Neubau: Gesamtschule Würselen erwartet Ja zum besten Plan

Von: Karl Stüber
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Sie sind in Sorge, dass es erneut Probleme und Zeitverzögerungen beim Neubau der Gesamtschule Würselen geben könnte und setzen auf eine klares Votum des Stadtrats für einen der eingereichten Entwürfe: Schulleiter Olaf Staecker und sein Stellvertreter Jan Brumberg. Foto: Karl Stüber

Würselen. Rasch wachsende Kinderfüße machen regelmäßigen Schuhwechsel notwendig, sonst drohen Schmerzen und orthopädische Schäden. Bei schnell größer werdenden Schulen ist das ähnlich. Die Gesamtschule in Würselen hat zu Beginn des Schuljahres mit dem dritten vierzügigen Jahrgang die Raumkapazität der ehemaligen Hauptschule an der Lehnstraße ausgereizt.

In den Sommerferien wurde das zuletzt noch von der Hauptschule genutzte Erdgeschoss belegt. Die Schulverwaltung zog dorthin um, und das Lehrerzimmer der Vorgängerschule wurde von den Kollegen bezogen. Jetzt werden in dem Gebäude 330 Schüler von 30 Pädagogen unterrichtet, die aus allen Formen der Sekundarstufe I und II kommen, also auch ehemalige Hauptschullehrer.

Sollte der vom Stadtrat mehrheitlich beschlossene Neubau an der Krottstraße nicht bis Juni 2019 fertig gestellt sein, droht der noch jungen Schule das Aus. Bis dahin würden ohnehin 110 weitere Schüler und nochmals zehn Lehrer hinzugekommen sein – der vierte Jahrgang also, der sowieso nur durch Aufstellen von Containern vor Ort und/oder Nutzen von Teilen der im Jahre 2020 auslaufenden Realschule unterzubringen wäre. Ein fünfter Jahrgang in einem Provisorium wäre Erziehungsberechtigten überhaupt nicht mehr zu vermitteln. Spätestens dann würden Eltern bei weiterer Verzögerung des Neubauprojekts ihre Kinder verständlicher Weise auf andere Schulen schicken.

Gesamtschulleiter Olaf Staecker und sein Stellvertreter Jan Brumberg sehen gespannt der Sitzung des Stadtrats am 10. Oktober entgegen. Dann wird mit Blick auf schutzwürdige Interessen Dritter im Rahmen des des ÖPP-Projekts (Öffentlich-Private Partnerschaft) in nicht-öffentlicher Sitzung darüber entschieden, welches der finalen Angebote im Rahmen der europaweiten Ausschreibung zum Neubau zum Zuge kommen soll.

Staecker sieht den Schulträger in der Pflicht und ist angesichts der Aufkündigung der großen Koalition von SPD und CDU und der anhaltenden Kritik aus Reihen der Opposition am Standort Krottstraße sowie der gegen den Standort agierenden Bürgerinitiative in Sorge, dass die notwendige Entscheidung im Stadtparlament nicht erfolgt und neue Verzögerungen zur Folge haben. Er sagt: „Wer sich seiner Verantwortung für den Schulstandort Würselen bewusst ist, der muss in der nächsten Ratssitzung für den als besten beurteilten Entwurf der neuen Gesamtschule stimmen, damit so schnell wie möglich der Bau begonnen werden kann. Für alles andere habe ich kein Verständnis mehr. Denn das wäre dann für die Gesamtschule eine Katastrophe.“

Staecker erinnert an den Gründungserlass. Hier sei der Bezirksregierung Köln gegenüber erklärt worden, dass das Gebäude an der Lehnstraße nur für zwei Jahre genutzt werde. Dann sollten geordnete Verhältnisse geschaffen sein. „Darauf haben sich die Eltern verlassen.“

Und die würden auch weiterhin der Schule ihre Kinder anvertrauen, wenngleich bereits jetzt schon aus zwei Jahren mindestens vier werden, bis die Schule wirklich zum Schuljahr 2018/19 in Betrieb geht. Dieses Vertrauen spricht aus Sicht des Schulleiters für die Qualität des pädagogischen Konzepts der Gesamtschule, das Engagement der Lehrer, den sehr guten Zusammenhalt der Schulgemeinschaft, zu der die Schulpflegschaft und der Förderverein erheblich beitragen, und für den entsprechenden Bedarf in Würselen spreche (siehe Info).

Leider würden noch rund 30 Prozent der fertig werdenden Grundschüler auspendeln, also nicht die weiterführenden Schulen in Würselen besuchen, wie Jan Brumberg betont. Nach dem Ende der Hauptschule und mit Blick auf die 2020 schließende Realschule sei die Gesamtschule umso wichtiger, um alle Schulabschlüsse in Würselen gewährleisten zu können. Es sprechen also viele Gründe dafür, den Weg konsequent zu Ende zu gehen und grünes Licht für den Neubau zu geben, sind beide überzeugt

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