Baesweiler - Neubau B57n: Gewaltige Erdmassen und kapitale Bomben

Neubau B57n: Gewaltige Erdmassen und kapitale Bomben

Von: rh/eska
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Gewaltige Erdbewegungen werden für die neue Trasse vorgenommen. Vor allem bei Immendorf (Bild), wo die B56 zur Brücke für die B57n wird. Das hat ab August für die Verkehrslenkung in diesem Bereich erhebliche Auswirkungen. Foto: Georg Schmitz

Baesweiler. Groß ist das Aufgebot an Baufahrzeugen, gewaltig die Masse der bewegten Erde: Knapp 20 Millionen Euro werden derzeit westlich von Setterich und Baesweiler in den Bau der Ortsumgehung B57n investiert.

Während die Brückenbauwerke bereits seit geraumer Zeit das Landschaftsbild verändert haben, wird das vom Landesbetrieb Straßen NRW gesteuerte Projekt aktuell besonders im Bereich der Bundesstraße 56 nahe Floverich und Geilenkirchen-Immendorf sichtbar.

Dort wird die B57n an die von Aldenhoven Richtung Geilenkirchen führende B56 angebunden. Im Baubüro des Landesbetriebs, eingerichtet in Immendorf, schmiegen sich die Trassenpläne aneinander. Deutlich wird der Verlauf der neuen Bundesstraße, die im ersten Bauabschnitt als Ortsumgehung von Setterich Richtung Süden bis zur L225, dann im zweiten weiter um Baesweiler herum zur L240 führen wird.

Diese „Ausgangslage”, erinnert Dipl.-Ing. Christoph Dohms von der Bauüberwachung, „ist seit 20 Jahren in der Vorstellung”. Im März haben die Bautrupps bei Floverich mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Das Teilstück bis zur L225 (Beggendorf-Boscheln) ist 4,2 Kilometer lang. Dafür werden vier Brücken errichtet sowie vier Kreisverkehre angelegt.

Das neue Profil der Landschaft wird zusätzlich durch Ausgleichs- und Versickerungsflächen geschnitten. Besonders auffällig ist das nördlich von Floverich, wo sich neben der B56 markante Löcher auftun. Allein das Becken für Oberflächenwasser, was über Gräben und Kanäle von der Straße abläuft, besitzt drei Kammern inklusive Ölsperre.

In der Ausdehnung von rund 32 mal 48 Metern, rechnet Straßenbau-Techniker Karl-Josef Hild hoch, also mehr als anderthalbtausend Quadratmeter. Wuchtiger noch erscheinen die naturbelassenen Ausgleichsflächen für anderweitig versiegelten Boden. Den man aber wieder öffnen kann, wie es das Beispiel ergibt, wenn nach Freigabe der B57n die K8 eingezogen wird und nicht mehr als Verbindung zwischen B56 und Floverich zur Verfügung steht.

Die Bauüberwachung des Landesbetriebs versichert zudem, dass es keine Nachteile für die Landwirtschaft geben dürfte. Gekappte Feldwege würden platzversetzt erneuert oder „straßenbegleitend” angeboten.

Am Platz gesprengt

Bis sich bautechnisch die veränderte Situation abzeichnen konnte, war eine Menge zu erledigen. So auch bei der Suche nach gefährlichen Resten aus dem Zweiten Weltkrieg. „Da ist einiges Unangenehmes entdeckt worden”, bestätigt Karl-Josef Hild. Unter den Funden waren auch zwei kapitale Bomben, von denen eine am Platz gesprengt werden musste.

Wo Probleme vermieden werden können, gerade bei einer Straßen-Neukonstruktion, bauen die Planer elegante Lösungen ein. „Extreme Gefahrensituationen durch Kreuzungen lösen wir durch Kreisverkehre und geführtes Rechtsabbiegen mit Beschleunigungsstreifen”, erklärt Dohms eine Möglichkeit. Denn das Kreuzen der beiden Bundesstraßen 56/57 ist knifflig.

Die Lösung: In Höhe der Ortschaft Immendorf wird auf der Straße nach Würm ein Kreisverkehr gebaut. Das ist der Anschluss zur B57, die unter der B56 liegt und zu einem weiteren Kreisel führt, der die Verkehrsverteilung in andere Richtungen übernimmt. Bis die B56 aber zur Brücke wird, muss sie Richtung Baesweiler verschwenkt werden, was bereits im August passieren soll, so der Zeitplan des Landesbetriebs.

Verkehrsteilnehmer müssen in den nächsten Monaten an der künftigen Anschlussstelle von B56 und B57n mit reger Bautätigkeit rechnen, bis die neuen Rampen und Zufahrten hergestellt sind. Freigabedatum für den ersten Bauabschnitt der Ortsumgehung ist nach derzeitigem Stand das Frühjahr 2011.

Gleich danach startet ab dort der zweite Abschnitt, die 2,8 Kilometer lange Trasse bis zur L240 bei Alsdorf. An diese wird die B57n mittels eines großdimensionierten Brückenbauwerks inklusive Ab- und Zufahrten angebunden, damit der Verkehr reibungslos läuft.

Ursprünglich war dort ein Kreisverkehr vorgesehen. Unter anderem diese Planänderung (wir berichteten) hatte einen Anstieg der Kosten für das Gesamtprojekt um fast 100 Prozent auf derzeit geschätzte 19,8 Millionen Euro verursacht.

Umgehungsstraße knüpft nicht direkt an


Die Umgehungsstraße B57n soll in der Hauptsache den Durchgangsverkehr in den Ortskernen Baesweilers und Setterichs mindern. Die Straßen werden herabgestuft, die gelben Zeichen mit dem „B57” verschwinden.

Die Ersatzfahrbahn aber beginnt nicht dort, wo die alte wegfällt oder die alte hingeführt hat, nämlich bei Puffendorf. Erst einige Kilometer nordwestlich, in Immendorf (Kreis Heinsberg), beginnt die „Umgehung”.

Offen ist, ob das Teilstück der B56 nach Freigabe zusätzlich als B56/57 gewidmet wird.

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