Aachen - Neue Direktorin strebt nach mehr Bürgernähe

Neue Direktorin strebt nach mehr Bürgernähe

Von: Wolfgang Schumacher
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Umringt von Präsidenten: Ursula Verfuß-Eschweiler nahm die Glückwünsche von Johannes Riedel (Oberlandesgericht Köln, links) und Stefan Weismann (Landgericht Aachen) entgegen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Sie habe eigentlich Architektin werden wollen, gestand die neue Direktorin des Aachener Amtsgerichts, Ursula Verfuß-Eschweiler vor großem Publikum. Doch es war der als Bauunternehmer tätige Vater, der die 1950 in Iserlohn geborene Tochter auf den rechten Pfad der Jurisprudenz brachte, erzählte die Richterin anlässlich ihrer Amtseinführung in der Säulenhalle des Landgerichts - das Mädchen sollte schließlich etwas Anständiges lernen.

Die bisherige Vize-Direktorin am Amtsgericht ist seit 1976 in Aachen ansässig. Die Stadt sei ihr eine echte Heimat geworden. Sie habe es als ein großes Stück Lebensqualität empfunden, so lange Zeit Wohnsitz und Arbeitsplatz an einem Ort zu haben. Dem anwesenden OB Jürgen Linden übermittelte sie ein indirektes Kompliment: „Herr Oberbürgermeister, ich habe mir damals diese schöne Stadt bewusst ausgesucht!”

Die Juristin hat bereits vielfältige Erfahrung in ihrem neuen Tätigkeitsbereich erworben. Als langjährige Vize-Direktorin des mit 50 Richterinnen und Richtern sowie mehr als 300 Mitarbeitern großen Amtsgerichtsbezirks musste sie wegen langer Krankheit von Direktor Ralf Siebert die Geschäfte führen. Siebert ließ ihr herzliche Grüße übermitteln und wünschte ihr eine glückliche Hand für die Zukunft.

Eine Vielzahl „glücklicher Hände” wünschte „der ersten Frau im Amt” die Personalratsvorsitzende Hannelore Woltmann angesichts enger werdender Stellenpläne und stetig steigender Anforderungen. Woltmann sagte der neuen/alten Direktorin die volle Loyalität der Mitarbeiter zu.

Die Themen Überlastung, Stellenstreichungen, steigende Erwartungshaltung der Bürger an die Justiz und immer komplexere Problemstellungen in der Rechtsfindung waren Grundthemen beinahe aller Grußworte, die etwa vom Vorsitzenden des Aachener Anwaltvereins, Franz-Josef Joußen, dem Notarvertreter Dirk Kröncke und natürlich vom Präsidenten des Landgerichts, Stefan Weismann, gehalten wurden.

Zentrales Anliegen

Weismann wies im Beisein des Kölner OLG-Präsidenten Johannes Riedel auf die prekären Folgen des andauernden Personalabbaus hin. Das gehe zu Lasten der Beziehung von Bürger und Justiz.

Das Thema Bürgernähe war auch für den Aachener Oberbürgermeister Jürgen Linden zentral: „Die Gerichte und insbesondere das Amtsgericht ist Teil der Bürgerschaft und muss sich so verhalten.” Richterin Verfuß-Eschweiler wird das auch als Direktorin zweifellos vorantreiben, weil ihr das Richteramt nahe am Bürger bis heute ein zentrales Anliegen sei.

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