Gewerkschaftshaus soll Geschichte beibehalten

Von: fs
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Bei der Enthüllung dabei: Kollegen von Glück Auf Aldenhoven, Vorsitzender Franz-Josef Küppers, Friedhelm Georgi, Manfred Maresch, Bürgermeister Christoph von den Driesch und Dr. Joachim Helbig. Foto: W. Sevenich

Herzogenrath/Würselen. Die IGBCE-Ortsgruppe Herzogenrath-Würselen hat eine neue Gedenktafel am ersten Gewerkschaftshaus im Bezirk Aachen an der Leonhardstraße angebracht. Vorsitzender Franz-Josef Küppers sagte: „Wir geben unsere Geschichte nicht auf.“ Er freute sich über die große Resonanz aus Politik und der Bevölkerung.

So kamen zur Enthüllung der Herzogenrather Bürgermeister Christoph von den Driesch, SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Neitzke, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Werner Spiertz, IGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch, Vertreter des Traditionsvereins für Stein und Braunkohle Glück Auf Aldenhoven, Mitglieder des Regionalforums ABH und der Vorsitzende des Bergbaudenkmals Adolf, Dr. Joachim Helbig.

Besonders herzlich fiel der Empfang für den vor 24 Jahren zuständigen Bezirksleiter der damaligen IGBE, Friedhelm Georgi, aus, der die einst gestohlene Messingtafel damals anbringen ließ. Im Februar 2011 wurde die Messingtafel aus der Wand gebrochen. Die Suche nach adäquatem Ersatzmaterial dauerte lange. Um nun die neue Granittafel (Kashmir Gold) mit schwarzer Gravur an dem Gebäude zu befestigen, waren umfangreiche Arbeiten an der Hauswand erforderlich. Vorstandsmitglied Peter Kotwica, der mit den Arbeiten betraut wurde, erhielt als Anerkennung eine Plastik eines preußischen Bergmanns.

Bürgermeister Christoph von den Driesch ging bei seiner Ansprache auf die wirtschaftsräumliche Entwicklung der Stadtteile Kohlscheid und Merkstein ein, welche sehr stark vom Steinkohlenbergbau geprägt waren. Er lobte die Arbeit der Gewerkschaft, die sich stets für die Arbeitsbedingungen der Leute unter und über Tage eingesetzt habe.

Mit der erneuten Anbringung der Gedenktafel wird dieser historische Ort wieder für alle Besucher und Passanten in den Fokus gerückt. IGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch sprach vom „Hauch der Gewerkschaftsgeschichte“, welcher an dieser historischen Stelle wehe. 1912 diente dieses Haus schon als Geschäftsstelle des Gewerkvereins Christlicher Bergarbeiter. Es gab bereits 860.000 Bergleute, die von zahlreichen Organisationen vertreten wurden.

Die Besetzung der Gewerkschaftshäuser und die Gleichschaltung der Gewerkschaften (Deutsche Arbeitsfront) war faktisch im dritten Reich die Zerschlagung der freien Gewerkschaft. Er spannte den Bogen vom Industrieverband Bergbau in der britischen Besatzungszone über die Bildung der Montanunion bis hin zur Fusion der IGBE mit der IG CPK (Chemie, Papier, Keramik) und der Gewerkschaft Leder.

Der Vorsitzende des Bergbaudenkmals Adolf e.V., Jochen Helbig, überbrachte herzliche Grüße des Vereins und war sehr angetan von der Geschichte dieses Hauses in der Leonhardstraße 22. „Im Jahr 2014 jährt sich die Gründung der freien Gewerkschaften zum 125. Mal. Mit der heutigen Anbringung des neuen Symbols gegen das Unrecht und zum Gedenken an die Bergarbeitergewerkschaft sind wir als Ortsgruppe gut vorbereitet“, sagte der Vorsitzende Franz-Josef Küppers.

Sogar eine Abordnung der „Guldenmänner“ aus den Niederlanden war gekommen. Die Kontakte zwischen deutschen und niederländischen Bergleuten werden in der Ortsgruppe gepflegt.

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