Neubaugebiet zwischen Merkstein und Ritzerfeld

Von: Beatrix Oprée
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Herzogenrath. Das Interesse war entsprechend rege: Zahlreiche Anwohner aus der Nachbarschaft des konzipierten Baugebiets An der Herrenstraß hatten sich in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses eingefunden.

Um nachzuvollziehen, was auf sie zukommt, wenn eines der größten Bauvorhaben der vergangenen Jahre in Merkstein verwirklicht wird. 153 Baugrundstücke für insgesamt 327 Wohneinheiten sollen durch den Bebauungsplan III/31 „An der Herrenstraß“ ausgewiesen werden.

Das rund 14 Hektar große Plangebiet, zurzeit in landwirtschaftlicher Nutzung, befindet sich am südlichen Ortsrand Merksteins, zwischen Römer- und Geilenkirchener Straße. Im Nordosten wird es von der Straße „An der Herrenstraß“ respektive der Europaschule begrenzt, im Südwesten von der Marie-Juchacz-Straße, an der auch das AWO-Seniorenzentrum angesiedelt ist. Ausreichende Abstandsflächen sind im südwestlichen Bereich aufgrund zu beachtender immissionsschutzrechtlicher Vorgaben mit Blick auf den Sportplatz vorgesehen.

Wie die Vertreterin der Aachener Planungsgruppe MWM im Fachausschuss erläuterte, soll durch das neue Wohngebiet keinesfalls ein Ineinanderfließen der Ortsteile Merkstein und Ritzerfeld forciert werden, weswegen eine Grünzäsur zum Konzept gehört. Ebenso wie unterschiedliche Quartiere mit Wohnhöfen als „Identifikationsräume“ und ein Quartiersplatz für die künftigen Bewohner. Auch ein vielfältiges Angebot an Wohnformen sowie eine Gliederung und Vernetzung durch Grünstrukturen sollen dazu beitragen.

Auf eine gute Anbindung durch Fuß- und Radwege wird Wert gelegt, wobei der geplante Radschnellweg „Euregio“ einbezogen ist. Umfangreiche Gedanken haben sich die Planer über die Erschließung des stattlichen Wohngebiets gemacht, wobei sich eine zentrale Achse als am besten geeignete Variante herausgestellt habe. Mit einer Hauptanbindung über den Kreisverkehr an der Geilenkirchener Straße und der Anbindung rund eines Drittels des Plangebiets über die Römerstraße.

Die Verbindung „An der Herrenstraß“ soll als Fahrradstraße erhalten bleiben, von der aus aber keine Grundstückserschließung erfolgt. Um Durchgangsverkehr zu vermeiden, sollen die Bereiche Nord und Süd zum zentralen Grünzug nur durch Fuß- und Radwege verbunden werden – lediglich für Rettungsfahrzeuge befahrbar. Pro Wohneinheit sind zwei unabhängige Stellplätze auf den Privatgrundstücken vorgesehen, im Bereich Mehrfamilienhausbebauung entlang der zentralen Achse in Tiefgaragen. Die Grundstücke weisen durchschnittliche Größen von 360 bis 480 Quadratmeter, die Einfamilienhausgrundstücke von 520 bis 650 Quadratmeter auf.

Die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Herzogenrath GmbH (GEG) prüft derzeit, „ob und unter welchen Bedingungen sie die Vermarktung des Baugebiets übernehmen kann“.

Flankierend ist ein Energiekonzept erstellt worden, wobei die Verwaltung auf den Kooperationsvertrag verweist, der „zur Schonung von Energieressourcen“ bei neuen Baugebieten „vorrangig die Nutzung regenerativer Energien“ anstrebt. Was bei Walter Mathieu (Grüne) insofern Irritationen hervorrief, als dass die Veranlassung eines solchen Konzepts doch durch den Fachausschuss und nicht etwa den Kooperationsvertrag hätte erfolgen müssen ...

Vor allem Familien fördern

„Froh und zufrieden“ zeigten sich die Ausschussmitglieder im übrigen über das Bauvorhaben, da, wie Dr. Manfred Fleckenstein (SPD) betonte, besonders bezahlbarer Wohnraum dringend benötigt werde. Da eine neue Erschließung immer auch den Ausbau der Straße mit sich bringt, an die angeschlossen wird, appellierte er dafür, die betroffenen Bürger (Römerstraße) rechtzeitig über die zu erwartenden Beiträge nach Kommunal-Abgaben-Gesetz aufzuklären.

Im übrigen votierte die Politik einmütig für die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans und im Grundsatz für das vorliegende städtebauliche Konzept, insbesondere in Bezug auf die verkehrliche Entwicklung – wobei die baulichen Details noch offengehalten werden sollen.

Stefan Becker (CDU) war es zudem ein Anliegen, dass vor allem Familien gefördert werden und nicht etwa Investoren Grundstückskäufe tätigen, „die nach Jahren wieder abspringen“.

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