Netzwerktechniken statt Handys

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
Elektroauto mit dem Smartphone
Elektroauto mit dem Smartphone tanken: Ericsson-Entwickler Carlos Rodrigues macht vor, wie mobiles Batterie-Laden bald aussehen kann. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath. 2020 soll es nach Schätzungen von Experten eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen geben. Das erfordert eine Menge Infrastruktur.

Der Ausbau muss allerdings nicht im Straßennetz vorangetrieben werden - gebraucht werden Ladestellen. Diese mit intelligenten Abrechnungssystemen zu versehen, ist ein Arbeitsfeld, an dem die Ericsson-Forscher im „Eurolab” in Kohlscheid arbeiten.

Beim Wirtschaftsfrühstück erklärte Forscher Carlos Rodrigues, wie ein solcher Ladevorgang in Zukunft laufen könnte. Nachdem man sein Elektroauto an die Station angeschlossen hat, hält man sein Smartphone zur Identifizierung vor die Strom-Zapf-Säule. Die Daten werden an das Ericsson-System gesendet, das sie nutzt, um die Kosten abzurechnen. Zudem kann man einstellen, ob man seine Autobatterie so schnell wie möglich aufladen will, oder dann, wenn genug Wind und Sonnenenergie zur Verfügung steht. Software-Entwicklung und Netzwerktechnik sind das absolute Kerngeschäft der Forscher im „Eurolab”.

Entgegen der landläufigen Meinung stelle Ericsson keine Handys her, erklärte Niederlassungsleiter Klaus Schneider. Vermittlungsstationen, Abrechnungssysteme, Datenbanken und der Unterhalt von Netzen seien die Hauptarbeitspunkte von Ericsson. „Alles was wir hier machen, ist Software.”

Seit 1991 ist das Unternehmen in Kohlscheid. Damals startete man mit 25 Mitarbeitern im Technologiepark. Heute arbeiten 540 Mitarbeiter am Standort. 80 Prozent sind Akademiker. Sie stammen aus 44 Nationen und der Frauenanteil liegt bei beachtlichen 25 Prozent. Jährlich entstehen aus der Arbeit und den Ideen der Kohlscheider Entwickler etwa 100 Patente. Und diese Investitionen in Forschung und Entwicklung zahlen sich aus. „Weltweit werden 40 Prozent aller Mobilfunkgespräche über Ericsson-Anlagen geführt”, sagt Schneider.

Das Unternehmen sei ein „Aushängeschild für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Herzogenrath”, sagt Bürgermeister Christoph von den Driesch. „In der reinen Produktion sind wir auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig. Wir brauchen die Ideen und Innovationen.” Allerdings könne es durch die Forschung gelingen, auch Arbeitsplätze in der Produktion in Deutschland zu halten, die sonst längst verlagert worden wären.

Aktuell forscht Ericsson mit Hochdruck an der Vernetzung von Objekten - also der Kommunikation zwischen Maschinen. Im Automotive-Bereich könne dies zur Steigerung der Verkehrseffizienz und -sicherheit beitragen.

Entwicklungsingenieur Martin Gerdes erklärte, dass man Daten aus der Sensorik des Autos - etwa bei einer Vollbremsung oder Nebel - über ein Mobilfunknetz übertragen könne. So können andere Verkehrsteilnehmer vor gefährlichen Stau-Enden oder anderen Gefahren gewarnt werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert