Herzogenrath - Neue Chancen: Ausbildungsmarkt in Herzogenrath

Neue Chancen: Ausbildungsmarkt in Herzogenrath

Von: mabie
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Eröffneten die Ausbildungsbörse: Ralf Kahlen, Erster Beigeordneter in Alsdorf, Nora Habbel vom Vinzenz-Heim, Moderatorin Beatrix Oprée, „Matse“ Julian Lehnen, Berufsschullehrer Markus Schneiderwind, Rodas Bürgermeister Christoph von den Driesch, Ausbilderin Valeska Sibbel und Elke Willsch vom Hauptzollamt Aachen (v.l.).

Herzogenrath. Für Valeska Sibbel war ihr jetziger technischer Beruf auf den ersten Blick gar nicht das Passende gewesen: „Ich wusste vorher gar nicht, dass mir Technik so viel Spaß macht und habe damals nur mal reingeschnuppert“, erzählt die heutige Ausbilderin bei Matuschek in Alsdorf.

Im Interview mit unserer Redakteurin Beatrix Oprée, die zur Eröffnung der Ausbildungsbörse im TPH mit Vertretern diverser Ausbildungsbereiche sprach, legte Sibbel so dar, dass es auch manchmal ungewöhnliche Wege sein können, die den Grundstein für den späteren Beruf legen.

Dass auch die Berufsbilder Veränderungen unterworfen sein können, zeigte sich im Gespräch mit Elke Willsch, Sprecherin des Hauptzollamts Aachen. „Wozu braucht es in Zeiten offener Grenzen noch Zollbeamte?“, wollte Beatrix Oprée verdeutlicht wissen. Eine willkommene Steilvorlage für die Frau von der Bundesbehörde: „Wir haben andere Aufgaben übernommen, beispielsweise die Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung“, erläuterte sie ein spannendes Berufsfeld mit teils verdeckten Ermittlern.

Dazu sei der öffentliche Dienst ein Arbeitgeber, der viele qualifizierte Stellen anbiete. So gibt es beim Zoll im mittleren und gehobenen Dienst, der je nach Schulabschluss erreichbar ist, zwischen 100 und 120 freie Ausbildungsplätze pro Jahr.

Wer letztere Zahl mit dem Faktor 10 multipliziert, landet bei der Zahl an Schülern, die aktuell am Berufskolleg Herzogenrath auf Beruf und Ausbildung vorbereitet werden. „Kaufmännische und verwaltungstechnische Berufe stehen bei uns im Vordergrund“, sagte Berufsschullehrer Markus Schneiderwind: „Das ergibt in Kombination mit den Fächern Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre eine große Vielfalt und viele Möglichkeiten.“

Dass die Absolventen des Kollegs gerade auch im betriebswirtschaftlichen Sinn ausgebildet werden, falle laut Schneiderwind auf fruchtbaren Boden. „Dazu gibt es bei uns mit dem ,Abi plus‘ die Chance, einen Studien- und einen Ausbildungsplatz zu bekommen“, schloss er. Wie das mit dem Stress sei, ein Duales Studium zu absolvieren, wusste Julian Lehnen ganz genau. Denn er ist als Mathematisch-Technischer Softwareentwickler (MATSE) Azubi und Student zugleich.

„Zweieinhalb Tage die Woche Uni und das selbe Pensum noch mal im Betrieb, schlaucht das nicht sehr?“, fragte Moderatorin Oprée. „Stress entsteht nur dadurch, dass ich den Uni-Stoff in einer halben Woche absolvieren muss, statt in einer Woche“, sagte Lehnen offen. Und wenn andere frei haben, müsse er lernen. Aber dafür hat er nach drei Jahren Ausbildung samt Studium auch zwei Abschlüsse in der Tasche. Und einen Job obendrein.

Wie vielfältig die Ausbildung in einem Zuhause für Menschen mit Behinderung sein kann, skizzierte Nora Habbel. Die Ausbildungskoordinatorin des Vinzenz-Heims in Aachen-Burtscheid kümmert sich um die Nachwuchskräfte unter den 450 Mitarbeitern, die rund um die Uhr für 280 Leistungsnehmer bereitstehen. „Wir haben Berufe mit unterschiedlichsten Anforderungen“, sagt sie.

Vom Heilerziehungspfleger, der als Qualifikation einen Schulplatz in Pflegeberufen nachweisen sollte, über Altenpfleger bis zu Köchen und Hauswirtschaftern. „Wir arbeiten stark über Hospitationen“, lud Habbel ein und schloss, dass auch ein vielleicht nicht optimaler Werdegang kein Hindernis sein müsse. „Denn wer, wenn nicht wir, weiß, wie es ist, wenn man nicht den perfekten Lebenslauf hat.“ Im sozialen Bereich kommt es eben in erster Linie auf den zwischenmenschlichen Umgang an.

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