Würselen - Neubau für die Gesamtschule Würselen kommt an Krottstraße

Neubau für die Gesamtschule Würselen kommt an Krottstraße

Von: kst/vm/ben
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Gesamtschule
Der Eingangsbereich der Gesamtschule Würselen.
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Die Lage und Bauform der neuen Gesamtschule.

Würselen. Mit der Mehrheit von SPD und CDU hat der Stadtrat Würselen in der Nacht zu Mittwoch entschieden, dass die Goldbeck Public Partner GmbH eine neue Gesamtschule an der Krottstraße für Würselen errichtet. Grüne, FDP und UWG lehnten einen Neubau ab - aus unterschiedlichen Gründen.

Die FDP ist nicht grundsätzlich gegen einen Neubau. Sie sieht in den Plänen, wie sie vorliegen, nur die Anforderungen an eine moderne Schule nicht erfüllt. Sie fordert außerdem einen anderen Standort: in der Nähe des Aquana. Die UWG äußerte sich unter anderem ausführlich zur Verkehrssituation (Überlastung der umliegenden Straßen/Unfallgefahr) und hielt an ihrer Auffassung fest, eine Sanierung sei günstiger und schneller umgesetzt als ein Neubau. Ebenso die Grünen.

Vorausgegangen waren emotionale Diskussionen über das Pro und Kontra eines Neubaus an der Krottstraße, an denen sich auch zahlreiche Zuschauer im Ratssaal beteiligten. Zum Einstieg der Sitzung in der Fragestunde für Bürger hatten Schüler der Gesamtschule auf die Dringlichkeit eines Neubaus hingewiesen und appellierten an die Politik, so zu entscheiden, als handele es sich um die eigenen Kinder.

Entsprechend erleichtert dürften die Schüler nun sein, dass die SPD/CDU-Mehrheit den Weg für den Neubau frei gemacht hat. „Wir sind sehr zufrieden, dass die Entscheidung nun so getroffen worden ist. Damit setzen wir ein Zeichen für die Zukunft“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Jürgen Schmitz am Tag nach der Mammut-Sitzung im Würselener Rat.

H-förmiges Gebäude

Kern des Konzepts ist ein H-förmiger Baukörper. Der Komplex dürfte nicht nur die Fans von Science-Fiction an ein Raumschiff erinnern, das da an der Krottstraße landen soll. Die Verbindung der beiden langen Gebäudeteile beinhaltet die Eingangshalle und die Aula. Klar zugeordnet und abgegrenzt sind die Sekundarstufen I und II. Der Entwurf berücksichtigt wie gewünscht die Option auf Gebäudeerweiterung. Entsprechend dem pädagogischen Konzept der Schulleitung sind zwölf offene Lernzonen für die Schüler vorgesehen.

In der Bewertung heißt es, dass die Soll-Flächen-Vorgaben nicht nur eingehalten, sondern leicht bis deutlich zugunsten der Schüler und Lehrer überschritten werden. Positiv bewertet wird das Konzept zur Inbetriebnahme und weiteren Hausverwaltung bzw. technischen Betreuung und Instandhaltung. Auch das „Konzept zur Qualitätssicherung“ (Reinigung) wusste zu überzeugen.

Die reinen Baukosten liegen bei gut 23 Millionen Euro. Hinzu kommt die Innenausstattung, die mit rund 2,5 Millionen Euro zu Buche schlägt. In der Summe betragen Planungs-, Bau und Zwischenfinanzierungsleistungen 27,3 Millionen Euro. „Wir haben ein solides Gebäude mit einer hochwertigen Ausstattung“, sagte Schmitz. besonders erfreulich sei aus seiner Sicht, dass die finanzielle Obergrenze von 28 Millionen Euro, die man 2015 festgelegt habe auch eingehalten worden sei.

Über die ÖPP-Laufzeit von 30 Jahren gesehen kostet die Stadt Würselen der Neubau und dessen Betrieb knapp 51 Millionen Euro. Würde die Kommune das Projekt in Eigenregie stemmen, würde man auf knapp 57 Millionen Euro kommen, lautet die Kostenrechnung der Verwaltung.

Die Goldbeck Public Partner GmbH ist darauf spezialisiert, Bauprojekte der öffentlichen Hand zu entwickeln und über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahre zu betreuen. In dieser Zeit ist die Stadt Würselen als Schulträger Mieter. Anschließend geht die Schule an die Stadt über. „Ich sehe in dieser Form der Kooperation die Vorteile, dass die vereinbarte Bausumme eingehalten werden muss und dass der Unterhalt des Gebäudes ebenfalls bei unserem Vertragspartner liegt und nicht bei der Stadt Würselen“, sagt Schmitz. Auf diese Art und Weise würden große Unsicherheitsfaktoren für den Haushalt der Stadt ausgeklammert.

Hinter diesem „Best-Bieter“ steht eine ganze Firmengruppe, die mit dem Schulprojekt befasst sein wird. Die Objektplanung liegt in Händen der Dohle+Lohse GmbH aus Braunschweig. Technische Planung und Bau obliegen der Goldbeck Ost GmbH aus Treuen. Das Gebäudemanagement übernimmt wiederum die Goldbeck Public Partner GmbH.

Zuletzt waren zwei Bieter in die „Endausscheidung“ gekommen. Bei der Bewertung wurde eine umfassende Matrix als Messlatte angelegt. Dabei ging es um nicht nur um die Güte des Architektenentwurfs, sondern auch die Erfüllung des Lastenheftes für den Raumbedarf, die Baukosten und die langfristigen Ausgaben, die auf die Stadt während der langen Laufzeit der Miete auf die Stadt zukommen.

Letztlich empfahlen Ernst & Young und die Stadtverwaltung dem Stadtrat, sich für das Goldbeck-Konzept zu entscheiden. Schulleitung und Vertreter der Fraktionen waren in den ÖPP-Prozess einbezogen, der aber mit Blick auf die europaweite Ausschreibung und die damit verbundenen wettbewerbsrechtlichen Vorgaben (Wahrung schutzwürdiger Interessen der bietenden Firmen) überwiegend nicht-öffentlich ablaufen musste.

Der weitere Zeitplan: Mitte Januar 2018 Einreichen des Bauantrags; komplette Baugenehmigung Anfang April; Baubeginn Mitte Februar; Bauabnahme und Übergabe an den Schulträger 19. Juli 2019; Umzug der Gesamtschule von der Lehnstraße in den Neubau vom 22. Juli bis 23. August.

Durch die Entscheidung für den Neubau gerät die Stadt Würselen nun an anderer Stelle unter Druck. Denn die Trainingsplätze für Fußballvereine an der Krottstraße werden zum Ende dieses Jahres entfallen, wenn das Grundstück für den Bau vorbereitet wird. Dementsprechend müssen Alternativen vor allem für den VfR Würselen her, damit der Trainings- und Spielbetrieb nicht dauerhaft leidet. „Wir erwarten, dass die Verwaltung schnell umsetzt, was wir im Juli mit dem Sportkonzept im Rat beschlossen haben“, sagt Schmitz. Nämlich im ersten Schritt den Bau des Sportparks am Aquana und im zweiten Schritt die Umwandlung des VfR-Rasenplatzes von einen Kunstrasenplatz.

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